Tourismuswelt

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Sunday Press Passagiere zahlen bei Swiss massiv mehr als bei Lufthansa

Die Preispolitik der Swiss gerät unter Beschuss. – Ungemach droht der Schweizer Fluggesellschaft auch im Tessin. – Sawiris will auf dem Oberalp dazu kaufen.

Ein Bericht der «Sonntagszeitung» zeigt: Für einen Retourflug in der Economy-Klasse nach Seoul mit kurzen Umsteigezeiten in Deutschland  verlangt die Swiss auf ihrer Website über 3000 Franken. Muttergesellschaft Lufthansa bietet den gleichen Flug auf ihrer Website für 831 Franken an. Auch bei anderen Verbindungen bezahlen Schweizer Kunden bei der Swiss deutlich mehr als bei Lufthansa. Als Beispiel führt die «Sonntagszeitung» Flüge nach Bangkok und Las Vegas via Frankfurt oder München auf.

Die Erklärung der Swiss: «Grund für die Preisunterschiede ist, dass die verschiedenen Systeme noch nicht hinreichend aufeinander abgestimmt sind.» Auf den Internetseiten von Lufthansa und der Swiss könnten deshalb generell Preisunterschiede für Umsteigeverbindungen auftreten.

«Die Begründung der Swiss ist haarsträubend. Wenn Unternehmen etwas nicht erklären wollen oder können, dann schieben sie oftmals technische Unwegsamkeiten vor», wettert  Konsumentenschützerin Sara Stalder.

Die Swiss verspricht, die Ungleichbehandlung der Kunden innerhalb der Lufthansa-Gruppe zu beenden. Aktuell arbeite man im Verbund der Fluggesellschaften von Lufthansa an einer einheitlichen Buchungsplattform. Damit wolle die Gruppe «künftig Website-übergreifend für sämtliche Flugverbindungen einheitliche Preise abbilden». Bis wann das geschehen soll, kann das Unternehmen allerdings nicht sagen.

Flughafen Lugano lehnt sich gegen Swiss auf

Nachdem Swiss-Chef Thomas Klühr die Strecke Lugano-Zürich infrage gestellt hat, wollen die Verantwortlichen des Flughafens Lugano-Agno das Heft nun selber in die Hand nehmen, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. «Wenn die Swiss nicht bereit ist, diese Verbindung sicherzustellen, suchen wir eine andere Lösung», sagt CVP-Ständerat Filippo Lombardi, der als Vizepräsident des Verwaltungsrats der Lugano Airport AG amtet. Zumal die Zuverlässigkeit der Verbindung zwischen Zürich und Lugano zu wünschen übrig lasse. «Einer von drei Flügen ist deutlich verspätet oder fällt aus», sagt Lombardi. «Die Swiss schaufelt dem Flughafen mit dieser Unzuverlässigkeit das Grab.» Wie eine Statistik der Lugano Airport AG zeigt, sind allein im Juli 24 Swiss-Flüge ausgefallen – das sind knapp zehn Prozent der Verbindungen. 737 Passagiere sind dadurch gestrandet.

Durchführen soll die Verbindung nach Zürich künftig die Fluggesellschaft Zimex mit Sitz in Glattbrugg, die unter anderem in Bern Charterflüge anbietet. Allerdings gibt es da noch ein kleines Problem. «Wir sind darauf angewiesen, dass die Swiss mitspielt», sagt Maurizio Merlo, Direktor des Lugano Airports. Denn: 95 Prozent der Passagiere, die in Lugano einsteigen, fliegen von Zürich aus weiter. «Der Ticketverkauf muss deshalb über die Swiss laufen», sagt Merlo. Ein Treffen mit Swiss-Chef Klühr ist laut Ständerat Lombardi noch vor Ende August geplant.

Ab März 2020 soll auch wieder Flüge von Lugano nach Genf angeboten werden. Zudem hegt man Pläne, den Flughafen Lugano-Agno zu einem «Drohnen-Hub» für Fluggeräte, die Passagiere transportieren, zu entwickeln. Das Szenario sieht ab 2025 Verbindungsflüge zu relevanten Touristendestinationen vor. In einem ersten Schritt ist ein Kurzdistanz-Shuttle für Strecken von bis zu 50 Kilometern geplant.

Der Flughafen im Tessin, der sich künftig «Ticino Airport» nennen will, ist dringend auf neue Impulse angewiesen. Er kämpft seit Längerem mit finanziellen Problemen.

Sawiris will alte Truppenunterkunft kaufen

Andermatt Swiss Alps AG des ägyptischen Investors Samih Sawiris zeigt laut dem «Sonntagsblick» Interesse am Kauf einer ehemaligen Truppenunterkunft auf dem Oberalppass. Kostenpunkt: rund 170’000 Franken. «Der Oberalppass ist touristisch interessant, liegt doch dort die Talstation unserer Gondelbahn auf den Schneehüenerstock», sagt Swiss-Alps-Sprecher Stefan Kern.

Allerdings: Andermatt Swiss Alps AG will das 1190 Quadratmeter grosse Grundstück auf 2044 Metern über Meer nur dann kaufen, wenn eine Umzonung möglich ist. Laut dem «Sonntagsblick» laufen derzeit entsprechende Gespräche mit den Behörden. Öffentlich dazu Stellung nehmen will niemand.

Lesbos und Alaska

Die Sonntagszeitungen warten heute mit einem reduzierten Angebot an Reiseseiten auf. Die «Schweiz am Wochenende» berichtet über eine Zugfahrt durch Alaska und die «Sonntagszeitung» schreibt über das Comeback der griechischen Insel Lesbos sowie über Voluntourismus in der Schweiz, über Freiwilligenarbeit kombiniert mit Reisen.

(DWB)