Tourismuswelt

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Das grosse Thema Impfung gönnt uns keine Atempause. Bild: Ivan Diaz

Sind wir nun im Juni, Juli oder Herbst vollständig geimpft?

Die Impfung ist das grosse Thema zurzeit. Sie ist vorallem ein grosser Hoffnungsträger für die Reisebranche und für viele auch für die Sommerferien. Doch so klar ist es eben nicht mehr, dass wir bis im Sommer vollständig geimpft sind.

Aktuell ist die Impfung für viele eine grosse Hoffnung, um bald wieder etwas Normalität in das Leben zu bringen. Jeden Dienstag informieren Fachleute des Bundes zur aktuellen Corona-Lage, so auch gestern. Das Thema Impfen haben auch wir bereits einige Male thematisiert.

«Die praktische Organisation der Impfung ist sehr komplex», erklärte Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, an der gestrigen Pressekonferenz. Es gebe aber eine Grenze, wie viel man pro Tag impfen könne. Diese liege bei rund 100'000 bis 150'000 Dosen. «Da kann man dann selbst ausrechnen, wie lange es geht. Wenn ich gesagt habe, im Spätherbst sind alle Impfwilligen geimpft, dann habe ich gemeint, vollständig geimpft.» Die grosse Mehrheit sei bestimmt schon früher geimpft, doch bis wirklich alle durchgeimpft seien, dürfte dies schon bis in den Herbst dauern, so Hauri weiter. Diese Aussage hat etwas hellhörig gemacht und Fragezeichen hinterlassen, wo doch bis jetzt die Rede von Juni oder Juli war.

Am 26. Januar 2021 hat es nämlich im «Tagesgespräch vom SRF» mit Nora Kronig vom Bundesamt für Gesundheit noch ganz anders getönt. Auf die Frage, ob sie an der Aussage festhalte, dass bis im Juni alle Impfwilligen geimpft sind, meinte Kronig: «Mit der Art und Weise, wie es aktuell läuft, sind wir auf Kurs.» Sie bleibe bei der Aussage, dass bis Ende Juni alle die wollen geimpft werden können. Von diesem Ziel ist man also mit der aktuellen Lage abgekommen, wenn Hauri von Herbst spricht. Dies könnte die Hoffnung auf unbeschwerte Sommerferien etwas dämpfen. Vor einer Woche an der Pressekonferenz hiess es, dass der Bund bis im Sommer ein international anerkanntes Impf-Zertifikat zur Verfügung stellen will. Also ein Impfzertifikat, welches den Geimpften zur Verfügung steht und jenen, die auf die Impfung warten müssen, noch nichts bringt? Was unumgänglich wieder dazu führt, dass sich für Geimpfte automatisch Vorteile ergeben werden.

Immerhin gibt es auch positive Neuigkeiten: Denn in den kommenden Monaten bis Juli soll die Schweiz 8,1 Millionen Impfdosen von Pfizer/Biontech und Moderna erhalten. Damit bleibe das Ziel realistisch, allen Personen, die sich impfen lassen wollten, bis Ende Juni mindestens eine Impfung anbieten zu können, so Bundesrat Alain Berset. Wenn man dann aber die meisten Einreisebestimmungen anderer Länder betrachtet, wird einem sehr schnell klar, dass eine Impfdosis nicht reicht, um von den gelockerten Einreisebestimmungen zu profitieren.

(NIM)