Tourismuswelt

Sunday_Press_new.jpg

Sunday Press Ist bei SWISS weniger Swissness drin als angegeben?

Der «SonntagsBlick» trifft auf wenig Schweiz bei den Mahlzeiten der SWISS und spricht von einer «Schummelei» beim Marketing. - Der Bundesrat gibt seinen Widerstand gegen eine Flugticketabgabe auf. – Die Klimajugend plant Störaktionen an Flughäfen.

Keine Schweizer hinter den Töpfen

«SWISS schummelt bei Swissness» - so der aufsehenerregende Titel im «SonntagsBlick». Trotz dem Grüezi beim Einstieg ins Flugzeug und dem Schöggeli am Ende des Flugs sei die Swiss längst nicht immer so schweizerisch aufgestellt, wie sie sich gibt. So werde auf Langstreckenflügen die Hauptmahlzeit der Economy Class aus Deutschland bezogen, wie die Airline zugibt. Und beim vegetarischen Menü an, welches aus dem Zürcher Hause Hiltl (also dem ältesten vegetarischen Restaurant der Welt) stammen soll, gibt es auch Etikettenschwindel: Dieses werde «im europäischen Ausland produziert», nur «entwickelt» wird das Vegimenü in der Schweiz.

Die Swiss soll gegenüber dem «SonntagsBlick» zugegeben haben, dass die Swissness auf der Selbstvermarktung im Online-Auftritt «etwas irreführend dargestellt» sei, was man «intern aufnehmen» wolle. Die Zeitung selber bringt die Entwicklung zur Menüproduktion im Ausland in Zusammenhang mit dem Kostendruck bei den Airlines. Schon bei der Lufthansa habe man die Küche von Deutschland nach Tschechien verlagert, wo aktuell vor allem Philippiner an den Töpfen stehen. Die Swiss argumentiert allerdings nicht mit Kosten, wenn es um ausländische Menüs geht: «Swiss Made» sei bei den benötigten Mengen und aus logistischen Gründen leider nicht möglich. Für den «SonntagsBlick» tönt dies nach einer Ausrede. Gleichzeitig sei der Konsument aber auch selber schuld an der «kulinarischen Kapitulation», weil die Flüge ja stets billig zu sein haben: «Der Sparwahn der Branche bedient uns Kunden.» Die Swiss sollte dennoch auf der Hut sein, da sie ohne Swissness nur noch «eine Kopie der Lufthansa» sei.

Bundesrat gibt Widerstand gegen Flugticketabgabe auf

Von einer «Kehrtwende mit Handschrift der neuen SP-Umweltministerin Simonetta Sommaruga» spricht die «NZZ am Sonntag». Es geht darum, dass sich der Bundesrat nicht mehr länger gegen die Einführung einer Flugticketabgabe wehrt. «Wenn das Parlament eine solche Abgabe im Rahmen des CO2-Gesetzes einführen will, wird der Bundesrat diese Arbeit wohlwollend begleiten», schreibe Sommarugas Departement auf Anfrage.

Die Abgabe wird öffentlich und in der (Flug-)Branche stark diskutiert. Hat öffentlicher Druck zu Kehrtwende geführt? Der Bundesrat ist jedenfalls der Meinung, dass eine «klug ausgestaltete Flugticketabgabe zum Klimaschutz beitragen kann». Noch im letzten Dezember, als im Nationalrat über eine Flugticketabgabe debattiert wurde, hatte es ganz anders getönt.

Wie weiter? Die «NZZ am Sonntag» sieht eine zentrale Rolle bei der FDP, welche im zwar grüner als früher gestalteten politischen Positionspapier nichts von einer Flugticketabgabe schreibt, weil sie diese als ein «Modell der Vergangenheit» sehen. GLP-Präsident Jürg Grossen freut sich zwar, dass nach Klimastreiks und vielen Diskussionen nun im Bundesrat «ein Umdenken stattfindet»; er bleibt aber nur mässig optimistisch hinsichtlich einer Flugticketabgabe, weshalb die Grünliberalen nun sogar einen neuerlichen Beschluss zur Flugticketabgabe im Nationalrat fordern.

Die «NZZ am Sonntag» kommentiert, dass Fliegen durchaus viel zu günstig und schlecht fürs Klima sei, sieht jedoch die Flugticketabgabe auch nicht als «grosse Lösung», denn mit einer Belastung von ein paar Franken sei es nicht getan: «Dann lohnt sich der Wochenendtrip nach London oder Berlin nach wie vor.» Werde die Abgabe dagegen zu hoch angesetzt, wird Fliegen zum Luxusprodukt. Es sei unwahrscheinlich, dass eine Lösung gefunden wird, womit der Luftverkehr wirksam, sozialverträglich und ohne Umverlagerung ins nahe Ausland auf CO2-Senkungskurs gebracht werden kann.

Klimajugend plant Störaktionen an Flughäfen

Wo wir gerade beim Klima sind: Auch der «SonntagsBlick» hat dazu einen spannenden Artikel. Nach den schweizweiten grossen Freitagsdemos zum Klima, welche «sich totzulaufen» drohen, hätten Jugendliche nun eine Eskalation angekündigt. Dem «SonntagsBlick» liegen interne Protokolle der Organisatoren-Zusammenkünfte vor. Um Druck auf Politik und Wirtschaft zu erhöhen, sollen demnach zu den Demos schweizweite Blockaden und Störaktionen hinzukommen. Gemäss den Protokollen streben die Klimastreikenden Aktionen «mit wirtschaftlichem Schaden» an, etwa die Blockade von wichtigen Schweizer Verkehrsachsen oder gar Flughäfen - allerdings gewaltfrei.

Einen Vorgeschmack gab es beim Fussball-Cupfinal zwischen Basel und Thun, als Teenager auf den Stadionrasen stürmten mit Transparenten wie «Alles staht ufem Spiel». Für Aktivist Dominik Waser (21) erfordere die Dringlichkeit der Klimakrise neue Mittel: «Spätestens ab 2020 wird ein anderer Wind wehen.» Die Bewegung arbeite auf einen Generalstreik im September hin.

SBB-CEO Meyer zur «Vernunft» angehalten

Vom Bombardier-«Pannenzug» der SBB stehen nur noch 15 von 62 bestellten Zügen im Einsatz. Sprich, die SBB kämpft gegen Zugmangel. Hier könnte die landesinterne Wettbewerberin BLS aushelfen, welche derzeit neue Zugkompositionen auf dem Abstellgleis hat. Doch SBB-Chef Andreas Meyer will keine Züge bei der BLS mieten.

Der Kanton Bern, Mehrheitsaktionär bei der BLS, mischt sich nun ein. Der Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus meint in der «SonntagsZeitung», dass ein Verzicht der SBB auf die BLS-Züge «Unsinn» sei: «Aus wirtschaftlichen und politischen Gründen können es sich zwei hoch subventionierte Unternehmen nicht leisten, am einen Ort teure Züge unbenutzt stehen zu lassen, während andernorts Züge fehlen.»

Die BLS selbst äussert sich nicht. Die «SonntagsZeitung» interpretiert das Nicht-Mieten als «Strafaktion gegen die BLS», welche sich vor zwei Jahren um Fernverkehrslinien beworben hat und damit die SBB gegen sich aufbrachte. Sie erhielt zwei Linien und bestellte daraufhin Züge, welche aber wegen juristischen Blockaden der SBB derzeit nicht fahren können.

Inzwischen kam übrigens die Meldung, dass die SBB nun doch zwei Zugkompositionen mieten werde - aber bei den Südostbahnen und nicht bei der BLS.

Das sind die besten Hotels der Schweiz

In der «SonntagsZeitung» gibt es eine grosse Beilage namens «HOTEL EXTRA». Zentrales Thema ist das alljährliche Hotelrating von Karl Wild, welches die Aufsteiger, Absteiger und neuen Stars der Schweizer Hotelszene bewertet.

Nach neun Jahren steht das Castello del Sole in Ascona wieder an der Spitze der Rangliste mit den besten Ferienhotels der Schweiz. Es löst das The Chedi Andermatt ab, welches immerhin die Nummer eins für Ferien in den Bergen bleibt. Keinen Wechsel an der Spitze gab es in den vier übrigen Kategorien: Das Wellnesshotel Pirmin Zurbriggen in Saas-Almagell bleibt das beste Nice- Price-Ferienhotel. Das Bürgenstock Resort mit dem Flaggschiff Bürgenstock Hotel & Alpine Spa ist weiterhin bestes Wellnesshotel. Nummer eins bei den Stadthotels bleibt The Dolder Grand. Und das Albergo Losone darf sich seit über zwanzig Jahren rühmen, das beste Familienhotel der Schweiz zu sein.

Grösster Aufsteiger im Rating ist die Villa Orselina. «Hotel des Jahres» ist das Zürcher Widder Hotel. Hotelier des Jahres ist Andrea Scherz (Gstaad Palace). Koch des Jahres ist Silvio Germann (Restaurant Igniv by Andreas Caminada im Grand Resort Bad Ragaz). Concierge des Jahres ist Claudio Caser aus dem Giardino Ascona.

Pilatus verkauft jetzt mehr an Private als fürs Militär

Flugzeugbauer Pilatus schreibt weiter an seiner aussergewöhnlichen Erfolgsgeschichte. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, ist der Jet namens PC-24 des Stanser Flugzeugbauers, der früher eher als Hersteller von Turboprops bekannt war, ein Hit, weil er in einer Wachstumsbranche eine gute Nische besetzt: Keine andere derart schnelle und wendige Maschine ist gleichzeitig so robust, dass sie auf Natur- und Schotterpisten landen darf.

Inzwischen sind bereits 30 PC-24 an Kunden ausgeliefert. 40 weitere sollen dieses Jahr, 50 kommendes Jahr in Betrieb gehen. Danach soll die Produktion auf diesem Niveau weiterlaufen. Seit gut einer Woche nimmt das von privaten Financiers gehaltene Unternehmen (darunter der Bührle-Erbe Gratian Anda) deshalb wieder Bestellungen entgegen. Rund 80 Flugzeuge sollen wieder verkauft werden, verriet Pilatus-Verwaltungsratspräsident Oscar Schwenk anlässlich der Flugzeugmesse Ebace in Genf, die Hälfte sei bereits eingetütet. Dabei habe Pilatus erst noch den Preis für den Flieger um fast 2 Mio. Fr. auf 10,7 Millionen Franken erhöht.

Das schnelle Wachstum der letzten Jahre verursache aber auch Probleme. Eines davon sei die Rekrutierung von qualifiziertem Handwerks-Personal. Wegen dem Erfolg müsse Pilatus eine Entscheidung treffen, «ob wir weiter wachsen, um noch alles selber machen zu können, oder ob wir mehr Teile hinzukaufen.» Die Strategie des Verwaltungsrats sei noch nicht fertig definiert. Positiv sei immerhin, dass die hohe Nachfrage für PC-12 und ­PC-24 die Auftragsflaute im Geschäft mit dem Trainingsflugzeug PC-21 für Militärpiloten gut verkraftet werde.

Tödlicher Berg

Der «SonntagsBlick» nimmt die Meldungen auf, wonach hunderte Bergsteiger in diesen Tagen gleichzeitig auf den höchsten Berg der Welt wollen, den Mount Everest – und wie dies mehreren Alpinisten zum Verhängnis wurde. In den letzten Tagen gab es gleich mehrere Opfer am 8848 Meter hohen Gipfel. Die «Staus am Berg» verschärfen die ohnehin schon hohen Gefahren beim Aufstieg. Bilder vom «Hillary Step», der schwierigsten Passage auf der Südroute zum Gipfel, zeigen Dutzende Alpinisten, die sich durch das Nadelöhr knapp hundert Meter unterhalb des Gipfels zu zwängen versuchen. Offenbar kamen mehrere Everest-Touristen ums Leben, weil sie sich wegen der grossen Wartezeiten viel zu lang in der tödlichen Höhe aufhielten. Auf der tibetischen Seite kam es zu keinen grossen Wartezeiten – weil dort bedeutend weniger Leute unterwegs waren, die zudem gestaffelt aufstiegen. Und doch starb dort nun ein Österreicher beim Abstieg.

Vermischtes

Im «SonntagsBlick» gibt es einen grossen Sonderteil über «Frauen» bzw. deren Ansichten und Anliegen im Vorfeld des geplanten landesweiten Frauenstreiks vom 14. Juni, sowie eine grosse Beilage über das Musik-Ereignis «Basel Tattoo».

Die «SonntagsZeitung» punktet mit grossen Reiseartikeln, einer über den Hadrianswall in England, ein weiterer über das Comeback der tunesischen Ferieninsel Djerba, und einer über Sonntagsausflüge ins Niederurnertäli. In der Beilage «ENCORE» drehen sich zudem mehrere Artikel um Reisen in Asien – einmal geht es um Elefanten in Thailand, einmal um Tauchen in Palau und damit verbundene Umweltschutzmassnahmen, einmal um entspanntes Reisen durch Ladakh, darüber hinaus noch um Mode oder Bücher in China - dann auch noch einen Artikel über Sterneköche in St. Tropez und zu guter Letzt, quasi als Echo auf die Hotelbeilage der Hauptausgabe, einen Artikel über «10 Hotels, die schön machen», also die besten Wellnesshotels der Welt.

In einem zweitseitigen «Wander-Special» gibt es in der «Zentralschweiz am Sonntag» Artikel zu Andermatt, zum Berninamassiv und zu Engelberg. Darüber hinaus berichtet die Zeitung über den Flugplatz Emmen, der seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Anläss­lich des Jubiläums zeigten neben der Patrouille Suisse auch die F/A-18-Jets der Schweizer Armee, das PC-7-Team und ein Super-Puma ihr Können. Dem Spektakel wohnten am Freitag und Samstag – trotz teils regnerischem Wetter – insgesamt über 40‘000 begeisterte Zuschauer bei.

Und in der «NZZ am Sonntag» wird über einen weiteren Reisecar-Vorfall berichtet: Vor dem Südportal des Gotthard-Strassentunnels ist am Samstagvormittag ein Reisebus in einen Lastwagen gefahren, der vor dem Rotlicht der Dosierstelle wartete. Der 54-jährige Chauffeur des britischen Cars und eine 74-jährige Buspassagierin wurden verletzt. Beide wurden ins Spital gebracht, wie die Tessiner Kantonspolizei mitteilte.

(JCR)