Tourismuswelt

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Nur vereinzelt infizieren sich Reisende bei ihren Ferien im Ausland mit Covid-19. Bild: Dahee Son

Kaum Covid-Infektionen bei Ferien-Rückkehrern

Lange wurde das Reisen zwischen Ländern als Sündenbock für steigende Infektionszahlen in der Schweiz hingestellt. Doch das Risiko für Ansteckungen hält sich bislang gering. Nur vereinzelt haben sich Personen im Ausland in Discos, bei EM-Spielen oder an sonstigen Orten in den Ferien angesteckt.

In der aufflammenden Diskussion über Delta-Varianten und die Sorge um wieder zunehmende Infektionszahlen wird der Finger überall gerne wieder auf die Reisebranche gestreckt. Aber wie man schon seit letztem September wusste, dass die Anzahl der Infizierten in Quarantäne relativ gering ist (weshalb die Risikoländerliste eigentlich wirkungslos war), so zeigt sich auch jetzt nochmals, dass es nicht oder nur in geringem Mass «die Reisenden» sind, welche für steigende Zahlen sorgen.

Bislang bereiten die Ferienrückkehrer den Kantonen noch nicht allzu viel Kopfzerbrechen, wie eine Umfrage des «Blick» bei einzelnen Kantonen zeigt. Im Kanton Aargau machten seit Anfang Juni von insgesamt 300 Neuinfektionen solche von Reiserückkehrern lediglich 20 aus, das sind also gerade mal 6 Prozent. «In den letzten Tagen und Wochen waren die Fallzahlen insgesamt sehr tief. Entsprechend gab es kaum Fälle mit vermutetem Ansteckungsort im Ausland», teilt zudem die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich mit.

Einige Rückkehrer von EM-Spielen haben sich im Ausland sehr wohl angesteckt, hört man derweil aus diversen Kantonen. Im Kanton Zürich ist diesbezüglich bislang aber kein Fall bekannt. Ebenso hört man von Personen, welche sich im Ausland in Discos angesteckt haben.

Travelnews hatte es bereits am Montag festgehalten: Das Problem ist nicht das Reisen an sich, sondern das Verhalten auf Reisen. Ohne Maske in der Disco oder im Fan-Pulk birgt halt ein gewisses Risiko. Wegen der Unachtsamkeit einzelner nun aber wieder eine Branche und die Bewegungsfreiheit einschränken, ist der falsche Ansatz. Es müsste inzwischen einfach jeder gemerkt haben, dass unsere Reisefreiheit direkt auch mit dem eigenen Verhalten hinsichtlich den Corona-Massnahmen zusammenhängt.

(JCR)