Tourismuswelt

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Eine Wanderung auf dem Berg Rochers de Naye hilft, den Stress abzubauen. Bild: swiss-images / Andre Meier

Wandern war noch nie so populär

Der wirksamste Ausgleich zu Stress ist für drei Viertel der Schweizer das Rausgehen in die Natur. Sie ziehen dies sogar den eigenen vier Wänden vor. Dies zeigt eine Studie des Politgeografen Michael Hermann.

Schweiz Tourismus hat der Forschungsstelle des Politgeografen Michael Hermann eine Studie in Auftrag gegeben, mit dem Ziel herauszufinden, welche Bedeutung die Natur und Naturaktivitäten für die Menschen in der digitalen Leistungsgesellschaft hat. Insgesamt wurden 5340 Personen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Grossbritannien und der Schweiz befragt.

Für 76% der Menschen in der Schweiz ist das Gefühl von Stress nichts Neues. Vor allem die Anforderungen der Berufswelt (75%) und die Pflicht «immer erreichbar zu sein» (64%) oder der Druck in der Technologie mithalten zu können (53%) sind die Auslöser. Weil sich die Schweizer aber oft in der Natur bewegen, schlägt sich der Stress hierzulande seltener auf die Gesundheit nieder (53%) – so ein erstes Fazit der Studie. Zum Vergleich: In Frankreich und im UK sind je 61% durch den Stress gesundheitlich beeinträchtigt.

Natur ist, wo der Mensch Erholung findet

In allen fünf befragten Ländern spielt die Natur eine zentrale Rolle für die Balance des emotionalen Gleichgewichtes. Nordeuropäer bewegen sich im Alltag meist im Wald, bei Wiesen oder Äckern – sehnen sich aber viel mehr nach Gewässern, Bergen oder Naturparks. «Dieses Bedürfnis freut uns besonders, weil wir darauf Antworten haben wie See- oder Flusswanderungen oder Mehrtageswanderungen in den Bergen», erklärte Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, heute Morgen an einem Medienanlass.

Nicht nur das alleinige Verweilen in der Natur reduziert den Stress, sondern auch die Bewegung. Am liebsten gehen die Befragten Schweizer Wandern – und dies machen 89% ohne sich Leistungsziele zu setzen. Die Aktivität bietet also einen klaren Kontrast zur Logik der digitalen Leistungsgesellschaft und ist so bedeutend wie Lesen, Musikhören und TV-schauen zusammen.

Spitzenreiter Schweiz

In allen untersuchten Ländern trägt die Natur erheblich zur Erholung bei, doch die Schweizer sind besonders naturbezogen. 72% unserer Landsleute geben an, dass das Rausgehen der wirksamste Ausgleich zu Stress ist. Aber auch die Deutschen haben mit 62% und die Franzosen mit 60% ähnliche Einschätzungen.

Es ist also nicht besonders überraschend, dass die Schweizer auch in punkto Bewegung die Nase vorne haben – ganze 59% bezeichnen sich als aktive Wanderer. Zum Vergleich: Die Niederländer haben mit 51% ein ähnliches Ergebnis und im Britischen Königreich sind es gerade einmal 21%. «Die Schweizerinnen und Schweizer sind damit die ungekrönten Wanderköniginnen und Wanderkönige Nordwesteuropas», betonte Forschungsleiter Michael Hermann.

Gemäss Politgeograf Michael Hermann haben die Schweizer beim Wandern die Nase vorn. Bild: ST

Sommer steht ganz unter dem Motto Wandern

Schweiz Tourismus lässt die Ergebnisse der durchgeführten Studie sogleich in ihre Sommerkampagne für dieses Jahr einfliessen. Im Zentrum soll das Wandern stehen, was vor allem für ländliche und alpine Regionen ein zentraler Bestandteil des touristischen Angebotes ist. Aber auch die Bekanntmachung der Fernwanderwege ist ein grosses Ziel, denn die Trend-Aktivität Wandern kommt seit einigen Jahren besonders bei jüngeren Leuten von 18-35 Jahren sehr gut an.

Die vollständige Studie in Kurz- und Langversion zum nachlesen finden Sie hier.

(NWI)