Tourismuswelt

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Der Stillstand und mögliche Umbruch der Reisewelt beschäftigt unsere Leserinnen und Leser. Bild: Adobe Stock

Das sagt unsere Leserschaft zur Diskussion um eine Einheitsstimme

Die Reisewelt spielt verrückt. Viele kontroverse Themen beschäftigen derzeit unsere Leserschaft. Hier ein Überblick – mit dem neusten Kommentar von Konrad Kölbl.

(10.07.) Mut zur Einheitsstimme

Das (Still-)schweigen der Lämmer… Mit pointierten Worten hat Kurt Eberhard Klarheit geschaffen und der Reisebranche Mut, vielleicht Hoffnung und Zuversicht auf den Weg zu einer Einheitsstimme geschenkt. Es tut vielen gut, solches zu lesen.

Ja, es gibt sie noch, die Menschen, die offen und ideenreich die Krise packen zu wissen. Verbände, Organisationen, Einkaufsgemeinschaften, Gruppierungen und vor allem Frauen müssen eine Einheit bilden. Wir müssen lernen, über zwischenmenschliche Differenzen hinaus zu denken und zu handeln.

Wenn SRV/STAR/TPA ihre vorhandenen Stärken (man spricht ja von einer «Task-FORCE») gezielter einsetzen würden, würden die Ziele eventuell schneller und effizienter erreicht. Dank seines enormen Einsatzes hat André Lüthi für die Branche in Bundesbern sehr viel erreichen können. Dies wird ihm branchenweit hoch angerechnet. Sonja Laborde als TPA-Präsidentin aus dem Waadtland hätte bei Gesprächen mit BR Parmelin bestimmt sehr gute Karten. Bonus des gleichen Kantons, der gleichen Kultur. Braucht die «Task-Force» Strategen, um die vorhandenen Kräfte gezielter einzusetzen?

Es herrscht bekannterweise in Richtung Basis das vom SECO verordnete «Stillschweigen». Letzteres kommt so an, dass sich die Basis sich nach wie vor wie eine Schafherde zu verhalten hat. Meines Wissens stärkt es das Wohlbefinden jedes Menschen, wenn ihm Anrecht auf Gehör, Austausch, Offenheit, Klarheit geschenkt werden. Der Spruch «Hilfe kommt» ist nur glaubwürdig, wenn man weiss wann und wie diese Hilfe kommt. Sogar der Grund dieses Stillschweigens ist per se nicht bis zur Basis gedrungen. Ist es einem SECO und einer «Task-Force» eigentlich bewusst, dass ein Informationsstopp zu Unsicherheit, Misstrauen, Resignation führen kann? Das Wesentliche gezielt und präzis zu kommunizieren wäre doch wohl von Nöten – denn aus Fehlinformationen wie anlässlich der Frohbotschaft betreffend der KAE vom 01.07. entstehen nur Enttäuschungen.

(19.06.) Partnerschaft funktioniert anders

Der Ankündigung der Lufthansa-Gruppe (LHG), nur via NDC ihre Rückflugarantie anzubieten, kann ich als langjährige Touristikerin nichts Positives abgewinnen. Besonders stossend finde ich die Ausrede, dass dies dort einfacher umzusetzen war. Auf allen Kanälen dieselben Rules wäre doch noch einfacher, oder nicht? Dass es geht, macht Hahn Air vor, beim Plating-Carrier HR ist eine Insolvenzversicherung eingeschlossen. Man könnte auch eine «Waiver Rule» umsetzen, daher finde ich die Aussage der LHG, es sei der einfachste Weg, relativ einfach gemacht. Dadurch, dass die Rule in der ganzen DACH-Region gleichzeitig eingeführt wird, ist dies ganz klar ein Angriff gegen die Reisebüros - man will um jeden Preis NDC fördern, ein Weg, der für viele Reisebüros extrem umständlich ist. Egal ob via Broker oder ihre Homepage, der Einstieg dauert lange und ist mühsam. Ist im GDS eine Buchung innerhalb von 30 Sekunden abgeschlossen, dauert das mit NDC um einiges länger. Bezahlt die LHG diesen Aufwand? Was für ein Leisure-Büro mit ein paar Flugbuchungen pro Tag noch irgendwie machbar ist, geht bei einem Geschäftsreisebüro eher weniger. Fraglich ist auch: Nutzt die Airline nicht ihre marktbeherrschende Stellung aus? Eine Frage, die definitiv sich mal die WEKO ansehen sollte. Fakt ist: 67% alle Passagiere ab Zürich waren 2019 von der LHG, nächster Platz geht an Easyjet mit 3%, sprich die Lufthansa hat 22 mal mehr Passagiere ab Zürich wie die Nr. 2 auf dem Platz. (Betrachtet man das Volumen der Star Alliance, wird der Anteil gleich noch höher). Interessanter Fakt ist, dass sogar der Verband Internet Reisevertrieb, also der Verband der Online-Reisebüros, die LHG zur Nachbesserung aufruft. Das sollte jedem Touristiker zu denken geben.

Liebe Lufthansa Gruppe, ich gebe Euch gerne ein Beispiel dafür, wie eine Partnerschaft funktioniert: Ruft doch mal bei anderen Airlines, z.B. American Airlines, an und fragt nach. Die erledigen schnell die Refunds, arbeiten mit uns auf Augenhöhe und kommunizieren offen und ehrlich. Mir fehlt der Partnerschaftsgedanke in der Zusammenarbeit mit Euch seit Jahren. Seit Corona erst recht, dabei werden Refunds zugunsten von Onlinekunden gegenüber jenen zugunsten von Reisebüros bevorzugt. Eure Callcenter sind bei Problemen für Kunden nicht wirklich da und wenn, dann fehlt es oft am Wissen.

Ich bin als Inhaberin eines Facebook/WhatsApp-Reisebüros nicht gegen Neuerungen oder gegen das Internet, im Gegenteil, wir müssen ein gutes Miteinander von Online mit Offline finden. Aber mitten in der grössten Krise eine solche Ankündigung eines angeblichen Partners zeugt für mich, dass man das Wort Partnerschaft nicht verstanden hat. Ich fordere die Lufthansa Gruppe auf, dass die Rückfluggarantie auf sämtlichen buchbaren Kanälen per sofort gilt. Ich träume davon, dass die Lufthansa Gruppe das Wort Partnerschaft endlich wieder im korrekten Kontext nutzt.

Barbara Wohlfarth, Reiserezept GmbH, Affoltern am Albis

(18.06.) Kopf in den Sand stecken liegt nicht drin

Nachgang zum Aufschrei (wieder einmal!) unserer Branche in Bezug auf die Ankündigung der Lufthansa Group, via NDC-Kanal eine Rückfluggarantie zu bieten und mittels «Sorglospaket» den Markt zu beleben... First of all: Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der das Glas halb voll und eben nicht halb leer sieht. Ein Facebook-Post von Barbara Wohlfarth über den erwähnten Sachverhalt [dass die Rückfluggarantie eben nur über NDC-Kanäle buchbar ist, Anm.d.Red.] hat wieder einen riesen Aufschrei verursacht. Ob zu recht oder nicht, das werden wir schon bald sehen. «WEKO einschalten», «Jetzt längts de!», «Bin nicht mehr motiviert», «Ich mag nicht mehr!“ - so ertönte der Aufschrei in den Sozialen Medien.

Haaalt liebe Kolleginnen und Kollegen! Entschuldigung wenn ich dies jetzt so in aller Deutlichkeit schreibe, aber in einer solchen Krise, in der wir notabene alle stecken, bringt uns diese Frustbewältigung nicht wirklich weiter, ja die Verunsicherung und Wut steigt nur weiter an. NDC gibt es übrigens, mit Vorbehalt, seit 2018. Auch wenn ihr das jetzt nicht gerne hört, aber die Airlines oder welches touristische Unternehmen auch immer, muss und will sich in dieser besonderen Situation, in der unsere Branche steckt, nicht nur den Allerwertesten retten, sondern muss mit innovativen Ideen auch den Markt wieder beleben. Ist doch deren gutes Recht, wir sollten dies ja auch tun. Das kann alles auch zu unserem Vorteil sein, wir müssen solche Ideen nur zulassen und auch eine Chance darin sehen!

Vielleicht wissen es ja nicht alle, aber wenn wir via Aircruiser (z.B. TUI Flight Center) unsere Buchungen tätigen, dann kommen wir sehr wohl auch in den Genuss dieses Vorteils. Unser eigenes GDS bleibt dann zwar aussen vor, aber die Vor- und Nachteile muss jeder einzelne Unternehmer für sich selber beantworten. Eine Info in diesem ganzen Sachverhalt sollte zeitnah von unseren Partnern an die Reisebüros verschickt werden.

Fazit: Kopf in den Sand stecken liegt nicht drin. «Beissen» und unsere Chancen sehen und sie auch packen hingegen schon. Ich bin sicher, diese Krise wird uns noch mehr abverlangen, als wir es uns im Moment vorstellen können. Online vs. Offline wird uns noch mehr in Atem halten und dann wird es wieder einen Aufschrei geben. Man kann (fast) alles lösen, man muss nur wollen und nicht in allem und jedem Steine auf dem Weg zur Besserung sehen.

Martin Fiedler, Zentrum Reisen, Mels SG

(17.06.) Kurzarbeitsentschädigung (KAE) weiterführen - Erwerbsersatz für direkt und indirekt betroffene Selbstständigerwerbende weiterführen

Der Bundesrat hat am Mittwoch 20. Mai 2020 eine Zusatzfinanzierung der Arbeitslosenversicherung von 14,2 Milliarden Franken beschlossen. Zudem hat er entschieden, schrittweise aus den COVID-Massnahmen der ALV auszusteigen. Die notrechtlich verordneten Massnahmen wurden in Abstimmung mit den Lockerungsetappen zur Öffnung der Wirtschaft schrittweise aufgehoben. Konkret entfiel somit der Anspruch auf KAE per Ende Mai für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, für mitarbeitende Ehegatten oder eingetragene Partner und Partnerinnen sowie für Lernende (im Vordergrund stand hier eine möglichst rasche Fortsetzung der Ausbildung). Weiter wurde auch die Voranmeldefrist wieder eingeführt.

Dieser Bundesratsentscheid erwies sich fürs Parlament als «taktisches Kuckucksei», denn zeitlich reichte es wohl kaum, eine im Nachhinein eingereichte Motion innert nützlicher Frist zu behandeln (14 Tage). Weil die Motionen erst 26. Mai eingereicht wurden und die Sommersession am 2. Juni begann, entschied der Bundesrat, diese erst in der Herbstsession zu behandeln. «Hilfe kommt» vs. «Aufschiebung in die Herbstsession» ist meines Erachtens ein Verstoss des Bundesrates gegen Treu und Glauben.

Dagegen wehrte sich nun SP-NR Cédric Wermuth: Am Montagabend fand sein Ordnungsantrag, die Motionen noch diese Woche zu behandeln, eine knappe Mehrheit 93:91 Stimmen und 8 Enthaltungen). Am Dienstagmorgen dann die Kehrtwende: Der Antrag von FDP-NR Kurt Fluri, Wermuths Antrag rückgängig zu machen und doch erst im Herbst über die Motionen zu entscheiden, fand ebenfalls eine knappe Zustimmung (93:89 Stimmen und 12 Enthaltungen). Darauf folgen nun «Schuldzuweisungen» an den Grünen NR Balthasar Glättli, welcher über Nacht das Lager wechselte. Alle 3 Parlamentarier mögen faktisch recht haben. Für Jurist Fluri wäre es eine Verletzung des Artikels 121 Absatz 1 des Parlamentsgesetzes und Glättli vertritt die Meinung «Aber wenn wir als Parlament unser eigenes Recht verletzen, dann sägen wir an der Basis, am Fundament der Demokratie». Schlussendlich darf man sich überlegen, ob doch nicht NR Wermuths Argument, dass in der Corona-Krise manchmal auch einen Entscheid gefällt werden muss, bei dem noch nicht alle Rechtsgrundlagen geklärt sind, wohl auf ethischer, menschlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene besser dasteht.

Es ist für ca. 300’000 Menschen in diesem Land nun tragisch, dass die am 25.03. angekündigte Hilfe, nun «doch nicht kommt». Paragrafen und pingeliges Politisieren stehen auch in einer beispiellosen Krise noch vor der Rettung von tausenden KMU. Im Nationalrat sitzen somit mindestens 93 Personen (die «Meinungsabstinenten» könnten auch dazu gezählt werden), denen die katastrophale Lage vieler Mitmenschen gleichgültig ist.

Koni Kölbl, Travel-Solutions GmbH, Bern

(9. Juni) Keine Lust auf Maskenpflicht im Flugzeug

Meine Flugreisen sind zum Vergnügen. Deshalb bei Maskenzwang im Flugzeug, am Abflug- oder Ankunftsflughafen verzichte ich auf die Reise und bleibe zuhause. Bis November 2020 habe ich mal vorsorglich alle Buchungen storniert.

Dietrich Imhof

(29. Mai) Was macht Swiss mit den Kunden?

Weshalb geben wir als Steuerzahler der Schweiz für die Swiss Geld aus? Was sich Swiss derzeit leistet, findet keine Unterstützung!

a) Für einen Flug, welcher im März 2020 nicht ausgeführt wurde, bekamen wir das Geld noch nicht zurück. Keine Reaktion der Swiss auf den Rückforderungsantrag. Die Büros / der Schalter am Paradeplatz in Zürich sind/ist geschlossen. Auf der Hotline kommt man nicht durch … Eine E-Mail kann man nicht senden.

b) Am 15. Mai bestätigte uns Swiss einen Flug für Anfang Juni nach Stockholm. Das E-Ticket wurde ausgestellt. Heute am 29. Mai 2020, also nur 14 Tage später kam eine Standard-E-Mail: «Aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Situation wird SWISS das Flugangebot weiter anpassen und noch weitere Flugstreichungen vornehmen müssen. Es tut uns sehr leid, dass davon heute auch Ihr Flug betroffen ist.» Flug nach Stockholm: Cancelled! Es wurde uns keine konkrete Alternative angeboten. Es wurde nur auf die «grosszügigen» Covid 19 Umbuchungsmöglichkeiten verwiesen.

Muss man sich als Kunde dies wirklich gefallen lassen?

Kurt Zollinger, Meilen

(27. Mai) Kommunikation der Airlines muss sich verbessern

Was die Kundenkommunikation mit Swiss, Lufthansa oder Miles & More angeht, muss dringend in Qualität investiert werden. Warum gehen Umbuchungen nicht kundenfreundlich via Email? Gerade für Umbuchungen die nicht gerade dringend sind. Ruft man an, lässt die Qualität zu wünschen übrig. Entweder rauschen, wiederhallende Stimmen, langes Warten, ständige Besetztzeichen oder man verliert gar den Anrufer aus der Leitung.

Und das alles im Jahr 2020. Wenn so viele Swiss-Angestellte auf Kurzarbeit sind, warum holt man dann nicht 100 oder 200 rein und lässt sie für Kunden umbuchen? Alles schön via Email und kundenfreundlich. Für Passagiere die nicht gerade HON Circle oder First Class fliegen, entspricht das Flugerlebnis von heute nicht mehr der Qualität die man eigentlich erwarten dürfte.

Alexander B. Stare, Country Manager Switzerland, airborne International AG

(25. Mai) Ärger über die Swiss

René Blum von Parade Reisen lässt in den Reisebüro-Alltag und die Zusammenarbeit mit der Swiss blicken:

Hier schildere ich eine Begebenheit, die mich masslos ärgert und die mich am gesunden Menschenverstand der Airline-Verantwortlichen zweifeln lässt. Es handelt sich um eine Swiss-Edelweiss-Buchung und um Flüge am 5. Juni von Zürich nach Mykonos und am 14. Juni von Santorini nach Zürich. Dazu gebucht bei TUI Suisse: 7 Nächte auf Mykonos, bei DERTOUR: 2 Nächte auf Santorini.

Beide Veranstalter haben aufgrund der Situation in Griechenland – Oeffnung für Tourismus läuft erst an – die Hotels proaktiv kostenlos annulliert.

Auf Travelnews nachzulesen:
Griechenland: Grundsätzlich ist Schweizern die Einreise in Griechenland erlaubt; allerdings muss man die Behörden über den Aufenthaltsort informieren und sich in 14-tägige Quarantäne begeben. Wer längere Zeit bleiben will und sich innerhalb des Landes nicht gross bewegt, kann also gehen. Im Juni soll das öffentliche Leben in Griechenland relativ breit wieder hochgefahren werden; die Behörden hoffen, dass der Tourismus ab Juli und damit noch in der Sommersaison wieder starten kann.

Aber SWISS/EDW stellen da auf stur – wie teile ich den Kunden nun mit – keine Hotels mehr reserviert – aber fliegen sollten sie, da EDW vor hat, den Flug durchzuführen ! Wohlverstanden – das wäre in 14 Tagen…

OK – sie bieten die Umbuchung an – aber da diese Kunden für Sep/Okt ihre Hochzeitsreise Kenya/Tanzania gebucht haben – wohlverstanden auch mit LX - und im Jul/Aug keine Ferien nehmen können, da wird es schwierig, umzubuchen…

Das ist so in etwa das tagtägliche Dilemma, in dem wir zurzeit leben – den Kunden gerecht zu werden und die Sturheit der Airlines hinzunehmen…

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass LX/EDW ihre Flieger so rasch wie möglich in der Luft zu haben – aber die Kunden fast dazu zu zwingen, in GR in Quarantäne zu gehen ist auch nicht die feine Art. Zudem sollten mir die LX/EDW mal erklären, wie sich die Kunden von Mykonos nach Santorini begeben sollen, wenn sie in Quarantäne bleiben sollten…

Meine Meinung:

  • Generell scheint es, als hätten die meisten Airlines – und die LHGroup im Besonderen – vor lauter Zahlen/Statistiken/Analysen das Wesentliche aus den Augen verloren – nämlich den Kunden!
  • Die Airlines haben sich so weit vom Kunden und dem ganzen Geschäft das da dranhängt entfernt, dass es echt beängstigen ist!
  • Da kann der BAR Präsident Jürg Müller – den ich persönlich gut mag – noch so sagen, Airlines und Reisebüros müssen sich zusammenraufen – ich sehe zurzeit seitens Airlines kaum Willen, auf die Bedürfnisse der Reisebüros und deren Kunden einzugehen. Dass sich die LHGroup erst vor Kurzem auf die Lösung von Umbuchungen bis Ende 2021 hat durchringen können zeigt dies schonungslos auf.
  • Es geht zurzeit scheinbar nur darum, die eigene Haut zu retten und den Reisebüros quasi «den Stecker» zu ziehen – über die Refund Situation muss ich nix mehr schreiben, da ist ja schon genug darüber geschrieben worden. In Krisenzeiten zeigt sich der Egoismus gewisser Kreise/Branchen/Menschen !

(23. Mai) Umbuchungsmöglichkeiten bis Ende 2021 als Vorteil darzustellen, ist dreist

Ronald Stäuble von der Ryffel AG nimmt Stellung zum Interview mit Swiss-CCO Tamur Goudarzi Pour:

Herr Goudarzi Pour attestiert den Reisebüros aufgekommene Emotionen bezüglich Rückvergütungen. Fakt ist, dass Swiss mit der gezielten Verzögerung von Rückerstattungen den Reisebüros viel Mehrarbeit beschert, die wie «gewohnt» kostenlos zu erbringen ist. Aber vielleicht meint er Emotionen nicht im Sinn von Affekt oder Aufregung, sondern im Sinn von Leidenschaft?

Umbuchungsmöglichkeit bis Ende 2021 als Vorteil für die Reisebüros, mit dem Argument mehr Flexibilität, darzustellen, ist dreist, denn auch das bedeutet Mehrarbeit für die Reisebüros, spätestens dann, wenn man dem Kunden erklären muss, dass ein höherer Flugpreis zu bezahlen ist. Und warum ein höherer Flugpreis? Weil eine andere Saisonalität, weil Flug gut ausgelastet, weil Tarif nicht verfügbar…oder aber auch weil «unglücklicherweise» über GDS und nicht NDC gebucht?

Der CCO einer Fluggesellschaft spricht gerne von der gesamten Branche. Ich erlaube mir, von den Airlines zu sprechen. Mit der Sistierung der Refund-Funktion hat man einen simplen und automatisierten Prozess ausser Betrieb genommen, um diesen durch eine zeitintensive (manuelle) Abwicklung von Rückerstattungen zu ersetzen. Es bestätigt, dass für Fluggesellschaften der technologische Fortschritt nur dann wichtig ist, wenn für sie gerade passend und vor allem, wenn den eigenen Interessen dienend. Und da wird der Fokus immer auch bei NDC liegen.
Man kann ja gespannt sein, wie Swiss die «neue Welt» umsetzen wird. Mit uns? Für uns? Wohl kaum.

SWISS: Kunden und Partner werden laufend brüskiert (22. Mai)

Hat eigentlich SWISS keine/n Pressesprecher/in mehr? Waren das noch Zeiten als Frau Beatrice Tschanz sympathisch, emotional, sachlich und verständnisvoll kommunizierte. Heute erscheint SWISS nur noch arrogant und droht zwischen den Zeilen. Kunden und Partner werden laufend brüskiert


Manfred Spiess

(22. Mai) Absoluter Skandal!

Hans-Peter Brasser reagiert auf den Artikel «Für viele Reisebüro-Inhaber endet Kurzarbeit»:

Es ist ein absoluter Skandal und für die Schweiz unwürdig, dass Personen mit arbeitgeberähnlicher Stellung ab Juni keine KAE, nicht mal die 3320.- erhalten. Das AWA hat die KAE für 6 Monate verfügt und der BR setzt dies nun wieder aus. Ich werde auf dieser Verfügung bestehen! Alle betroffenen Personen, in der Reisebranche und ausserhalb, sollten der SVA etc. mitteilen, dass Sie ab sofort und in Zukunft für sich selber keine ALV-Beiträge mehr bezahlen werden und die über alle Jahre bereits einbezahlten mit Betreibungsandrohung zurückfordern.

(22. Mai) Mittelsitz blockieren für 100 Franken!

Beat Frey meldet sich mit einer Idee zur Airline-Diskussion:

Immer wieder höre ich: Ich fliege nicht in einer vollen Maschine, das ist mir zu gefährlich. Wenn ich Marketingleiter bei der Swiss oder Lufthansa Gruppe wäre, würde ich zum relaunch des Flugbetriebes eine Offerte für 3 Monate machen: Blockieren sie den Mittelsitz für sfr 100.- was Fr. 50.- pro Weg für ein Paar wäre. Gültig für alle Europa Flüge. Das mediale Echo wäre riesig. Die Auslastung wird anfänglich so oder so schlecht sein, also zusätzliches Einkommen ohne zusätzliche Kosten.

(22. Mai) Kurzarbeit ade!

Patrizia Tharin nimmt Stellung zu Roland Zellers Beitrag «Der Bundesrat diskriminiert KMU-Unternehmer»:

Treffend analysiert und auf den Punkt gebracht - DANKE!

Der Betrag von CHF 3320.00 ist effektiv lächerlich (zumal wir diesen ja nicht zu 100% erhalten). Oder nennen Sie mir einen Inhaber/Chef, der zu 100% ausfiel und sein Team/Geschäft im Stich liess? Gerade wir in der Reisebranche sind in der jetzigen Situation stark betroffen. Annullationen und Umbuchungen statt Neubuchungen trudeln seit Monaten ein - noch immer herrscht eine grosse Unsicherheit betreffend Reisen ins Ausland. Als 1-Frau/1-Mann Büro ohne Mitarbeiter muss die Arbeit trotzdem getan werden - vorallem die aufwendigen Rückhol-Aktionen, die zum Glück abgeschlossen sind aber auch die vielen Annullationen und Umbuchungen...., die Kunden beruhigen, beraten oder vertrösten, wenn die Annullationsversicherung doch nicht zahlt bei Annullationen mit Gebühren... uvm verlangt sehr viel von uns ab!

Nun hat auch diese Unterstützung gemäss Entscheid vom Mittwoch ein Ende - wir "Chefs" erhalten ab Ende Monat keinen Anspruch mehr! Kurzarbeit ade..... Obwohl 2 Tage vorher die Verlängerung vom Amt für Wirtschaft & Arbeit NEU bis Mitte September eingetroffen war (die Freude war von kurzer Dauer). Die notrechtlich verordneten Massnahmen werden in Abstimmung mit den Lockerungsetappen zur Öffnung der Wirtschaft schrittweise aufgehoben.

  • Für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie mitarbeitende Ehegatten oder eingetragene Partner und Partnerinnen entfällt der ausserordentliche Anspruch auf Kurzarbeit auf Ende Mai. Dies erfolgt im Gleichschritt mit der Aufhebung der COVID-Massnahmen für Erwerbsausfälle für direkt oder indirekt betroffene Selbständigerwerbende.

Da hat auch der Vorstoss des Nationalrates, diesen eh schon niedrigen Betrag auf mind. CHF 5000 zu erhöhen nicht gefruchtet.

(19. Mai) Geniales Video!

M. Power schaute sich das Emer-Video auf Travelnews an:

WOW, was für ein geniales und einzigartiges Video! Und dann noch die tolle Stimme von Emer, ist eine Wucht. Ich finde es toll und hat mich sehr berührt. Danke!

(12. Mai) Fragezeichen um Wizz Air

Markus K. aus Z. zum Artikel «Was ist bloss mit Wizz Air los?»:

Vor einigen Jahren war Wizz so klamm, dass sie nicht die Wartung ihrer Airbus-Flotte bezahlen konnte – zeitweise war gar Lufthansa Technik daher an der Airline beteiligt, als Gegenleistung zur Wartung. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Gewinne seitdem so sehr gesprudelt sind, dass Wizz Milliardengewinne macht. Woher kommt also das viele Geld für die ganzen Preiskämpfe und Investitionen in eine funkelnagelneue Flotte? Kommt das alles von Indigo Partners? Es wäre einmal spannend, das zu beleuchten und den wirklichen Gründen nachzugehen, warum Wizz Air eine solche Expansion bezahlen kann. Im Lead schreiben Sie: «bei Wizz Air dürfte etwas anders laufen». Warum scheint es besser zu laufen? Das wollen alle im Markt gerne wissen. Und niemand kann es wirklich beantworten.

(5. Mai) Zum Glück in Griechenland geblieben

Stefan Berli, in Griechenland lebender Schweizer, nimmt Stellung zum Artikel «Fürs Reisen braucht es künftig wohl einen Gesundheitspass»:

«Seit dem 5. März 2020 weile ich auf Kreta und bin stolz auf die Griechische (!) Regierung, die es meisterlich verstanden hat, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen; https://covid19.gov.gr/covi... ... die Zahlen sprechen für sich. Ich bin froh, den Entscheid für einen Verbleib auf der Insel getroffen zu haben und hier «abzuwettern», zumal mein Vertrauen in «Bundesbern» auf dem Tiefstpunkt angelangt ist. Auch die krisenerprobte Bevölkerung Griechenlands hat sich trotz den sehr drastischen Massnahmen kooperativ gezeigt, da sie genau weiss, was auf dem Spiel steht. Nun ist es wichtig, den Tourismus hier in Griechenland und gerade auch auf den weitestgehend verschonten Inseln wieder kräftig – aber mit allen notwendigen Vorsichtsmassnahmen – anzustossen. Bei uns auf Kreta gab es total 18 Infizierte, wobei seit mehr als drei Wochen kein neuer Fall dazugekommen ist. Die Inseln sind auf selektive Einreisebedingungen angewiesen und dürfen nicht in einen politischen Einheitstopf geworfen werden, wie dies der EU-Bequemlichkeit mit ihren lethargischen Politikern und Beamten wohl eher zusagen würde.»

(2. Mai) Vom eigenen Business getrieben?

Bernd Linnhoff, in Thailand lebender Journalist und sporadischer Autor auf travelnews.ch, äussert sich zum Text von Stephan Roemer: «In Asien kehr zunehmend Normalität zurück»:

«Es ist immer leicht, im Nachhinein zu urteilen. Doch ich habe mir diesen Text bereits am 5. März archiviert, am Tag des Erscheinens also, weil mich – in Chiang Mai lebend – einige Aussagen im Interview bereits damals irritierten. Ich kenne Herrn Roemer nicht, aber für einen langjährigen Asien-Experten waren Aussagen und Tenor («In Asien kehrt zunehmend Normalität zurück») im besten Fall fahrlässig oder vom eigenen Business getrieben.»

(1. Mai) «Sie sprechen mir aus der Seele»

Birgit Sleegers von Rhyner Travel zu André Lüthis Einwurf «Mit Jammern erreicht unsere <vergessene Branche> in Bern nichts!»:

«Herzlichen Dank, Herr Lüthi, für diese Worte in Travelnews – Sie sprechen mir aus der Seele. Ich finde auch, dass wir mit Ungeduld und Gejammer überhaupt nichts erreichen. Es nützt einzig sich mit den Politikern zu unterhalten, unsere Standpunkte zu erklären und hartnäckig zu bleiben. Zusammenhalten und weiterarbeiten. Etwas stolz bin ich aber schon, dass Viele die vorhandenen Kontakte nutzen und so versuchen Sie und die gesamte Branche zu unterstützen. Dies werde ich auch weiterhin machen. Vielen Dank für Ihre Hartnäckigkeit und die X-Stunden Arbeit für unsere Branche.»

(28. April) Nach Seco-Aussage haben wir Annullationen erhalten

Urs Tanner, Geschäftsführer von Holiday Partner AG, äussert sich zu den Aussagen des Secos, Auslandreisen aufs nächste Jahr zu verschieben, mit einem Schreiben an Eric Jakob (Seco):

«Es ist in diesen Tagen ernüchternd, feststellen zu müssen, dass in Bern die schwer geschädigte Outgoing Reisebranche der Schweiz inkl. allen Reiseveranstaltern, Carunternehmen und Reisebüros weitgehend ignoriert wird. Auch am «grossen Tourismusgipfel» des vergangenen Wochenendes war dieser wichtige Teil der Branche und damit auch Millionen von Schweizer, die eine Auslandreise planen, offenbar ungebeten. Dass nun auch noch ein Staatsangestellter vor laufender Kamera und versammeltem Volk hingeht und in diesem unübersichtlichen Umfeld die persönliche Empfehlung «Auslandreisen aufs nächste Jahr zu verschieben» abgibt, ist schlichtweg skandalös. Schon kurz nach dieser unfundiert getätigten Aussage erreichten uns erste Annullationen für Herbst und Winter 2020, welche sich auf diese «Empfehlung des Bundes» stützen.

Unabhängig ob Auslandreisen 2020 tatsächlich noch möglich sein werden oder nicht, entspricht diese salopp getätigte Einschätzung aus dem Mund eines ranghohen SECO Vertreters mehr oder weniger einer staatlich verordneten Auslands-Reisewarnung für das gesamte 2020. Dies wohlgemerkt weder auf Basis von Daten noch zu einem Zeitpunkt, wo eine seriöse Einschätzung für das ganze Reisejahr 2020 möglich wäre.

Wir können als Reiseveranstalter in diesem dynamischen Umfeld nicht erwarten, dass uns der Staat klare Antworten oder eine verbindliche Perspektive abgeben kann – es ist für alle ein Blindflug, der von vielen, auch nicht-schweizerischen Faktoren abhängig ist. Ein Lohnempfänger vom Volk hat aber gerade in diesen Tagen die Interessen sämtlicher Bürger und wirtschaftlicher Anspruchsgruppen zu vertreten anstatt diese mit persönlichen Meinungen zu verunsichern oder gar zu schädigen. Einschätzungen und Empfehlungen, die er kraft seines Amtes tätigt, müssen verbindlich, sorgfältig abgewogen und mit Daten unterlegt werden. Ich bitte Sie, dies an der nächsten Pressekonferenz entsprechend nachzuholen oder aber Ihre persönliche Einschätzung ins richtige Licht zu rücken.»

(28. April) Die Aussagen von Eric Jakob entsprechen «Rufmord»

Feedback von Béatrice Biner, Contemporary Travel, Dällikon, zum Beitrag «In dieser Sekunde erhalten Reisebüros einen Nackenschlag»:

Die Aussagen von Eric Jakob vom Seco sind unhaltbar. Es geht mir nicht ums Anprangern, aber so stehen lassen kann man das nicht. Und unschön ist es auch. Zudem ist es eine rein persönliche Einschätzung und Empfehlung von ihm – von wegen «Auslandreisen würde ich erst nächstes Jahr planen». Man könnte dies auch «Rufmord» nennen. Mich würde es wundern, was McDonalds machen würde, wenn er gesagt hätte: «Burger würde ich vor 2021 keine mehr essen».

(28. April) Thema Gutscheinlösung nicht klar subsumiert

Michael J. Kumor, Geschäftsführer ARTE – Agentur für Reisen, äussert sich zum Thema Gutscheine:

«Ich verfolge mit Interesse Eure Berichterstattung zur aktuellen Lage in der Schweiz. Genau wie in Deutschland, finde ich, dass das Thema Gutscheinlösung nicht klar subsumiert wird.

Es gibt sicher unterschiedliche Betrachtungsweisen, aber mir ist nicht klar, warum sich Reisebüros zum Beispiel gegen die Gutscheinlösung stellen. Wenn es um das Innenverhältnis zwischen Veranstalter und Reisebüro (= Provision) geht, ist das ein anderes Thema, als wenn der Veranstalter den Kunden (mit denen er ja einen Reisevertrag hat) über das Reisebüro einen Gutschein ausgibt.

Das betrifft die Liquidität des Reisebüros nicht! Die Liquidität der Veranstalter betrifft es massiv, ob Gutscheine herausgegeben werden oder bar zurückgezahlt werden muss.

Das Thema «entgangene Provision» ist ein ganz anderes und muss auf einer anderen Schiene zwischen den Veranstaltern und den Reisebüros geklärt werden. Es ist kompliziert, weil die Rechtsbeziehungen durch den Handelsstatus der Reisebüros nicht ganz einfach sind.»

(27. April) «Gescheitert» – das Scheitern als Chance zu einer Solidarisierung

Feedback von Koni Kölbl, Travel-Solutions GmbH Bern, auf den Artikel «Der SRV wendet sich mit einem Offenen Brief an den Bundesrat»:

Der SRV verkörpert zwar faktisch die Reisebranche, er wird seitens der Politik und des SECO nicht als Ganzes wahrgenommen. Die Interessen in Incoming- und Outgoing-Tourismus sind zwar dieselben, bei deren Vertretung hingegen, klaffen zwei Welten auseinander. Auf der einen Seite geht es um ca. 180'000 Arbeitsplätze, auf der anderen «nur» um ca. 10'000. Umsatzmässig sind die Unterschiede relativ minim. Aus finanzieller Hinsicht hingegen fliessen logischerweise durch den Incoming-Tourismus konsequentere Geldsummen in die Bundeskasse - sei es nur durch die MwSt. Wir sehen immer wieder, dass der SRV mit falschen Zahlen an «runden Tischen» mit Bundesrat und SECO auftritt. Auch im offenen Brief an den Bundesrat vom 23.04.2020 «im Namen unserer Branchenmitgliedern» stehen die Zahlen zu tief. Es ist die Rede von 650 Reisebüros und deren 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die gesamte Reisebranche umfasst effektiv noch ca. 1300 Büros (davon ca. 1000 an einem Fonds für Kundengeldabsicherung angeschlossen) und sie beschäftigt wie gesagt ca. 10000 Menschen. Ein Reisebüro welches als nicht Mitglied des SRV tätig ist, gehört genau gleich zur Reisebranche. In der Tat ist es so, dass die Reisebranche an keiner bedeutenden Dachorganisation angebunden ist, dass keine Lobbyisten sie im Parlament vertreten, dass sie an keine politischen Parteien zugehört oder dass keine Gewerkschaft oder dergleichen ihre Interessen vertritt.

Dem SRV erteilte das Bundesamt für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) am 05.03.20 einen «Korb». Wo stand an diesem Tag und wo steht noch heute die Solidarität eines «Schweiz Tourismus» als Passivmitglied des SRV bei Verhandlungen? Die Outgoing-Branche ist effektiv zu klein, zu unorganisiert und zu unsolidarisch. Zudem ist sie in dieser schwachen Position vulnerabel, unscheinbar unwichtig und unbedeutend. Ohnmacht – und wenn von Macht gesprochen wird, dann muss an Macht durch Solidarität gewonnen werden. Ja, gemeinsam sind wir stärker und es kann Mut zu Wut auslösen. Mit diesen Zeilen möchte ich in einem konstruktiven Sinne provozieren. Infolge des Scheiterns vs. Bundesrat Parmelin der vorletzten Woche, erlaube ich mir als aussenstehender Brancheninsider Fragen an den SRV zu stellen.

Der Fachpresse vom 17.04. konnte entnommen werden: «Als Vertreter eines Reiseunternehmens wurde André Lüthi von Globetrotter vom SECO als Berater angefragt, um das Verständnis für die spezifischen Themen der Reisebranche zu vertiefen. Er wird unterstützt von CEO Dany Gehrig und Rechtsanwältin Sophie Winkler.»

Diesbezüglich stehen Fragen offen: Warum in dieser Konstellation? Warum nicht mit Mitakteuren anderer Gruppierungen von unabhängigen Retailern? Wurde die Absage von Herrn Parmelin effektiv begründet? Und wenn nicht, warum wurde nicht nachgefragt? Hat der SRV Interesse an den restlichen 350 «nicht-Mitglieder-Reisebüros» und wenn «ja», inwiefern?

Unser Reisebüro hat sich vor 3 Jahren vom SRV aus politischen Gründen und noch zu «besseren Zeiten» verabschiedet. Im Nachhinein war dies ein Fehler, denn Mitsprache ist vielleicht besser als «Einsprache als Nicht-Mitglied». Glücklicherweise wurde 2020 durch Frau Natalie Dové eine Vertreterin der Retailer vs. der «Grossen» in den Vorstand miteinbezogen. Es stimmt, dass viele unabhängige Reisebüros aus verschiedensten Gründen entweder nicht, noch nicht oder nicht mehr Mitglied des SRV sind. Um deren Meinungen, Forderungen und Sorgen anzuhören und darauf einzugehen, muss mit allen Betroffenen eine Kommunikation oder ein Austausch stattfinden. Denn aus einer Krise entstehen immer Chancen. Vielleicht würde in einer neuen, vielfältigeren Lage auch Anderes herauswachsen können. Der SRV hat in den letzten Jahren gezeigt, dass er sich verändert hat. Dies bestimmt auch, weil er Abgänge zu verzeichnen hatte. Dass Airlines als Passivmitglieder aufgenommen werden ist vielen ein Dorn im Auge. Gerade viele von ihnen zeigen in der Corona-Krise ihr wahres Gesicht. Hand aufs Herz: So «systemrelevant im jetzigen System» ist keine einzige Airline – jede ist ersetzbar! Zwar fliesst durch sie Geld in die Kasse des SRV, sie stossen aber branchenweit auf Unverständnis und sogar auf Empörung. Grund genug für viele Reisebüros, sich von einer SRV-Mitgliedschaft zu distanzieren.

Es ist unbestritten möglich, dass der SRV jedes Reisebüro mit Kundengeldabsicherung automatisch als Mitglied aufnehmen könnte. Eventuell könnten demzufolge die Mitgliederbeiträge tiefer angesetzt und Passivmitgliedschaften sistiert werden.

Packen wir die Chance zur Veränderung, zum Wachstum, zur Restrukturierung des SRV, sodass er zu einem Dachverband hinwachsen kann. Suchen wir als «nicht-Mitglieder-Reisebüros» den Kontakt mit ihm, vernetzen wir uns, nutzen wir bestehende wichtige Kontakte zur Politwelt aus und stehen wir in einer Zeit des «social distancings» enger zusammen. Das Scheitern an den bisherigen Verhandlungen muss zu einer Solidarisierung führen – und Solidarisierung bildet eine Chance zur Politisierung unserer Branche. Vielleicht bieten provokative Anregungen in einer Krise Hand zu einer Veränderung.

(27. April) Träumereien ohne Bezug zur Realität

Kommentar von Roland Zeller, Tourismusunternehmer und Investor, auf den Fairunterwegs-Beitrag «Auf dass es nachher besser wird als Vorher»:

Linksgrüne Träumereien mit keinerlei Bezug zur Realität. Bedingungsloses Grundeinkommen, Finanztransaktion-Steuer und Digitalsteuer.... das lässt sich sicher jetzt locker in der Krise umsetzen! Der Text zeichnet eine heile (linksgrüne) Wunschwelt, liefert aber keinerlei konkreten Hilfen in der momentanen Krise.

(27. April) So tönt der Dialog zwischen Reisebüros und Swiss

Dass die Kommunikation zwischen Reisebüros und der Swiss derzeit mühsam ist, zeigt nachfolgendes Schreiben. Das Reisebüro wollte, nachdem sich die Kunden für einen Gutschein für die zwei Flugtickets Zürich-Miami-Miami entschieden hatten, noch eine Rückerstattung beantragen für die beiden Sitzplätze beim Notausgang (2 x 200 Franken). Darauf schrieb die Swiss:

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Es tut uns leid, dass der Flug annulliert werden musste. Für die entstandenen Unannehmlichkeiten bitte ich Sie im Namen von SWISS und ihren Kooperationspartnern um Entschuldigung. Ich bitte Sie um Ihr Verständnis, dass wir zurzeit aufgrund der sehr hohen Anzahl an Anfragen auf keinem unserer Kanäle in der Lage sind, Rückerstattungen kurzfristig zu bearbeiten. Erstattungen bleiben jedoch weiterhin möglich. Aufgrund der aktuellen Situation können diese leider nicht in den sonst üblichen Fristen bearbeitet werden, da sich unser Service momentan auf dringende Umbuchungen und die Koordinierung von Rückkehrflügen konzentriert. Falls Ihnen eine zeitnahe Lösung wichtig ist, können unsere gemeinsamen Kunden stattdessen von unseren Spezialregeln profitieren und Ihren Flug auf einen späteren Zeitpunkt umbuchen und die Sitzplatzreservierungen dann nutzen. Ich bitte Sie um Ihr Verständnis in dieser herausfordernden Zeit.

(24. April) Die Leute haben Angst, dass es teurer ist im Reisebüro

Replik von Béatrice Biner, Contemporary Travel, Dällikon auf den Einwurf von Fredi Gmür «Ich vermisse das Engadin-Plakat im Reisebüro-Schaufenster»:

«Fredi Gmür hat recht, wir sollten unbedingt zusammenspannen der Incoming und Outgoing Tourismus. Hier läuft immer noch irgend etwas schief? Eines kann ich zumindest von mir aus sagen. Ich habe wenige Kunden, die Ferien in der Schweiz bei mir im Reisebüro buchen. Das machen sie meist direkt im Hotel oder via booking.com. Die Leute haben Angst, dass es teurer ist im Reisebüro und natürlich brauchen sie keine Unterstützung, da es ja sehr einfach ist im Vergleich zu einer Individual Reise Afrika, Asien etc..

Da ich 20 Jahre in Zermatt gelebt und gearbeitet habe und jetzt 60% in Dällikon in meinem Reisebüro arbeite und 40% in Zermatt (Homeoffice), bringe ich hin und wieder Kunden nach Zermatt. Aber erstens sind viele Hoteliers gar nicht interessiert, eine Buchung von einem Schweizer Reisebüro entgegenzunehmen, da sie die standardisierten Abläufe mit den OTA’s (Buchungsmaschinen) booking.com etc. vorziehen. Und daraus resultiert wohl dann auch die sehr kleine Kommission, da nicht wirklich ein Interesse an einer Zusammenarbeit besteht. So gesehen hat Herr Gmür nicht recht, wenn er sagt wir wollen die Schweiz nicht verkaufen. Wollen schon, aber die Nachfrage ist wohl eher das Thema. Und deshalb ist wahrscheinlich auch kein Bündnerland Plakat im Schaufenster.

Aber machen wir es besser in der Zukunft, die Krise ist da um zu lernen. Vielleicht ändert sich nun etwas diesbezüglich. Es wäre schön.»

(23. April) Nicht als Vorfinanzierungsmittel für den laufenden Betrieb

Leserbrief von Lorenz Probst, www.travelfox.ch, auf den Einwurf von Yvonne Walser Georgy, «Jetzt muss ein Systemwechsel her!»:

«Danke Yvonne! – bleibt zu hoffen, dass die Parlamentarier in Bern die Idee auch mitkriegen; Bundesgelder an die LH-Gruppe zu überweisen und uns (den Reisebüros bzw. den Endkunden) die Rückerstattung zu verweigern (bzw. mehr oder weniger geschickt zu verhindern!) geht wirklich zu weit. Mir gefällt der Gedanken von Zug-um-Zug gut; denn die Airline sollten durch uns überwiesene Gelder für die entsprechende Leistung nutzen... und nicht als Vorfinanzierungsmittel für den laufenden Betrieb. Im Reisebüro sind die Kundengelder wesentlich sicherer! Ich habe Christa Markwalder und Pirmin Bischof die Ideen zum Systemwechsel gesteckt, so haben «es» wenigstens zwei Parlamentarier schon mal gehört. Wäre toll, wenn jeder aus unserer Branche seine Parlamentarier auch mit Forderungen «versorgen» würde.

(21. April) Wer möchte jetzt zusammen mit vielen anderen Menschen im Flugzeug sitzen?

Kommentar von Pierre André Surbeck, ehemaliger Reiseleiter, zum Interview mit Pascal Wieser, Vögele Reisen, «Nur eine Minderheit wird ihr Reiseverhalten überdenken und ändern»:

«Das Interview mit Pascal Wieser musste ich zweimal lesen. Ich schätze ihn und Vögele Reisen sehr. Von meinen 530 Gruppenreisen als Reiseleiter habe ich 150 für die ehemalige Vögele Reisen bei TUI gemacht.

Was Sie über das Wunschdenken von Pascal Wieser schreiben ist doch ein Witz – oder? Diese Schönwetterparolen sind doch Träumerei, oder P.W. befindet sich auf einem Nebengeleise. Seine Prognosen sind offenbar auf einer völlig falschen Spur entstanden – oder? Die Realität sieht ja ganz anders aus. Über den Transportgesellschaften und den vielen Reisebüros kreist der Pleitegeier. Twerenbold und Vögele Reisen müssen doch hoffen, überhaupt lebendig aus der Krise herausgehen zu können. Die Airlines und Busgesellschaften und die ganze Hotellerie weltweit sind am Boden. Ein Wiederaufbau wird nicht auf Knopfdruck erfolgen, sondern es wird ein paar Jahre dauern. Während dessen andere Rückholmanöver organisieren und viele Menschen eine fast unerträgliche Knocharbeit verrichtet, um zu verhindern, dass noch mehr krank werden, und täglich über Virentracing und Test und Quarantäne geredet wird, plant P.W. seine Gruppenreisen?? Vor allem das Vögele Reisen Publikum auf Gruppenreisen, und das von Mittelthurgau auf Flusskreuzfahrten, meistens ein älteres Publikum, d.h. die Risikogruppe, wird wohl kaum Lust haben dieses Jahr auf Massenmeetings zu gehen.

Dieses Jahr wird fast niemand zum Flughafen eilen wollen und mit vielen Menschen zusammen die Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen - die nach der Krise sowieso noch zu einer Belästigung erweitert werden. Wer möchte jetzt zusammen mit vielen anderen Menschen im Flugzeug sitzen. Und nach der Ankunft im fremden Land die Einreiseformalitäten über sich ergehen lassen. Und dann in einem Land herumreisen, wo die Hygiene infrage gestellt ist, und und und Das ist die Realität. Die Folgeerscheinungen nach der Krise werden weitere Krisen hervorrufen. Trotzdem können wir hier in der Schweiz froh sein in the best country of the world leben zu dürfen. Wir befinden uns alle in einer schreklichen und schwierigen Situation. Man kann nur hoffen, dass der Spuk Weltuntergang bald vorbei ist.»

(TN)