Tourismuswelt

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Sunday Press Mehr Streitereien im Flugzeug befürchtet

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit warnt vor steigendem Misstrauen der Flugpassagiere und daraus resultierenden Streitereien an Bord. - Zukunft der Engadin St. Moritz Tourismus AG noch immer ungewiss. - Rega war wegen Swisscom-Störung drei Stunden nicht erreichbar.

Das Misstrauen der Flugpassagiere

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) geht davon aus, dass es künftig zu mehr Knatsch zwischen Flugpassagieren kommt, wie Travelnews bereits vergangene Woche berichtete. Zwar haben Fluggesellschaften verschiedene Massnahmen vorgestellt, wie sie Reisende vor einer Coronavirus-Infektion schützen wollen - doch genau diese Regeln könnten künftig Reibereien verursachen, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus fliegt mit und könnte demnach verursachen, dass die Passagiere nicht nebeneinander sitzen wollen und sich gegenseitig beschuldigen, die Regeln nicht einzuhalten. Dieses Konfliktpotenzial und die ständige Panik könnten die Flugsicherheit gefährden. Airlines seien deshalb angehalten, diesem Risiko Rechnung zu tragen.

Was sagen die Experten dazu? Christoph Regli, Studiengangleiter Aviatik an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften begrüsst es, dass die EASA auf diese Gefahren hinweist: «Die Mitarbeiter müssen darauf vorbereitet werden, wenn der Flugbetrieb nun wieder aufgenommen wird», und gibt zu bedenken, «solche Situationen an Bord können schnell gefährlich werden, weil die Kabine kaum Ausweichmöglichkeiten bietet.» Mit dem Virus ist ein neues Phänomen in unser Leben getreten, das in der Vergangenheit des öfteren zu beobachten ist: rüpelhaftes und gewalttätiges Verhalten von Personen.

Der Engadin-Knatsch geht in die nächste Runde

Von wem und vor allem wie soll sich St. Moritz künftig vermarkten? Darüber scheiden sich die Geister und noch immer herrscht Ungewissheit. Vorletzte Woche scheiterte der ehemalige Novartis-Manager Felix Ehrat und Breitling-CEO Georges Kern am Versuch, die die Engadin St. Moritz Tourismus AG personell und strategisch umzukrempeln. Ökologisch, jung und digital hätte die Region in Zukunft sein sollen - denn schicke Autos und Pelzmäntel sind irgendwann nicht mehr angesagt; die Schönheit der Natur soll in den Fokus rücken. Doch die lokalen Wirtschafts- und Interessenverbände setzten sich durch. Zum Präsidenten ernannt wurde Kurt Bobst, ein Manager aus der Bündner Strombranche.

Diese Umstände holen nun den Immobilienunternehmer Leandro A. Testa auf den Plan, der in einem Brief an die zwölf Gemeinderäte, welcher dem «Sonntagsblick» vorliegt, seinen Frust ablässt. Er klagt, dass die ESTM AG überschuldet sei und saniert werden müsse - aktuell beschäftige sich das Unternehmen aber nur mit Streitereien rund um Macht, Einfluss und Egos. «Die bisherigen Strategien und Taktiken in Bezug auf die Gestaltung des ESTM AG sind gescheitert», hält er weiter fest. Testa wünsche sich, dass der Betrieb in eine Organisation für St. Moritz und eine weitere für den Rest des Tals aufgeteilt werde, um den Zielkonflikt zu lösen, so die Zeitung weiter. Die Umstände haben nun das Interesse einer weiteren Persönlichkeit geweckt: Jetsetterin Vera Dillier hat ihre Kandidatur für den St. Moritzer Gemeinderat eingereicht.

Die Rega war «out of order»

Die vierte Swisscom-Panne in diesem Jahr hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Zwar waren die Notrufdienste am vergangenen Dienstag (26. Mai) nach Angaben der Swisscom dieses Mal nicht betroffen, aber das stimmt nicht ganz: Die Leitung der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) war während drei Stunden und fünf Minuten - von 11.50 bis 14.55 Uhr - tot. Das berichtet die «Sonntagszeitung». Zwar war der Rettungsdienst über die Notfall-App durchgehend erreichbar, jedoch wird die Rega von einem Drittel der Menschen in Not per Handy oder Festnetz kontaktiert. Das Unternehmen betrachtet den Vorfall deswegen als gravierend.

Anders als Feuerwehr, Polizei oder Notruf hat die Rega eine vierstellige und nicht dreistellige Rufnummer - dies mache vor allem in Störungsfällen einen Unterschied. Die Swisscom stellt bei dreistelligen Rufnummern neuerdings mittels dynamischen Leitweglenkung die Erreichbarkeit sicher, dies gilt aber nicht für die Rega. Das Unternehmen habe bereits in der Vergangenheit erfolglos versucht beim Bundesamt für Kommunikation denselben Status wie andere Blaulicht-Organisationen zu erhalten. Vielleicht gelingt dies nun.

Ist das Festival-Verbot übertrieben?

Der pensionierte Immunologe Beda Stadler übt in einem Interview mit der «Sonntagszeitung» Kritik am Bundesrat: Er findet die in dieser Woche beschlossenen Lockerungen «widersprüchlich und strategielos» - man hätte unter den jetzigen Umständen und Erkenntnissen Grossveranstaltungen wie Open Airs und Sportveranstaltungen im Freien unter gewissen Auflagen und mit Wahrung des Social Distancing zumindest teilweise erlauben können. Die Ansteckungsgefahr sei draussen gleich Null.

Abstecher zum Flughafen Dübendorf

Der «Sonnatgsblick» hat heute eine besondere Verlosung parat: Mit etwas Glück können Aviatik-Fans einen Ausflug zu den parkierten Swiss und Edelweiss Flugzeugen am Militärflugplatz in Dübendorf gewinnen. Mit dem Bus geht es zum Airport, wo nach dem Rundgang spektakuläre Selfies geschossen werden können.

Einmal um die Schweiz - im Postauto

Tis Meyer hat eine besondere Reise hinter sich, wie eine Reportage der «Schweiz am Wochenende» festhält. Der Mann hat die Schweiz innert 42 Tagen umrundet. Alle Strecken hat er mit dem Postauto zurückgelegt und manchmal auch zu Fuss - wenn es nicht anders ging, um die nächste Haltestelle zu erreichen. Unterwegs sind ihm nicht nur spektakuläre Schluchten begegnet sondern auch saftige Wiesen, alte Steinhäuser und malerische Täler. Haben Sie ihre Ferien schon geplant? Vielleicht ist dieses Abenteuer ja auch etwas für Sie.

Zu Besuch im Seebachtal

In der heutigen Ausgabe der «Sonntagszeitung» ist auf den Reiseseiten ein Ausflugstipp in das thurgauische Seebachtal zu finden. Der Autor schwärmt von der unberührten Natur, die unter nationalem Schutz steht. Neben Baden im Hüttwiler-, Nussbaumer- und Hasensee lässt es sich in der Umgebung auch wunderbar Eisvögel beobachten und über den Seerücken wandern.

(NWI)