Tourismuswelt

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Sunday Press Neue App «Travel Admin» soll das Reisen erleichtern

Das EDA steht Schweizern im Ausland neuerdings auch digital bei. – Ein Favorit um die Nachfolge von SBB-CEO Andreas Meyer ist bekannt. –  TUI-Suisse-Chef Martin Wittwer bevorzugt grosse Reisebüros.

Um Reisenden oder im Ausland wohnenden Schweizern bei Problemen prompt beizustehen, hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) die neue App «Travel Admin» aufgeschaltet. Bundesrat Ignazio Cassis hat die kostenlose App am Samstag am Flughafen Zürich präsentiert, schreibt die «Sonntagszeitung»

Mit der neuen Reise-App «Travel Admin» bietet das EDA neben der bisherigen Palette an Dienstleistungen wie Helpline und Reisehinweisen neu auch weitere Informationen rund ums Reisen und neuste Nachrichten von Swissinfo. Zudem können sich Reisende registrieren, indem sie die Adresse des Reiseziels, die Mitreisenden und eine Notfalladresse eingeben.

Dies ermöglicht dem EDA eine bessere Lokalisierung und Kontaktaufnahme per SMS, wenn im Zielland eine schwere Krise ausbricht oder sich die Sicherheitslage verschlechtert. Per Knopfdruck lässt sich der Aufenthaltsort laufend aktualisieren und dem EDA übermitteln.

Eingebaute Reise-Checklisten runden das Angebot ab. Dort lassen sich auch Dokumente wie Passkopien oder Versicherungspolicen hinterlegen. Und im Notfall lässt sich die Helpline rasch via Anruf oder Mail erreichen.

Peter Füglistaler in der Favoritenrolle

Andreas Meyer tritt als CEO der SBB Ende 2020 bekanntlich ab. Die in Sachen SBB stets gut informierte «Schweiz am Wochenende» lässt das Nachfolgekarussell drehen und schreibt, dass Meyers Nachfolge noch in diesem Jahr bekannt werden soll. Auf dem Favoritensitz steht ein Name: Peter Füglistaler (60), der Direktor des Bundesamts für Verkehr.

Offensichtlich gibt es im Bundeshaus Bestrebungen, Füglistaler ins Amt zu hieven. Er kenne die SBB aus Sicht des Alleinaktionärs wie auch von innen – vor 2010 war er Leiter Finanzen und Recht der SBB Infrastruktur. Aussgerechnet Mitte-Rechts-Verkehrspolitiker würden sich hinter den Kulissen für den Sozialdemokraten Füglistaler stark machen.

Neben Füglistaler nennt die Zeitung weitere Kandidaten mit Chancen: SBB-Cargo-Chef Nicolas Perrin (60), der die chronisch defizitäre Güterverkehrssparte reformiert hat; Jacques Boschung (54), der erst 2019 zu den SBB stiess, aber über grosse Erfahrung in der Informationstechnologie verfügt; Jeannine Pilloud (55), frühere Personenverkehrschefin der SBB, heutige Ascom-CEO – denn SBB-Präsidentin Monika Ribar wünsche sich eine Frau an der Spitze der SBB.

Parkieren Touristencars bald in Kriens?

Der Unmut über die vielen Touristencars in der Stadt Luzern wächst. Die Diskussion, wo diese parkieren sollen, ist bei der Bevölkerung und bei Politikern schon länger im Gang.

Nachdem die Aufhebung der Carparkplätze am Inseli per Volksentscheid beschlossen und Alternativstandorte (Allmend und Brüelmoos) im Parlament gescheitert sind, lautet die Devise nun «raus aus der Stadt», schreibt die «Schweiz am Wochenende». Nun hat der Stadtrat das Grundstück Hinterschlund neben dem Pilatusmarkt in Kriens im Visier. Ab 2021 sollen dort Chauffeure ihre Cars parkieren, während die Passagiere in der Innenstadt shoppen.

Doch diese neue Lösung sorgt bereits wieder für Kopfschütteln: denn die Cars müssten so künftig vom Schwanenplatz, wo sie die Touristen aussteigen lassen, die fünf Kilometer lange Strecke zum Pilatusmarkt zurücklegen, nur um zwei Stunden später dieselbe Strecke wieder zurückzufahren für den Pickup der Touristen.

ÖV-Branche übernimmt Ticketing-Technologie

Gemäss der «NZZ am Sonntag» werden die Ticketing-Apps Fairtiq und Lezzgo künftig von allen Schweizer Verkehrsbetrieben eingesetzt. Lezzgo und Fairtiq bieten seit zwei Jahren eine neue Möglichkeit des Reisens mit dem öffentlichen Verkehr. Die Kunden fahren zuerst und lösen das Billett später. Dafür drücken sie zum Start und zum Ende der Reise in den Apps auf einen Knopf. Die Apps orten sie mit GPS und Wi-Fi und berechnen am Abend automatisch den günstigsten Preis.

Bisher liefen die Apps in einem Testbetrieb. Doch jetzt führt die Schweizer ÖV-Branche diese als «automatisches Ticketing» bezeichnete Technologie definitiv ein. Laut dem zuständigen Branchenverband ch-direct ist diese Technologie weltweit einzigartig.

Die Apps sind in der Branche des öffentlichen Verkehrs allerdings nicht überall beliebt. Sie mischen schweizweit den Billettverkauf auf. Einige Verkehrsbetriebe bemängeln zudem, die Messung und Abrechnung der Fahrten sei zu ungenau. «Diese Bedenken konnten wir ausräumen», meldet hierzu Fairtiq. Die Technologie von Fairtiq wird derzeit von den SBB in einer Testversion ihrer millionenfach verbreiteten App eingesetzt.  

Flugzeugentführer nach 34 Jahren gefasst

Gemäss dem «Sonntagsblick» konnte ein mutmasslicher Entführer des Fluges TWA 847 gefasst werden. Der heute 65-Jährige sei auf Mykonos festgenommen worden.

Die TWA-Maschine war 1985 mit 153 Passagieren und 8 Besatzungsmitgliedern von Athen nach Rom unterwegs, als sie gekapert wurde. Anschliessend pendelte die Maschine tagelang zwischen Beirut und Algier. Bei einem Stopp in Beirut wurde ein Passagier getötet. Nach intensiven Verhandlungen kamen die Geiseln nach und nach frei. Bei den Entführern handelte es sich um Mitglieder einer Terrorgruppe mit Verbindungen zur schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon.

Herr Wittwer, werden Sie die 63 TUI-Reisebüros halten?

Die «Sonntagszeitung» wartet heute mit einer grossen Reisebeilage auf. Zu Wort kommt darin TUI-Suisse-Chef Martin Wittwer. Er blickt auf seine 20 Jahre bei TUI zurück und erklärt die neue Rolle der eigenen Reisebüros: «Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen unseren Reisebüros und dem Hauptsitz verändern. Im Headquarter sollen Ressourcen eher abgebaut, an der Front hingegen Kompetenzen aufgebaut werden. Die einzelnen Reisebüros sollen viel mehr Freiheiten geniessen, Probleme selbstständig und ohne viele Rücksprachen mit der Zentrale lösen.»

Auf ein Beispiel angesprochen, sagt Wittwer: «Ein Kunde reklamiert im Reisebüro, weil irgendetwas in seinen Ferien schiefgelaufen ist. Kann passieren. Statt langwierig mit dem Kundendienst zu kommunizieren, regelt der Mitarbeitende an der Front den Fall selber. Die digitale Welt ermöglicht uns ausserdem, Beratungskompetenz jederzeit abzurufen. Wir haben absolute Destinationsspezialisten oder Sportfreaks in unseren Reisebüros, die warten darauf, mit den Kunden vernetzt zu werden.»

Weiter begründet er: «Wir müssen schneller werden, um mit den Buchungsplattformen wie Expedia oder Ebookers mithalten zu können. Deshalb spielt es für mich auch keine Rolle, ob ein Kunde bei uns im Reisebüro oder online bucht. In Ordnung, wenn er sich am Freitag in unserem Reisebüro beraten lässt, die Buchung aber am Samstag zu Hause selber online vornimmt. Es gibt für uns keine Offline- oder Online-Welt mehr, sondern nur noch eine einzige TUI-Welt.»

Und ob er denn an den bestehenden TUI-Büros festhalte? «Statt drei kleinen Reisebüros sehe ich lieber einen grossen TUI-Store. Die Anzahl der Büros wird sich tendenziell reduzieren. Laufen Sie mal durch die Fussgängerzone einer Schweizer Kleinstadt. Das Lädelisterben verschont leider auch unsere Branche nicht.»

Karibik, Traumhotels, Mount Rushmore

Desweiteren wartet die Reisebeilage der «Sonntagszeitung» mit einer Abhandlung zum Overtourism auf und sagt, wie Veranstalter versuchen, die Gäste an überlaufenen Sehenswürdigkeiten vorbeizuschleusen. Wie es zu neuen Edelweiss-Destinationen kommt, die Klischees und Überraschungen der Dominikanischen Republik und die Bilder der schönsten Hotels sind weitere Themen.

Lesenswert ist ebenso eine Reisereportage in der «Schweiz am Wochenende» über den Mount Rushmore, dem Rütli der Amerikaner. Ein Besuch in den Black Hills im Bundesstaat South Dakota lohne sich aber nicht nur wegen den Felsenporträts von Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln.

(GWA)