Tourismuswelt

ReiseundPreise.jpg
In 80 Prozent der Fälle sind selber im Internet zusammengestellte Reisen teurer als wenn sie direkt bei einem Veranstalter gebucht werden. Bild: Reise & Preise

Selfmade-Reisen sind eben doch nicht günstiger

Ein Preisvergleich von zweiwöchigen Veranstalterreisen mit identischen, aber selber zusammengestellten Ferien kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Das Magazin «Reise & Preise» hat in der neuesten Ausgabe die Preise von zweiwöchigen Veranstalterreisen mit selbst zusammengestellten Ferien verglichen ‒ bei identischen Leistungen. Das überraschende Ergebnis: In 80 Prozent der Fälle war die über Veranstalter gebuchte Reise günstiger. Für den Test wurden Probebuchungen für insgesamt zehn Hotels der 3 bis 5–Sterne-Kategorie an besonders reizvollen Plätzen in Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und in der Türkei vorgenommen. Zunächst wurde der Preis des jeweils günstigsten Veranstalters ermittelt und anschliessend die Gesamtkosten für eine individuell gebuchte Reise mit identischen Reiseleistungen (selber Zeitraum, selbe Airline, selbe Zimmerkategorie und ggf. Transfer).

Der grösste Preisunterschied ergab sich im italienischen Badeort Tropea in Kalabrien, wo eine direkt beim Hotel und bei der Fluggesellschaft gebuchte Individualreise inkl. Halbpension pro Person 374 Euro teurer war als eine vergleichbare Pauschalreise. Ein gemeinsam reisendes Paar hätte in diesem Fall für eine zweiwöchige Reise mit 14 Übernachtungen 748 Euro gespart. Bei einem 3-Sterne-Boutiquehotel im malerischen Ferienort Naoussa auf der griechischen Insel Paros betrug der Preisunterschied inklusive Frühstück und Transfer für zwei Personen 552 Euro. In weiteren sechs Fällen lag die Ersparnis zwischen 192 und 410 Euro zugunsten der Veranstalterreise. Aber auch Pauschalreisende sind gut beraten, vor der Buchung die Preise für eine selbst organisierte Reise zu ermitteln. Das zeigen zwei Fälle in ansprechenden 4-Sterne-Hotels auf der Baleareninsel Menorca und im italienischen Sorrent, wo die Individualreise 134 bzw. 228 Euro unterm Strich günstiger gewesen wäre.

Billigflieger bieten extra Sparpotenzial

Zusätzliches Sparpotenzial ergibt sich immer dann, wenn die Strecke von mehreren Airlines angeboten wird. Individualreisende, die von einem Linienflug oder Ferienflieger auf einen Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet umsteigen, haben am Ende gute Chancen, günstiger davonzukommen.

Auffällig im Test war, dass bei Pauschalreisen der Transfer zum Hotel längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Insbesondere bei online gebuchten Reisen müssen Flugreisende die Fahrt zum Hotel immer öfter selbst organisieren oder einen Mietwagen nehmen.

(TN)