Tourismuswelt

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Reagiert ein Unternehmen in einer Krise korrekt, kann sich das Blatt oft zum Guten wenden, sagt Thomas Frischknecht. Bild: Adobestock

Expert Die nächste Krise: Gefahr oder eine Chance?

Von Thomas Frischknecht

Bereit zu sein für den Krisenfall, ist für jedes Unternehmen wichtig, schreibt Thomas Frischknecht, Managing Partner von 2assistU.

Das chinesische Schriftzeichen für Krise beinhaltet zwei Silben, die einzeln gelesen die Worte «Gefahr» und «Chance» bedeuten. Sie haben ganz bestimmt auch schon eine Situation erlebt, in derer aus einer vermeintlichen Krise eine Chance wurde, nicht?

Reagiert ein Unternehmen in einer Krise korrekt, kann sich das Blatt oft zum Guten wenden. Reagiert das Unternehmen falsch, gerät es rasch in eine Krisenspirale, verliert dadurch an Glaubwürdigkeit und Reputation. Im schlimmsten Fall verschwindet das Unternehmen vom Markt.

Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag: Das Servicepersonal eines Restaurants schüttet einem Gast einen Tomatensaft über das Jackett. Je nach Reaktion des Restaurants kann sich die Situation zu einer Krise oder einer Chance entwickeln: Sind Mitarbeitende richtig geschult, wird dem Gast die Reinigung vergütet oder er isst zumindest auf Kosten des Hauses. Es ist davon auszugehen, dass der Gast in seinem Freundeskreis von einem positiven Erlebnis erzählt und das Lokal somit im besten Fall neue Kunden gewinnt.

«Idealerweise sind die Organisation, Verantwortlichkeiten und Prozesse in einem Handbuch ‹Notfall- und Krisenmanagement› festgelegt»

Ähnlich muss mit Unternehmenskrisen grösserer Ausmasse umgegangen werden: Ein Unternehmen ist gefordert, sofort die richtigen Massnahmen einzuleiten, proaktiv zu kommunizieren und sich um allfällige Geschädigte zu kümmern. Dies gelingt deutlich besser bei einer entsprechenden Vorbereitung und Planung. Dies bedeutet, idealerweise sind die Organisation, Verantwortlichkeiten und Prozesse bereits im Voraus in einem Handbuch Notfall- und Krisenmanagement festgelegt und die Vorbereitungen im Business Continuity Management dokumentiert.

Nebst der Dokumentation ist das regelmässige Training, in kleinen wie auch in grossen Organisationen, entscheidend. Mittels Übungen gewinnt sowohl das einzelne Mitglied im Krisenstab wie auch die gesamte Organisation an Selbstvertrauen und Sicherheit. Das Training kann dabei innerhalb der Organisation oder gemeinsam mit einem Partnerunternehmen durchgeführt werden. Es ist zum Beispiel denkbar, dass ein Reiseveranstalter zusammen mit einem seiner Leistungsträger eine aussergewöhnliche Situation durchspielt, beide Unternehmen damit die Partnerschaft stärken und gleichzeitig noch die eigene Resilienz verbessern. Bei jedem Training oder jeder Übung finden sich Punkte, die sich optimieren lassen. Damit verbessert sich die Organisation und Dokumentation laufend.

Sind Sie respektive Ihr Unternehmen darauf vorbereitet, eine zukünftige Krise in eine Chance zu drehen?