Tourismuswelt

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Europa ist nach China der neue Coronavirus-Herd. Italien ist besonders betroffen. Bild: Martin Sanchez

Rückholaktion läuft – Fähre wird Spital – Kuba-Touristen eingeschlossen

Die Auswirkungen der Pandemie auf die Tourismuswelt sind enorm. Das sind die jüngsten Meldungen zu Absagen, Einschränkungen und Extraflügen.

750 von 17'000 Schweizern auf dem Weg zurück

Die grösste Rückholaktion aller Zeiten läuft. Rund 17'000 Schweizerinnen und Schweizer sind nach Angabe des Aussendepartements (EDA) nach wie vor im Ausland blockiert. Laut EDA-Krisenmanager Hans-Peter Lenz ist vor allem die Rückholung jener Touristen problematisch, die in abgelegenen Gebieten ausserhalb der Hauptstädte festsitzen.

Bereits am Sonntag startete ein Flugzeug nach San José in Costa Rica. Am Montagabend war ein Airbus A-340 der Airline Edelweiss Richtung Bogotà in Kolumbien unterwegs. Am Dienstag ist ein Flug nach Lima in Peru geplant. Die Rückholflüge sind vom Bund mitfinanziert. Insgesamt 750 Personen sollen so zurückgeholt werden. Innerhalb der nächsten beiden Wochen sollen sämtliche Kontinente angeflogen werden, sagte Lenz. Zudem werde der Rhythmus der Flüge erhöht.

Schauinsland streicht vorübergehend alle Reisen

Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Krise sagt Schauinsland-Reisen alle Trips bis 30. April ab. Die Reisen werden kostenlos storniert und die Kunden sowie Reisebüros in chronologischer Reihenfolge nach Reisedatum informiert.

Keine Costa-Cruises bis 30. April

Dei italienische Reederei Costa Crociere hat beschlossen, die Aussetzung ihrer Kreuzfahrten aufgrund der aktuellen Krise bis 30. April 2020 zu verlängern. Die Schiffe die derzeit noch unterwegs sind verkehren nur, um den Gästen das Aussteigen und die Rückkehr nach Hause zu ermöglichen. Alle Gäste, die im genannten Zeitraum eine Kreuzfahrt gebucht haben, werden in den nächsten Tagen von Costa Crociere über die aktuelle Entwicklung informiert.

Fähre mutiert zum Corona-Krankenhaus

Die italienische Fährgesellschaft GNV Fähren hat innert kurzer Zeit die «M/n Splendid» in ein Krankenhausschiff umgewandelt und es der Region Ligurien übergeben. Covid-19-Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen wurden, aber noch Hilfe benötigen, sowie Menschen, die in Quarantäne sein müssen, sollen auf dem Schiff eine gewisse Zeit in kontrollierten Strukturen verbringen, bevor sie nach Hause zurückkehren dürfen. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Italienischen Schiffklassifikationsgesellschaft «RINA» und der lokalen Gesundheitsbehörde «ASL» sowie der Abteilung für Katastrophenschutz. Zurzeit sind 25 Einzelkabinen verfügbar, die schrittweise auf 400 aufgestockt werden.

Eurowings reduziert Kapazitäten auf 10 Prozent

Die Low-Cost-Airline Eurowings reduziert ihre Flugkapazität aufrgund der weiter sinkenden Nachfrage nach Flugreisen ab dem 25. März weiter. Das angebotene Programm wird vorübergehend auf etwa zehn Prozent der bisherigen Kapazitäten reduziert. Die Flugstreichungen werden sukzessive in den Buchungssystemen umgesetzt und betroffene Fluggäste ab sofort über Änderungen und Umbuchungsmöglichkeiten informiert. Den Schwerpunkt setzt die Airline zurzeit auf Rückholer-Flüge in die wichtigsten Feriendestinationen. In der letzten Woche hat die Fluggesellschaft auf über 100 Flügen mehr als 20'000 Passagiere in ihre Heimat zurückgebracht. Darüber hinaus stellt Eurowings die Grundversorgung an den Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Köln/Bonn die Grundversorgung an innerdeutschen Verbindungen sicher. Aufgrund all der Einreiseverbote und Ausgangssperren werden die beiden Flugbetriebe Germanwings und Eurowings Europe, die im Auftrag von Eurowings fliegen, vorübergehend ihre Flugzeuge am Boden lassen und pausieren.

Easyjet im Minimal-Betrieb

Easyjet verkehrt momentan in einem Mini-Flugplan. Ab heute (24. März) gibt es nur noch einen Notflugplan, teilt die Airline mit. 90 Prozent der Kapazitäten bleiben wegen der Coronavirus-Auswirkungen am Boden.

Hauser Exkurisonen sagt alle Reisen ab

Der Slow-Trekkingreisen-Spezialist Hauser Reisen sagt alle Reisen bis zum 16. April 2020 ab. Betroffene Kunden werden individuell vom Veranstalter kontaktiert und sie haben die Möglichkeit, kostenlos umzubuchen und erhalten für den neuen Termin die Möglichkeit, bis 65 Tage vor Reiseantritt gratis zu stornieren. Darüber hinaus können alle Touren mit Abreise bis zum 15. Mai können kostenlos umgebucht werden. Alternativ bietet Hauser einen Wertgutschein mit unbegrenzter Gültigkeit an. Als Dankeschön gibt der Reiseanbieter hierbei ein Skonto von 3 Prozent. Sollte eine Umbuchung oder ein Gutschein dennoch nicht infrage kommen, erhalten Kunden ihr Geld zurück. Zurzeit wird mit Hochdruck daran gearbeitet, alle Gäste aus den Ferien zurückzuholen.

Bookingkit startet «Help-Talk»

Geschäftspartner von Bookingkit sowie Anbieter der Touren- und Aktivitätenbranche haben die Möglichkeit, am wöchentlichen «Help-Talk» von Bookingkit teilzunehmen. Dieser wird im Rahmen eines Webinars stattfinden und beinhaltet hilfreiche Ratschläge von Branchenexperten, um das Weiterbestehen in unsicheren Zeiten voranzutreiben. Dazu gehören beispielsweise Einblicke zur aktuellen Marktsituation und deren Entwicklung, Ratschläge zur Preisgestaltung und dem Umsatzerhalt in Krisenzeiten oder Tipps zum Umgang mit Massenstornierungen. Der nächste «Help Talk» findet am Donnerstag, 26. März statt, das deutsche Webinar beginnt  um 10 Uhr, das englischsprachige Webinar startet um 11 Uhr.

Kuba-Touristen müssen im Hotel bleiben

32'000 ausländische Gäste halten sich zurzeit auf Kuba auf. Ministerpräsident Manuel Marrero ordnet an, dass die Reisenden ihr Hotel nicht mehr verlassen dürfen, während sie auf ihre Rückführungsflüge warten. Die rund 9400 Touristen, die in Privatunterkünften wohnen, müssen in Hotels umziehen. Ausländer können die Insel weiter verlassen, ab Dienstag (24. März) aber nicht mehr einreisen. Die kubansichen Bürger dürfen vorübergehend nicht Ausreisen, weil zuletzt viele Kubaner in Länder gereist waren, die vom Coronavirus besonders betroffen seien, um dort Waren für den Verkauf in Kuba zu beschaffen.

Flughafen Bogotà wird zum Hotel

Der kolumbianische Flughafen El Dorado in der Hauptstadt Bogotà wird zum Hotel für gestrandete Touristen. Insgesamt 224 Betten sind bereitgestellt, damit sich Feriengäste aus Argentinien, Chile, Peru, Venezuela, Schweiz, Frankreich, Deutschland und Geschäftsreisende ausruhen können. Zahlreiche Menschen warten auf die immer knapperen Flüge, die sie in ihr Heimatland zurückbringen.

(NWI)