Tourismuswelt

Wer eine Pauschalreise bucht, bewegt sich nicht zwingend in Menschenmassen. Bild: Dayana Brooke

Nur Wenige stecken sich auf einer Pauschalreise mit Covid an

Eine neue Studie des Deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI) besagt, dass sich nur wenige Personen während Pauschalferien anstecken. Zahlen von TUI unterstreichen die Studienergebnisse.

In einer aktuellen Studie hat das Robert-Koch-Institut (RKI) das reiseassoziierte Infektionsgeschehen im Sommer letzten Jahres durchleuchtet. Aus Sicht des Deutschen Reiseverbandes (DRV) lassen sich aus der Studie Schlüsse ziehen, die für den Neustart des Tourismus in diesem Jahr behilflich sein können.

Denn gemäss dem RKI sei es anzunehmen, dass es bei Pauschalreisen in beliebte Feriendestinationen zu weniger intensiven Kontakten mit der einheimischen Bevölkerung und damit zu einem geringen Ansteckungsrisiko im Verhältnis zu den Inzidenzen des Reiselandes komme. Sicher hätten auch die Hygieneregeln in den Hotels und deren Einhalten dazu beigetragen, dass sich wenige Personen in den Ferien mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das sei aus Sicht des Deutschen Reiseverbandes eine gute Nachricht. «Das bedeutet, dass die Hygienekonzepte im Tourismus ganz offenbar gut funktionieren. Auf dieser Erkenntnis können wir als Branche aufbauen», sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Das RKI betont die Wichtigkeit von Coronatests für Reiserückkehrer. So könne eine mögliche Verbreitung, ausgehend von reiseassoziierten Ansteckungen am besten verhindert werden.

Wenige TUI-Gäste steckten sich in den Ferien an

Genau derselben Meinung ist auch der Vorstandsvorsitzende von TUI, Friedrich Joussen, wie «welt.de» vor einigen Tagen berichtete. Denn während die wöchentliche Ansteckungsrate je 100'000 Einwohner in Deutschland bei 75 liege, melde TUI eine Sieben-Tage-Inzidenz für das zweite Halbjahr 2020 von lediglich 0,54. Unter den 2,5 Millionen Gästen, die der Reisekonzern seit dem Sommer 2020 in die Ferien schickte, gab es demnach nur 364 Infektionen.

Der Grund sei einfach: Airlines, Gastronomen und Hoteliers haben ein starkes finanzielles Interesse daran, Infektionsrisiken zu vermeiden. Corona-Tests, Quarantäneregeln und Hygienestandards werden entlang aller Reiseabschnitte deshalb so akribisch nachgehalten, dass Menschen in Hotelresorts meist sicherer sind als zu Hause. So gebe es wohl kaum eine besser geschützte Quarantänestation, als ein Hotelresort in den Feriendestinationen.

(NIM)