Tourismuswelt

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Hanna Rychener Kistler ist Direktorin der IST, Höhere Fachschule für Tourismus Zürich und Stiftungsrätin von Swiss Tourism Heritage.

Expert NQR sorgt für klare Positionierung der Höheren Fachschulen für Tourismus

Der Nationale Qualifikationsrahmen (NQR) positioniert Schweizer Berufsbildungsabschlüsse im nationalen und internationalen Kontext.

Der Bundesrat hat im Sommer 2010 die internationale Strategie des Bundes im Bereich Bildung, Forschung und Innovation verabschiedet. Ziel dieser Strategie ist, die Anerkennung und Vergleichbarkeit von Schweizer Berufsbildungsabschlüssen im internationalen Kontext sicherzustellen. Mittels eines Qualifikationsrahmens sollen die Abschlüsse auf verschiedenen Niveaus eingestuft werden und erhalten einen Diplomzusatz. Damit werden die berufliche Mobilität von Fach- und Führungskräften gefördert und die Berufsbildung gestärkt. Dies ist gerade in unserer Branche, wo die Mobilität sehr hoch ist und Arbeitsumfelder im internationalen Kontext gesucht und gefordert sind, von besonderer Wichtigkeit und Bedeutung.

„Welchen Wert hat ein eidgenössisches Diplom im Ausland?“ Oder auch umgekehrt: „Welche Kompetenzen bringen Absolventen aus einer Berufsakademie mit, die in Deutschland absolviert wurde?“ Für Absolventinnen und Absolventen wie auch für Personalabteilungen ist die Einstufung von Abschlüssen nicht immer ganz einfach. Transparenz und Vergleichbarkeit von erworbenen Qualifikationen die mit einem Bildungsabschluss bestätigt werden und die die „employability“ und damit die Fähigkeit zur Partizipation am Arbeits- und Berufsleben berücksichtigen, müssen dazu sichtbar gemacht werden.

Europäische und nationale Grundlagen

Der sogenannte „Kopenhagen-Prozess“ (eine europäische arbeitsmarktorientierte Strategie) verfolgt das Ziel, die länderübergreifende Transparenz von Berufsbildungssystemen zu verbessern, um so die berufliche Mobilität zu fördern. Dabei stellen die nationalen Qualifikationsrahmen verschiedener Länder (NQR) — zusammen mit dem von der EU verabschiedeten europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) — länderübergreifende Vergleichshilfe der Abschlüsse die Schlüsselinstrumente dar. Auf Fachhochschulstufe werden die Abschlüsse mit den international bekannten Bachelor- und Mastertiteln definiert.

In der Höheren Berufsbildung, welche den Bachelortitel nicht verleihen kann, obwohl das Abschlussniveau und die erworbenen Kompetenzen oft ebenso hoch ausfallen, muss die Erkennbarkeit und die Vergleichbarkeit anders ausgewiesen werden, was nun mit dem NQR geschieht.

Dieser NQR ist ein aus acht Niveaus bestehendes Raster. Jeder formale Berufsbildungsabschluss — so auch das Diplom der Höheren Fachschulen — wird künftig einem dieser acht Niveaus zugeteilt, wobei Niveau 6 – 8 als Bachelor-Level definiert sind. Hinzu kommt zu jedem Abschluss ein Diplomzusatz, dank dem Arbeitgebende die fachlichen Kompetenzen der Absolventinnen und Absolventen leichter einschätzen können. Diese Einstufungen treten ab Januar 2016 in Kraft.

Erfreulich ist, dass die Höheren Fachschulen für Tourismus und für Hotellerie zu den ersten HF’s gehören, welche die Einstufung erfolgreich durchlaufen haben und definitiv auf Niveau 6 eingestuft worden sind. Der Diplomabschluss HF darf somit als Äquivalent zum Bachelortitel ausgewiesen werden.

(Hanna Rychener)