Tourismuswelt

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Wie Sardinen in der Büchse – sogar den Deutschen wird der «Handtuchkrieg» am Strand zu bunt. Bild: Juan Pablo Ahumada

Überfüllte Strände – Nein, danke!

Das Reiseportal Travelzoo präsentiert auf der ITB eine Studie zum Thema «Overtourism». Diese zeigt, dass das Umweltbewusstsein auf Reisen immer mehr zunimmt.

Reisende machen sich immer häufiger Gedanken zum Thema Overtourism – dies zeigt eine Studie des Reiseportals Travelzoo und des Marktforschungsinstituts Norstat. Zwischen Dezember 2018 und Januar 2019 wurden 8000 Personen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Grossbritannien, China, Japan, Kanada und den USA nach ihrem Umweltbewusstsein, ihren Empfindungen zum Thema Overtourism und ihrer Lösungsbereitschaft befragt.

Auf der ITB Berlin wurden nun die Ergebnisse präsentiert: «Die zwanzig am stärksten besuchten Destinationen der Welt ziehen so viel Interesse auf sich wie alle übrigen Reiseziele zusammen», veranschaulichte Sharry Sun, Global Head of Brand von Travelzoo, die Problematik. Der Grad der Erkenntnis dieses Ungleichgewichts ist unter den Befragten jedoch hoch – 50 Prozent sind der Meinung, dass mehr getan werden muss, um den Massentourismus zu begrenzen.

Vom Massentourismus betroffene Destinationen ergreifen immer mehr Massnahmen, um die Touristenströme im Schach zu halten. Das italienische Venedig beispielsweise gab erst kürzlich bekannt, dass in diesem Jahr definitiv ein Eintritt für Tagestouristen eingeführt wird, der je nach Ansturm bis zu 10 Euro betragen kann.

Ganz aufs Reisen verzichten? Kommt nicht in Frage.

Von den 1000 befragten Deutschen sind 61 Prozent der Meinung, dass das Reisen schädlich für die Umwelt ist. Ganz aufs Reisen verzichten, wollen aber die wenigsten. Alternative Reiseziele mit weniger Touristen kommen bei 59 Prozent allerdings sehr wohl in Frage – denn irgendwann wird sogar den Deutschen der «Handtuchkrieg» zu bunt. Um den überfüllten Sandstränden und Städten zu entfliehen, wären 59 Prozent der Befragten auch bereit, bis zu 200 Euro mehr für eine Reise zu bezahlen.

Zudem rücken umweltbewusstere Handlungen am Ferienort immer mehr in den Fokus der Reisenden, wie die Studie zeigt. 40 Prozent haben angegeben, dass sie das Reiseziel lieber mit dem Velo oder den öffentlichen Verkehrsmitteln statt dem Auto erkunden wollen. Zudem sind 70 Prozent der Befragten bereit, auf kürzere Flugreisen zu verzichten und auf alternative Transportmittel zurückzugreifen, um die Umwelt zu schützen. Insgesamt auf Flugreisen zu verzichten, dazu ist allerdings nicht mal jeder zweite bereit. Weitere Tipps, wie die Welt schonender bereist werden kann, gibt es hier.

(NAB)