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Beim Eingang zum Ifema-Messegelände, wo die FITUR stattfindet, herrschte trotz Blockaden und Taximangel Sonnenschein: Die Organisatoren konnten eine Rekordzahl an Ausstellern und Besuchern melden. [Mehr Bilder in der Bildgalerie - aufs Hauptbild klicken!] Alle Bilder: JGO

FITUR: «Der Taxistreik sorgte für pünktliche Meetings»

Von Javier Gonzalez

Die spanische Reisemesse FITUR hat dieses Jahr Rekorde gebrochen - obwohl im Vorfeld der Messe der wilde Taxistreik in Madrid für rote Köpfe sorgte.

Die diesjährige FITUR, die insgesamte 39. Ausgabe dieser Messe, wird vielen vor allem wegen dem grossen Taxistreik in Erinnerung bleiben, welcher den Zugang zur Messe während der ganzen Messedauer erschwert hat. Hat die wichtigste spanische Reisemesse deswegen Einbrüche erlitten? Mitnichten: An der diesjährigen FITUR wurden Rekordwerte erzielt - und das alles ohne Taxidienste in Madrid.

Wie aus der Schlussmitteilung der FITUR hervorgeht, fanden sich über die fünf FITUR-Tage (23.-27. Januar) insgesamt 253'000 Besucher in den Messehallen ein. 142'642 davon besuchten die FITUR in den ersten drei Tagen, den «Fachbesuchertagen» (ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr), während am Wochenende wieder über 100'000 herkömmliche Besucher kamen. Insgesamt waren 883 Aussteller präsent (+8,8 Prozent); die Analyse der Fachbesucher ergibt, dass 10'487 Firmen aus 165 Ländern präsent waren, womit die Präsenz internationaler Besucher um 11 Prozent gestiegen ist und inzwischen bereits 55 Prozent des Totals ausmacht; das grösste Wachstum kam aus afrikanischen und europäischen Ländern. Aus Spanien selber betrug das Wachstum ebenfalls 6 Prozent.

Auf die ganze Zeit der FITUR heruntergebrochen dominiert natürlich die spanische Besucherschaft: So waren 73,7 Prozent aller Besucher Spanien, auf Rang 2 folgt Portugal (7,4%) vor Grossbritannien (4,8%), USA (3,9%), Italien (3,7%), China (2,4%) und dem «Rest der Welt» (4,1%).

Mehr Disziplin = erfolgreiche Messe

In diesem «Rest of the World» sind auch die Schweizer, von denen man doch einige vor Ort traf. Nicole Pfamatter Borrell (Hotelplan) traf ich in der U-Bahn, also jenem Verkehrsmittel, welches den Transport in diesen Tagen in Madrid aufrecht hielt. Auf die Frage hin, welchen Einfluss der Taxistreik auf ihre Termine an der FITUR habe, antwortet sie lächelnd: «Keine. Klar, die Anreise ist etwas umständlicher und die Metro vollgepackt. Gute Planung macht das aber wett.»

Andreas Blass, CEO von Caribbean Tours, brachte es folgendmassen auf den Punkt: «Wer braucht schon einen Taxiservice, wenn es die Metro gibt! Klar, ohne den ÖV wäre die Stadt kollabiert und die FITUR wohl zum Fiasko geworden, aber dem war nicht so. Meine Termine mit Lieferanten sowie mit Reiseveranstaltern und unseren eigenen Repräsentanten konnte ich ohne Probleme wahrnehmen. Es war für mich eine sehr erfolgreiche Messe.»

Hanspeter Brasser (Brasser & Partner), fasst es so zusammen: «Vor allem die Blockade der Zufahrt zum Ifema-Meesegelände war ärgerlich. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Stadt und den Veranstalter. Die Taxiunternehmen schneiden sich meiner Meinung nach aber ins eigene Fleisch. Einige Kollegen aus Madrid sagten mir, sie hätten noch nie Uber oder Cabify benutzt, notgedrungen aber diese Tage dann doch die Bekanntschaft mit den Plattformen gemacht – Eigentor für die Streikenden. Klar war es umständlicher und anstrengender an die Messe zu gelangen, aber die ÖV-Betriebe gaben sich alle Mühe, den Service aufrecht zu erhalten – Bravo!»

Unter dem Strich könnte der Streik sogar genützt haben. Aussteller wie Besucher bestätigten, dass sie die Termine fast allesamt einhalten konnten und der Taxi-Streik weder dem Business noch der Stimmung in den Hallen geschadet habe. Eine Ausstellerin meinte sogar, dass die Geschäftstermine alle pünktlich starteten, «wohl deshalb, weil alle Besucher und Aussteller besser planen mussten».

Eine neue Chefin kommt

Wie bereits erwähnt, hat der Taxistreik also der Messe nicht geschadet. Diese hat mit einer Gesamtfläche von 67'495 Quadratmetern um weitere 2,5 Prozent zugelegt und erstreckt sich nun über 9 Hallen. Während den Fachbesuchertagen fanden 49'711 digital vereinbarte Geschäftsmeetings statt, dazu 9150 Meetings, welche im Rahmen der «Hosted Buyer Workshops», den B2B-Programmen von Investur sowie im Teilbereich «FITUR MICE» stattfanden. Rund 700 offizielle Delegationen aus 62 Ländern, vom spanischen König über zahlreiche Tourismusminister bis hin zu Botschaftern, fanden sich ebenfalls ein. Für die Berichterstattung waren 7500 Journalisten aus 68 Ländern vor Ort.

Im kommenden Jahr findet die FITUR vom 22.-26. Januar statt - dannzumal unter neuer Leitung: María Valcarce übernimmt das Amt von Ana Larrañaga, welche nach 19 Jahren als Messeleiterin der FITUR nun ins Direktionskomitee der IFEMA wechselt.

Gastland in diesem Jahr war übrigens die Dominikanische Republik, die 32 Firmen am eigenen Stand mit dabei hatte.

Eindrücklich: Der Stand der Dominikanischen Republik an der FITUR.