Tourismuswelt

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Sunday Press Swiss streicht die Kreditkartengebühr

Von Dominik Buholzer

Die Airline führt ein neues Preismodell mit Rabatten ein. Die Preise dürften deswegen nicht runter gehen. Und die Bürgenstock-Gruppe bekommt einen neuen Chef.

1,4 Prozent des Kaufpreises müssen Kunden zahlen, wenn sie bei der Swiss die Kreditkarte zücken. Damit es bald vorbei, wie die «Sonntagszeitung» schreibt: Ab dem 28. März schafft die Fluggesellschaft die umstrittene Gebühr ab. «Der Druck am Markt war über die Jahre markant gestiegen», begründet Kai Schilb, bei der Lufthansa-Gruppe für die Bezahlsysteme zuständig, den Entscheid. Nicht nur Konsumentenschützer kritisierten immer mehr, dass die Swiss Gebühren für die Kartenzahlung verlangte. Diese konnte bis zu 30 Franken des Ticketpreises ausmachen.

Weil die Swiss ein Interesse hat, so wenig Gebühren wie möglich an die Kartendienstleister zu zahlen, versucht sie, die Kunden auf andere Weise dazu zu bewegen, alternative Zahlungsmittel zu benutzen. Neu sollen Kunden in den Genuss eines Rabatts von fünf Franken für alle gebuchten Tickets bei Kurz- und Mittelstreckenflügen kommen, wenn sie auf Rechnung, mit Postfinance, Debitkarte oder mittels Sofortüberweisung zahlen.

Allerdings geht man bei der Lufthansa davon aus, dass dennoch mehr Kunden mit Kreditkarte zahlen werden. Die abschreckende Wirkung einer Gebühr wie beim bisherigen Modell sei grösser als der Anreiz einer Belohnung von fünf Franken, heisst es. Billiger wird es wohl kaum.

Elektromotoren sollen Flugzeuge klimafreundlich machen

Löst der Elektroantrieb die CO2-Probleme der Airlines?, fragt die «NZZ am Sonntag». Die Antwort: So einfach wird dies nicht, auch wenn Easyjet schon länger angekündigt hat, schon in 10 Jahren Passagierflugzeuge mit Elektroantrieb auf Kurzstrecken einsetzen zu wollen.

«Wenn die Industrie wirklich will, könnten wir ein kleines Zubringerflugzeug mit 20 Sitzplätzen bis 2030 realisieren», sagt Rolf Henke, Vorstandsmitglied beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Und setzt hinzu: «Aber nicht im vollelektrischen Antrieb. Das ist nicht in Sicht.» Falls Easyjet schon in 10 Jahren mit einem vollelektrischen Flugzeug für 100 Passagiere Kurzstrecken absolvieren wolle, sei das – vorsichtig formuliert – sehr, sehr schwierig, erklärt Henke.

Der Grund: Vor allem bei den Batterien steht die Forschung in den Kinderschuhen. Die Speicher haben immer noch eine um ein Vielfaches tiefere Energiedichte als Kerosin. Henke ist deshalb überzeugt, die nähere Zukunft gehöre hybriden Antriebsformen. Zum gleichen Schluss kommt Nikhil Sachdeva von der Beraterfirma Roland Berger. Der Lead-Autor einer letztjährigen Studie konstatiert, dass ein «gewisser Hype» ausgebrochen sei. Inzwischen arbeiteten rund 140 Firmen am Thema, von Riesen wie Airbus und Boeing bis zum Startup tummle sich ein grosses Feld.

Kritik nach A380-Aus

Apropos Flugzeuge: Laut Ingolf Planer, CEO von Alu Menziken, könnte es sich noch rächen, dass Airbus die Produktion des Superjumbos einstellen will. Alu Menziken aus dem aargauischen Reinach war gleich zu Beginn am A380-Projekt beteiligt. «Wir glauben, dass die Zeit der Grossraumflugzeuge noch kommen wird. Es ist deshalb sehr schade, dass die Airlines den A380 nun zu Grabe tragen», sagt Planer im «Sonntagsblick», «sie werden das noch bereuen.» Planer ist überzeugt: «Der Flugverkehr wird noch massiv zunehmen. Gerade im asiatischen Raum.»

Diese Ansicht vertritt auch der internationale Luftfahrtverband (IATA). Er rechnet damit, dass sich die Zahl der Passagiere bis 2037 verdoppeln wird – von heute rund 4 auf 8,2 Milliarden pro Jahr. Massiv wachsen werde der Flugverkehr insbesondere in China und Indien, schrieb die IATA im vergangenen Oktober.

Alu Menziken wird laut «Sonntagsblick» das Produktionsende des A380 verkraften können. Wichtiger für die Aargauer sind die Airbus-Modelle A320 und A350.

«Mister Bürgenstock» gibt Leitung ab

Bruno H. Schöpfer ist das Gesicht hin­ter dem wiederauferstandenen Luxusresort auf dem Bürgenstock. Nun zieht sich «Mister Bürgenstock», so sein Übername, aus dem operativen Geschäft der Bürgenstock Selection zurück, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» in ihrem Regionalteil schreibt (und Travelnews gestern berichtete). Schöpfer bleibt der Betreibergesellschaft Bürgenstock Selection noch als Verwaltungsrat erhalten. In den vergangenen zehn Jahren hatte Schöpfer die Totalsanierung des Bürgenstock-Resorts sowie jene des Hotels Schweizerhof Bern und des Royal Savoy Hotels in Lausanne geleitet.

Neu die operative Leitung der Hotelgruppe übernimmt per März Saeid Heidari. Der Sohn iranischer Eltern und deutsche Staatsbürger wechselt von der 5-Sterne-Hotelgruppe Marriott International in die Schweiz.

Ex-Postauto-Chef drohen 5 Jahre Gefängnis

Zu einem ganz anderen Thema: Die Bundespolizei (Fedpol) hat im Postauto-Skandal ein Verwaltungsstrafverfahren wegen Leistungsbetrug gegen den ehemaligen Postauto-Chef Daniel Landolf und dessen Finanzchef eröffnet. Dies berichtet die «Sonntagszeitung». Den beiden drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Eine Sprecherin des Fedpol rechnet damit, dass die Ermittlungen in einigen Monaten abgeschlossen sein werden. Ein genaues Datum könne man aber noch nicht nennen. Wenn die Ermittler Anklage erheben und dabei Freiheitsstrafen beantragen, müssen sich die beiden Beschuldigten vor dem Bundesstrafgericht verantworten.

Der Postauto-Skandal war vor einem Jahr aufgeflogen. Das Bundesamt für Verkehr hat damals bekannt gegeben, dass die Postauto AG während mehr als zehn Jahren von Gemeinden, Kantonen und dem Bund 205 Millionen Franken Subventionen unrechtmässig bezogen hatte. Möglich war dies, weil Mitarbeiter von Postauto die Buchhaltung manipuliert hatten. Landolf und dessen Finanzchef mussten nach Auffliegen der Affäre den Hut nehmen.

In Postkreisen rechnet man damit, dass auch noch gegen die damalige Postchefin Susanne Ruoff und weitere Konzernleitungsmitglieder ein Strafverfahren eröffnet wird. Kommentieren will die Post die Ermittlungen nicht. Auch das Fedpol will nicht sagen, wen es sonst noch im Visier hat.

Dolomiten, Kanada und Flussreisen

Die «Sonntagszeitung» hat sich auf ihren Reiseseiten ganz dem Thema «Flusskreuzfahrten» verschrieben. Auf insgesamt vier Seiten bietet sie viel Lesestoff: von der Reise auf dem Mississippi-Schaufelraddamper über die Flussfahrt in Südeuropa bis hin nach Frankreich. Die «NZZ am Sonntag» setzt aufs Pferd und berichtet über Reitferien in den Südtiroler Dolomiten. Die «Zentralschweiz am Sonntag» und die «Ostschweiz am Sonntag» rücken die Region Charlevoix in der kanadischen Provinz Quebec in den Fokus. Ein weiterer Bericht befasst sich mit den Kykladeninseln in Griechenland.