Tourismuswelt

face-mask-on-blue-background-3786153.jpg
Zu viele Coronavirus-Meldungen? Wir filtern und bringen das Wichtigste zusammengefasst. Bild: Anna Shvets

Erstes Airline-GroundingRunder Tisch ohne SRV – Einreise nach Israel erschwert

Das sind die jüngsten Meldungen im Zuge der Corona-Krise, mehrheitlich negativer Art – immerhin werden die ITB-Tickets nun zurückerstattet.

Israel setzt die Schweiz auf die Liste der Risikoländer, El Al verkündet Massnahmen

Israel hat die Einreisebestimmungen für alle ankommenden Gäste aus der Schweiz sowie aus Deutschland und Österreich verschärft. Die neuen Massnahmen dienen als Prävention und sollen dazu beitragen, eine globale Verbreitung des Erregers einzudämmen. Gäste, die bereits im Land sind oder heute (5. März) einreisen, können ihren Aufenthalt ganz normal geniessen.

Ab Freitag (6. März) tritt aber eine neue Anordnung des Innenministeriums in Kraft. Nach dieser wird allen ankommenden Passagieren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Einreise verweigert, es sei denn, sie können eine Möglichkeit häuslicher Quarantäne in Israel für 14 Tage nachweisen. Diese Isolierung darf kein Hotel sein. Es muss ich um eine abgeschlossene Wohneinheit (Ferienwohnung, Apartment, Ferienhaus o.ä.) handeln. Das schweizerische EDA hat die Reisehinweise entsprechend angepasst.

Touristen, die eine Flugverbindung mit einem Umstieg in den genannten Ländern hatten, können wie gewohnt nach Israel einreisen. Allgemein gelten folgende Verhaltensmassnahmen: Wer sich unwohl fühlt, soll sich direkt an Telefon 101 wenden. Hygienemassnahmen sind einzuhalten und überfüllte Orte sollten vermieden werden. An Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen soll nicht teilgenommen werden.

Die israelische Fluggesellschaft El Al hat wegen dem Nachfragerückgang soeben auch folgende Massnahmen verabschiedet:

• Gehaltskürzungen von 20 Prozent für den Verwaltungsrat und die Mitglieder der Geschäftsleitung von EL AL zum 1. März.
• Entlassung von 1000 Zeitarbeitskräften und Festangestellten.
• Aufforderung an die israelische Gewerkschaftsföderation Histadrut und den Arbeitnehmervertreter von EL AL, die Löhne der Arbeitnehmer mit höheren Löhnen unter den regulären Arbeitnehmern des Tarifvertrags um 20 Prozent zu senken.
• Aussetzung der Aufnahme neuer Mitarbeiter in das Unternehmen, bis sich die Situation ändert.
• Aktuelle Beseitigung aller nicht wesentlichen und nicht notwendigen Ausgaben.

Runder Tisch ohne SRV

Am heutigen Runden Tisch des Bundesamts für Wirtschaft, Bildung und Forschung sind die Hotelleriesuisse und die Gastrosuisse mit von der Partie. Wie der Schweizer Reise-Verband im Mitglieder-Newsletter konsterniert feststellt, sei in Bundesbern die Reisebranche im Outgoingbereich einmal mehr vergessen gegangen, obwohl sich der SRV um ein Einladung bemüht habe. Der SRV werde im Anschluss vom Staatssekretariat für Wirtschaft über mögliche Massnahmen informiert.

Dagegen findet ein Meeting vom SRV beim EDA und Bundesamt für Gesundheit (BAG) am nächsten Montag statt. Der SRV wird dabei seine Wünsche für die künftigen Reisehinweise anbringen, die zur Zeit im Coronavirus-Fokus stehen. Mit am Tisch wird unter anderen auch der Ombudsman der Schweizer Reisebranche Franco Muff sitzen.

ITB-Tickets werden rückerstattet

Die Messe Berlin hat entschieden, alle bereits gekauften ITB-Tickets zurückzuerstatten. Dabei gibt es drei Varianten:

  • Kreditkartenshop: Ticketbesteller, die Ihr Ticket im Schweizer Kreditkartenshop in Euro bestellt haben, müssen nichts weiter tun und erhalten innerhalb der nächsten vier Wochen ihren Betrag automatisch erstatten.
  • Auf Rechnung, per Banküberweisung: Ticketbesteller, die Tickets in CHF auf Rechnung erhalten haben, senden ihre Bankverbindung, insbesondere IBAN und Clearing Code für die Rückerstattung an Fair Team, Basel. Den Betrag wird innerhalb der nächsten 14 Tage zurückerstattet.
  • Rechnung noch nicht bezahlt: Schweizer Ticketbesteller, die Ihre Rechnung aktuell noch nicht bezahlt haben, können die Rechnung nun vernichten.

Überblick über dringliche juristische Fragen

Die auf juristische Fragen im Tourismus spezialisierte Zürcher Anwaltsfirma FlyingLawyers hat ein Papier publiziert, in welchem unter dem Titel «Coronavirus – was passiert nun mit meinen Reisen, Event-Ticktes und sonstigen Verträgen?» auf dringliche Fragen in Bezug auf Haftung, vertragliche Verpflichtungen und Pauschalreisegesetz im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise eingegangen wird. Das Papier ist unter diesem Link ersichtlich.

Rechtsanwältin Sophie Winkler hält gegenüber Travelnews fest, dass es sich beim vorliegenden Papier um eine generelle Bestandesaufnahme vom vergangenen Sonntag (1. März 2020) handelt und jederzeit Änderungen eintreten können bzw. bereits eingetreten sind, welche eine juristische Neubeurteilung nach sich ziehen, und auch dass die Handhabung der Fälle individuell beurteilt werden muss. Bei Rückfragen kann man sich an die Firma FlyingLawyers wenden.

Gratis-Stornierungen auch bei Hauser Exkursionen

Beim Trekkingveranstalter Hauser Exkursionen können Kunden ihre gebuchte Reise bis 65 Tage vor Antritt gratis stornieren oder umbuchen. Dies gilt ab sofort weltweit für alle Neubuchungen mit Termin in 2020. Eine weitere Angabe von Gründen durch den Kunden ist ausdrücklich nicht erforderlich. «Wir wollen unseren Kunden in Zeiten allgemeiner, mindestens gefühlter Verunsicherung auf diese Weise ein Höchstmass an sorgenfreier Planung ermöglichen», sagt Hauser-Vertriebsleiter Rafael Pohle.

Ein Recht auf kostenlose Umbuchung oder Stornierung für Reisen, die vor dem 3. März 2020 gebucht wurden, besteht nicht. Sollten allerdings aktuelle Warnungen oder Einschränkungen von offizieller und institutioneller Seite oder lokale Ereignisse wie die Sperrung unverzichtbarer Attraktionen die Reisedurchführung massgeblich einschränken, sagt Hauser Exkursionen betreffende Touren umgehend ab. Neben der Rückerstattung haben Kunden in diesem Fall die Möglichkeit zur Umbuchung auf einen Alternativtermin. Sämtliche Hauser-Reisen nach China sind bis Ende April 2020 abgesagt.

Erstes Grounding wegen dem Coronavirus

Die britische Regionalfluggesellschaft Flybe, welche bereits vor dem Ausbruch der Coronavirus-Krise mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, ist am Ende. Die Suche nach frischem Kapital hat nicht gefruchtet und der aktuelle Nachfragerückgang hat die Liquidität des Unternehmens dermassen belastet, dass Flybe Insolvenz angemeldet hat. Auf der Website von Flybe wird Passagieren geraten, sich nicht zum Flughafen zu begeben, ausser es sei bereits eine alternative Fluglösung gefunden. 2000 Arbeitsplätze gehen bei der in Exeter (GB) beheimateten Airline - immerhin die grösste Regionalfluggesellschaft Europas - verloren.

Airlines zeigen Kulanz bei Neubuchungen

Aufgrund der allgemeinen Unsicherheit ums Reisen, hervorgerufen durch das Coronavirus, hat sich United Airlines (UA) entschieden, für alle Neu-Buchungen vom 3.-31. März auf die Umbuchungsgebühr zu verzichten. Dies, um den Konsumenten eine gewisse Planungssicherheit zu geben. Die Regelung gilt für sämtliche Destinationen, Tarifklassen und Vertriebskanäle. Die Fare Rules sind entsprechend angepasst, die Reisebüros müssen also keinen Waiver-Code anbringen.

Auch bei den Nordamerika-Konkurrenten Delta Air Lines und American Airlines gelten ähnliche Bestimmungen. American Airlines verzichtet für Neubuchungen (aktuell bis zum 16. März) auf Umbuchungsgebühren, wenn man seinen Flug spätestens 14 Tage vor Abflug umbucht. Auf allen internationalen Flügen verzichtet Delta auf die Umbuchunggebühren bei Tickets, die bis zum 31. März 2020 ausgestellt werden.

Weitere Airlines (JetBlue, British Airways, Aegean, Air Malta und weitere) sind bereits nachgezogen. Im Zweifelsfall lohnt es sich, bei der entsprechenden Airline nach der aktuellsten Regelung zu fragen.

Erster Todesfall in der Schweiz

In der Schweiz ist in der Nacht auf Donnerstag erstmals ein Mensch wegen dem Coronavirus gestorben. Es handelt sich um eine 74-jährige Frau, sie lag seit dem 3. März im Unispital in Lausanne. Bei der Verstorbenen handle es sich um eine Person mit hohem Risiko, weil sie an einer chronischen Krankheit gelitten habe, teilte die Kantonspolizei Waadt mit.

Vermischte Meldungen

  • Der globale Luftfahrtverband IATA (International Air Transport Association) warnt davor, dass die Coronavirus-Krise in diesem Jahr die Airlines bis zu 113 Milliarden Dollar Umsatz kosten könnte. Die IATA hat zudem das diesjährige «World Cargo Symposium», welches vom 10.-12. März in Istanbul stattfinden sollte, abgesagt, weil es zahlreiche Absagen von Teilnehmern gegeben habe. Ein neuer Termin wurde noch nicht bekanntgegeben.
  • Airbus erwägt, die Produktion des A330neo herunterzufahren.
  • In Bethlehem bleiben sämtliche Kirchen und Moscheen für mindestens zwei Wochen geschlossen, nachdem im Wallfahrtsort im Palästinensischen Autonomiegebiet gleich neben Jerusalem ein erster Coronavirus-Fall bekannt wurde. Die Sorge ist gross, dass die Heiligen Stätten In Israel und Westjordanien während der Osterzeit, also in rund vier Wochen, geschlossen bleiben müssen.
  • Im Iran bleiben sämtliche Schulen bis mindestens 20. März geschlossen. Darüber hinaus wird der Verkehr zwischen einzelnen Städten auf ein Minimum begrenzt und an Kontrollposten überwacht.
  • Starbucks wird in ganz Nordamerika bis auf Weiteres Getränke nur noch in Einweg-Behältern servieren. Sprich: Der Kaffee wird vorläufig nicht mehr in wiederverwendbaren Tassen serviert. Und dabei dachten jetzt alle, dass die Coronavirus-Krise immerhin positiv für die Umwelt sei...

(JCR/GWA)