Tourismuswelt

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Weil nicht jeder Covid-Impfstoff in jedem Land gleichermassen anerkannt ist, kommt es immer wieder zu Problemen bei der Einreise. Bild: Spencer Davis

Die gegenseitige Anerkennung der Impfstoffe fehlt

Das World Travel & Tourism Council warnt vor Verzögerungen bei der Wiederaufnahme des internationalen Reiseverkehrs, wenn nicht alle zugelassenen Covid-19-Impfstoffe weltweit gegenseitig anerkannt werden.

Es gibt zahlreiche Impfstoffe gegen Covid-Sars-2 auf dem Markt. Doch nicht alle werden gleichermassen von den Regierungen der Welt akzeptiert. Das könnte nun zum Problem für die Wiederaufnahme des internationalen Reiseverkehrs werden, mahnt das World Travel & Tourism Council (WTTC) in einer Mitteilung.

Konkret befürchtete die globale Tourismusorganisation, dass Touristen an den Grenzen abgewiesen werden könnten, weil die Länder keine gemeinsame Liste international anerkannter und zugelassener Covid-19-Impfstoffe haben. Das WTTC bezieht sich hierbei auf mehrere Fälle britischer Touristen, welche an der Grenze zu Malta abgewiesen wurde, weil ihnen die indische Covishield-Charge des Oxford/AstraZeneca-Impfstoffs verabreicht worden war. Laut der Organisation sei der Impfstoff jedoch chemisch identisch mit dem in Grossbritannien hergestellten.

In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu solchen Vorfällen. Einige Reisende wurden auch daran gehindert, an Bord ihrer Flüge zu gehen. Das WTTC ist deshalb der Meinung, dass die fehlende internationale Koordination, um sich auf eine Liste von zugelassenen Impfstoffen zu einigen, ein weiteres grosses Hindernis für die Wiederaufnahme des internationalen Reiseverkehrs darstellt. Und das, obwohl die meisten Impfstoffe von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder von strengen Aufsichtsbehörden (SRAs) wie der britischen Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) und der Food and Drug Administration in den USA sowie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen wurden.

Fälle von abgewiesenen Touristen würde die Besorgnis weiter schüren, Reisewillige von Buchungen abhalten und dem angeschlagenen Tourismus schaden. «Die gegenseitige Anerkennung aller Impfstofftypen und -chargen ist unerlässlich, wenn wir weitere unnötige und schädliche Verzögerungen bei der Wiederaufnahme des internationalen Reiseverkehrs vermeiden wollen», sagt Virginia Messina, Senior Vice President des WTTC. Sie fordert eine vollständig anerkannte Liste aller zugelassenen Impfstoffe - und Impfstoffchargen, die der Schlüssel zur Ermöglichung internationaler Reisen sein sollte.

(NWI)