Tourismuswelt

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Sunday Press Brexit gefährdet Geschäftsmodell von Hotelplan

Hotelplan betreibt aus Grossbritannien heraus ein Geschäft, das gut 23 Prozent des gesamten Gruppenumsatzes erwirtschaftet. – André Lüthi fände es schlauer, wenn die Leute ins Tessin zum Wandern gehen würden, statt in die Welt hinauszujetten. – Hinter den Kulissen ist zwischen den wichtigsten Akteuren der Schweizer Bahnbranche ein Streit entbrannt.

Am Montag wird das Management der Hotelplan-Gruppe Einblick in die laufenden Geschäfte geben. Ganz oben auf der Agenda wird laut «Sonntagszeitung» der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs stehen. Denn: Hotelplan betreibt aus Grossbritannien heraus ein Geschäft, das gut 23 Prozent des gesamten Gruppenumsatzes erwirtschaftet - und es verkörpert nach dem Verkauf von Hotelplan Italien das Hauptstandbein im Ausland.

Der Brexit bringt nun das Geschäftsmodell der Tochtergesellschaft Hotelplan UK in Gefahr. Denn es stützt sich zu einem grossen Teil auf den Skitourismus ab, der unter den Marken Inghams, Esprit und Ski total betrieben wird. Britische Wintersportfans, vor allem Familien, werden in den europäischen Alpenraum - unter anderem in die Schweiz - geflogen und dort von einer Heerschar britischen Personals in ihren Chalets betreut. Darum stehen auf der Lohnliste von Hotelplan UK rund 600 Saisonniers, die in die Schweiz eingeflogen werden. Insgesamt arbeiten gut 1000 Personen für den britischen Ableger des Schweizer Reiseveranstalters.

Bisher konnte das Personal aufgrund der Personenfreizügigkeit problemlos engagiert werden. Sollte Grossbritannien Ende März aber ungeordnet aus der EU austreten, ist es damit vermutlich vorbei. «Wir können schlicht nicht sagen, wie es nach dem Austritt mit den Arbeitsbewilligungen unseres englischen Personals weitergeht, arbeiten aber selbstverständlich mit verschiedenen Szenarien», sagt Hotelplan-Group-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir.

André Lüthi: «Ich fände es schlauer, wenn die Leute ins Tessin zum Wandern gehen würden»

Im Interview mit dem «Sonntagsblick» äussert sich Globetrotter Group CEO, André Lüthi, nochmals zum Thema Overtourism. «Wir nehmen unseren Beruf ernst, wenn wir sagen: Beim Taj Mahal stehen Hunderte an, es gäbe noch ein anderes Indien.» Dass er mit dem Vorschlag zu mehrwöchigen Reisen statt Kurzreisen viele in der Reisebranche gegen sich aufgebracht hat, versteht Lüthi und erklärt: «Die Kollegen haben ein ganz anderes Geschäftsmodell. Sie wollen ihre Charter-Flüge und Hotels füllen und sind erfolgreich damit. Das Produkt ist der Traumstrand. Doch leider sehen die Strände, die Hotels, die Buffets auf der ganzen Welt immer gleicher aus.» Er fände es zwar schlauer, wenn die Leute ins Tessin zum Wandern gehen würden, statt in die Welt hinauszujetten. Aber «wir sind nun mal Menschen mit Entdeckerdrang.» Das Jahr 2018 werde das «beste oder zweitbeste» in der Firmengeschichte. Dabei betrage der Onlinebuchungsanteil nur ein Prozent.

Flughafen Zürich bringt Davos in Bedrängnis

Dank dem World Economic Forum ist Davos ein bekannter Kongressort. Die Zahl der verfügbaren Betten in Davos nahm von 2009 bis 2017 um 26 Prozent zu, gleichzeitig gingen die Logiernächte um knapp 4 Prozent zurück. Gleichzeitig entsteht unweit des Flughafens in Kloten ZH «The Circle» – und setzt das Geschäft in Davos unter Druck. Das Riesenprojekt zwei Hyatt-Hotels mit 550 Zimmern und Kongressräume mit einer Kapazität für bis zu 2500 Personen. Ernst Wyrsch, Präsident von Hotelleriesuisse Graubünden, ist alarmiert: «The Circle ist eine ernsthafte Konkurrenz für Davos», sagt er. Das WEF in Davos sieht er wegen der langjährigen Tradition und der weltweiten Ausstrahlung zwar nicht gefährdet. «Für kleinere internationale und nationale Kongresse wird der Flughafen Zürich jedoch zur Alternative», sagt Wyrsch. «Unsere Partnerin Hyatt hat für 2020 und 2021 über dreissig Anfragen für Kongresse in The Circle Convention Centre Zurich Airport bekommen», sagt Raffaela Stelzer, Sprecherin des Flughafens Zürich gegenüber der «Sonntagszeitung».

Jetzt gehen die SBB auf den Schweizer Hersteller Stadler Rail los

Recherchen von «Sonntagsblick» zeigen: Hinter den Kulissen ist zwischen den wichtigsten Akteuren der Schweizer Bahnbranche ein Streit entbrannt. Auslöser sind die 148 Regionalzüge Flirt, die Stadler Rail in den vergangenen 15 Jahren an die SBB geliefert hat. Bei einem Teil dieser Fahrzeuge wurden Korrosionsschäden in den Böden festgestellt – man könnte auch sagen: Rost. Die SBB nehmen seit Februar 2017 eine umfangreiche Sanierung der Flirt-Züge vor. Die Arbeiten sollen noch bis 2024 dauern und dürften Kosten in Millionenhöhe verursachen. Die SBB verlangen nun laut «Sonntagsblick», dass sich Stadler Rail an den Reparaturkosten beteilige. Im Thurgau sorgt diese Forderung für rote Köpfe. Zum einen seien solche Schäden völlig normal und gar nicht sicherheitsrelevant. Zum anderen sei die Werkgarantie für die bis zu 15 Jahre alten Züge längst abgelaufen. Ausserdem hätten die SBB die Korrosion teilweise mitverschuldet, weil sie Wartungsarbeiten nicht gemäss Handbuch durchgeführt hätten

Tiefschneefahren ist im Trend - trotz der Gefahr

Freeriding ist im Trend, schreibt die «NZZ am Sonntag». Die Titlis-Bergbahnen führten kürzlich eine Umfrage unter ihren Gästen durch: 30 Prozent gaben an, dass sie auch ausserhalb der markierten Pisten fahren. Die Hälfte davon dürfte sogar ausschliesslich im Tiefschnee unterwegs sein. Das sind vor allem Einheimische, Gäste aus der Region Zentralschweiz und Skandinavier. Allein in den letzten Tagen sind in der Schweiz acht Personen abseits der Pisten von Lawinen erfasst worden. Sieben konnten lebend geborgen werden. Freerider werden nicht nur von Lawinen erfasst, jeder zweite Todesfall ist auf Abstürze zurückzuführen.

Warum es mehr grosse Lawinen gibt

Freerider und Tourengänger sollen mit prägnanteren Warnungen von leichtsinnigen Aktionen abgehalten werden. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF hat die Bezeichnungen der Lawinengrössen angepasst. Wo bisher Niedergänge, die typischerweise von Skifahrern ausgelöst werden, als kleine Lawinen bezeichnet wurden, spricht man neu von mittleren Lawinen, dafür werden ehemals mittlere Lawinen neu als grosse bezeichnet – und so weiter. Auch bei den Gefahrenstufen im Lawinenbulletin ist es zu einer Praxisänderung gekommen. Diese Skala umfasst die Stufen «gering», «mässig», «erheblich», «gross» und «sehr gross». Thomas Stucki, Leiter Lawinenwarndienst beim SLF, schätzt, dass dies etwa zu einer Verdoppelung der Warnungen der Stufe «gross» führen wird, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Auf Bombardier kommt weitere Strafzahlung zu

In einer Mitteilung kritisierten die SBB Bombardier scharf. Die Probleme mit dem neuen Zug seien «nicht akzeptabel». In einem Interview verteidigte sich Bombardier-Schweiz-Chef Stéphane Wettstein: Die Probleme seien nicht schwerwiegend und schon bald vom Tisch. Auch Strafzahlungen an die SBB seien kein Thema. «Dafür müsste zuerst ein vertraglicher Schaden entstehen. Das ist nicht der Fall.» Bei den SBB sieht man das nicht so. «Die Verantwortung liegt beim Lieferanten», sagte SBB-Chef Andreas Meyer. Man habe mit Bombardier einen «harten Vertrag mit Strafzahlungen abgeschlossen». Laut den Offertunterlagen muss der Konzern für jeden um eine Woche verspäteten Zug eine Strafe von 0,5 Prozent des Stückpreises bezahlen. Sollte das so auch im Kaufvertrag festgehalten sein, käme man auf eine Zahlung von 460 Millionen Franken.

Titlis-Projekt: Behörden gleisen Verfahren parallel auf

Der hängige Obwaldner Richtplan könnte das 100 Millionen Franken teure Projekt der Stararchitekten Herzog und de Meuron verzögern – zum Unmut der Titlis-Bahnen. Dass es für das Projekt eine Spezialzone brauche, sei «unverständlich», denn das Gebiet Engelberg-Titlis sei bereits ein touristisches Intensivnutzungsgebiet, schreibt Titlis-Bahnen-CEO Norbert Patt auf Anfrage der «Zentralschweiz am Sonntag». Kanton und Gemeinde lassen nun in enger Absprache und Zusammenarbeit die sechs nötigen Verfahren (Revision des kantonalen Richtplans, Nachschreibung des Richtplans, Zonenplanänderung, Verschiebung der Kantonsgrenze, Plangenehmigungsverfahren für Bahn und Bauprojekt) ausnahmsweise parallel laufen, um den Zeitbedarf zu optimieren.  

Stockholm, Norwegen und das mongolische Meer

Im Reiseteil der «Sonntagszeitung» geht es hoch hinaus: Die schwedische Hauptstadt kann man jetzt auch von oben erleben - auf einer schwindelerregenden Tour über der Altstadt. Über die Dächer von Stockholm führt ein schmaler Pfad von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Nur etwa 30 Zentimeter breit, 330 Meter lang. Ein Adrenalinkick in 43 Meter Höhe. Allerdings keine gute Idee für Menschen, die nicht schwindelfrei sind oder unter Höhenangst leiden.

In Norwegen locken ausser dem Polarlicht und den steilen Bergen auch die Strände. Die 80 Eilande und unzählige Schären bilden die einmaligen Lofoten, das über Brücken und Fähren mit dem Festland verbunden ist. Nordisch herb und dabei karibisch blau mit weissem Sand ist Kvalvika an der Aussenseite der Insel Moskenesya ein Juwel. Doch nirgends ragen die Felswände so kühn und steil aus dem Meer wie in Reine. Granit und anderes Vulkangestein türmt sich zu 900 Meter hohen Felskeilen und Nadeln auf. Dass die Felswände direkt aus dem Nordmeer stechen, lässt sie noch dramatischer wirken.

Die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtet über die Mongolei: Genauer über den Khuvsgul Nationalpark im Norden der Mongolei, kurz vor der russischen Grenze zu Sibirien, der seit jeher ein beliebter Lagerplatz von Nomaden ist. Sein 3000 Quadratkilometer grosser See ist fünfmal so gross wie der Bodensee und das grösste Trinkwasser-Reservoir des Landes. Der Khuvsgul-See wird «Mongolisches Meer» genannt. Heute speisen fast 100 Bäche das Binnengewässer in der Mongolischen Schweiz, der einzige Abfluss führt über Umwege in den sibirischen Baikalsee, vorbei an weiten Grasflächen und samtenen Hügeln – ein touristisches Highlight.

(LVE)