Tourismuswelt

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Endlich wieder ans Meer: Am Sommerferien-Abreisewochenende reisten pro Tag je rund 56'000 Passagiere über den Flughafen Zürich nach Spanien, Griechenland oder in die Türkei. Bild: Toa Heftiba

Staus und Schlangen: So war das grosse Abreisewochenende

Endlich haben die Sommerferien auch in Zürich und Aargau begonnen. Zahlreiche Menschen zog es mit dem Flugzeug, Auto oder Zug in Richtung Süden. Travelnews hat beim Flughafen Zürich und den SBB nachgefragt, wie der Start gelaufen ist - und wohin es die Reisehungrigen zog.

Endlich Sommerferien! Darüber dürften sich vergangenen Freitag (16. Juli) zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer im Kanton Aargau und Zürich gefreut haben. Doch wer über dieses Wochenende verreist ist, musste zweifelsohne Geduld mitbringen. Besonders auf der Strasse.

15 Kilometer Stau wurden am Samstag vor dem Gotthardtunnel vom Touring Club Schweiz gemessen. So viel wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Reisenden mussten mit einem Zeitverlust von bis zu zweieinhalb Stunden rechnen. Am Sonntag wurden immerhin nur noch zehn Kilometer lange Autoschlangen gemessen, was einer Verzögerung von rund 40 Minuten entsprach.

Das kommt nicht wirklich überraschend. Das Tessin erfreut sich an besonders grosser Nachfrage für Ferien im Sommer, wie Travelnews bereits vor mehreren Wochen prognostizierte. Aber nicht alle wollen auch dieses Jahr noch einmal ihre freien Tage in der Heimat verbringen.

Mehr Passagiere als erwartet

Laut einer Umfrage der Generali-Versicherung, welche der Aargauer Zeitung vorliegt, planen 71 Prozent der Befragten eine Auslandsreise. Hierbei liegt Italien mit 40 Prozent an der Spitze der Wunschdestinationen. 18 Prozent wollen nach Frankreich und 14 Prozent nach Spanien, so die Ergebnisse. Gereist wird vor allem mit dem Auto und innerhalb von Europa, wie 55 Prozent der Befragten angeben. Jede Dritte Person wählt das Flugzeug und gerade einmal etwa 25 Prozent reisen mit dem Zug oder Bus.

Dennoch durfte der Flughafen Zürich vergangenes Wochenende auf zahlreiche Passagiere zählen, wie Senior Mediensprecherin Bettina Kunz gegenüber Travelnews bestätigt: «Wir hatten am Samstag und Sonntag je rund 56'000 Passagiere, die über den Flughafen Zürich gereist sind. Das entspricht rund der Hälfte der Passagiere, die wir an Spitzentagen in den Sommerferien 2019 hatten.» Das war sogar leicht über den Erwartungen des Flughafen Zürich. Prognostiziert waren 55'000 Reisende pro Tag. In mehreren Medienberichten ist zu lesen, dass sich durch die Mehrzahl an Passagieren in verschiedenen Bereichen des Flughafens Schlangen gebildet haben. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Dokumentenprüfung viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Bodenabfertigungsfirma Swissport etwa riet vergangene Woche, sich bereits drei Stunden vor Abflug an den Flughafen zu begeben.

Zu den Top fünf Ferienziele der Schweizerinnen und Schweizer ab Zürich gehören derzeit Spanien, Griechenland, Deutschland, Italien und Türkei. Interessant ist, dass sich zumindest die Destinationen grösstenteils auch mit den Umfrage-Ergebnissen der Versicherung deckt. Dort werden die Top-Ausland-Ferienziele in folgender Reihenfolge angegeben: Italien (40 Prozent), Frankreich (18 Prozent), Spanien (14 Prozent), Deutschland (8 Prozent) und Griechenland (7 Prozent).

Der Kosovo wurde zwar nicht als Top-Ferienziel für den Sommer ab der Schweiz genannt. Dennoch ist spannend zu sehen, dass übers Wochenende 70 Flüge zwischen Genf, Basel und Zürich nach Pristina verkehrten, wie das Portal «Aerotelegraph» berichtet. Das sind mehr Verbindungen als noch vor der Krise.

Die SBB sind zufrieden

Und wie zeigte sich die Situation auf den Schienen? Sicherlich dürften viele Menschen abgeschreckt sein, weil im Öffentlichen Verkehr die Maskenpflicht gilt. Eine lange Reise ist so eben dann doch nicht gleich entspannt wie im eigenen Auto. Dennoch darf SBB auf zahlreiche Passagiere zählen: «Aktuell beträgt die Auslastung im Fernverkehr gegenüber derselben Woche 2019 65 Prozent, im Regionalverkehr 70 Prozent», resümiert SBB-Mediensprecherin Jeannine Egi auf Anfrage und führt aus, «optimistisch stimmen zudem die Zahlen im Freizeitverkehr: Im Juni 2021 waren 24'100 Gruppen mit dem Zug unterwegs – das sind nur 4700 weniger als im Juni 2019, obwohl damals Grossanlässe wie das Eidgenössische Turnfest stattfanden.» Der Einsatz von Extrazüge zum Ferienbeginn seien nicht geplant, bei Bedarf würden aber gewisse Züge verlängert.

(NWI)