Tourismuswelt

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Surfer und Surferinnen leiden deutlich weniger unter Symptomen von Angstzuständen und Depressionen. Bild: Nick Duell

Surf-Ferien bald auf Rezept?

Mehr als eine Studie beweist die positive Wirkung des Meeres auf den menschlichen Körper. Nun wird Surfen vermehrt als Therapieform für psychische Erkrankungen eingesetzt.

Neue Studien beweisen, dass Wellenreiten erfolgreich zur Linderung von psychischen Erkrankungen wie Burnout, Depressionen oder Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) beitragen kann. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steigt die Zahl der Menschen mit Depressionen weltweit rasant. 2015 waren rund 322 Millionen Menschen betroffen, was 4,4 Prozent der Weltbevölkerung ausmachte. Das waren gut 18 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Psychische Leiden gehören mittlerweile zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen. Kein Wunder also, dass stets nach neuen und kostengünstigen Behandlungsmethoden gesucht wird.

Surf-Ferien als Therapie?

Im Jahr 2011 konnten Forscher erstmals aufdecken, dass Surfer und Surferinnen unter deutlich weniger Symptomen von Angstzuständen und Depressionen leiden, als die allgemeine Bevölkerung. Die Ergebnisse sorgten bei Ärzten und Psychologen für Aufmerksamkeit und gaben Anlass dazu, das Wellenreiten näher als mögliche Therapieform zu untersuchen.

So wurde im Rahmen einer Studie aus dem Jahr 2014 die Wirkung von Surfen auf US-Veteranen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen analysiert. Die Untersuchung zeigte, dass nach mehreren Wochen bei regelmässigen Surf-Einheiten die Krankheitssymptome deutlich weniger wurden. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2017 konnte aufzeigen, dass bereits 30 Minuten Wellenreiten ausreichen, um die Stimmung von Menschen erheblich aufzuhellen.

«​In Ländern wie Australien fördern Krankenhäuser und medizinische Zentren bereits jetzt Surfcamp-Erlebnisse, um Patienten mit psychischen Erkrankungen bei der Genesung zu unterstützen», erklärt Tim Lehmann, Surf-Experte bei Beyondsurfing.com. Auch die US-Navy investiert in die Erforschung von Surfen als Therapiemassnahme und in Grossbritannien wird zurzeit abgeklärt, ob Surfen schon bald als eigene Behandlungsmethode staatlich anerkannt und subventioniert werden sollte.

Meer für die Gesundheit

Bereits ein Tag am Meer hat positive Auswirkungen auf die Psyche, wie eine Studie der BMC Psychiatry belegt. Grund dafür sind die negativen Ionen in der Meeresluft.

Dass die weiten Ozeane eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den menschlichen Körper haben, wurde schon in zahlreichen Studien bewiesen. Das Meerwasser stärkt das Immunsystem und wirkt reinigend auf die Haut. Das Magnesium im Meerwasser hemmt die Ausschüttung von Stresshormonen und hat eine beruhigende Wirkung auf den Körper. Zudem verbessert die Meeresluft die Atmung und hilft so bei Atembeschwerden.

(TN)