Tourismuswelt

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Der Mond spielt im kommenden Jahr ein wichtige Rolle - bei Sonnenfinsternissen, aber auch, weil er bereits vor 50 Jahren vom Menschen besucht wurde. Bild: Bryan Goff

Das sind die wichtigsten Events im kommenden Jahr

Sind Sie bereit fürs neue Jahr? Wir sind es. Und wir sagen Ihnen auch gleich, welche Mega-Events im kommenden Jahr für (touristische) Aufmerksamkeit sorgen werden.

Der letzte Tag des Jahres fällt auf einen Montag... Falls Sie sich nun auf die Rubrik «Diese Woche» gefreut haben, müssen wir Sie enttäuschen: Diese Woche läuft herzlich wenig. Dafür haben wir gewissermassen einen einmaligen Beitrag zum Thema «Dieses Jahr». Wir verraten ihnen, welche Events im kommenden Jahr für Aufsehen sorgen werden und natürlich auch für erhöhtes Touristenaufkommen sorgen dürften.

Irland

Wir wären kein Reise- und Tourismusportal, wenn wir den ersten Platz nicht einer Reise-Errungenschaft geben würden: Ja, am 15. Juni 2019 sind es bereits 100 Jahre her, seit der erste Nonstop-Transatlantikflug durchgeführt wurde. Heute denken viele, das sei doch erst 1927 von Charles Lindberg an Bord der berühmten «Spirit of St. Louis» erreicht worden. Falsch: Das war zwar der erste Transatlantik-Soloflug, und er führte von New York nach Paris, und wurde enorm mediatisiert. Doch der erste Transatlantikflug erfolgte am 15. Juni 1919, als die britischen Piloten John Alcock und Arthur Whitten Brown in einer Vickers Vimy von St. Johns auf Neufundland (Kanada) abflogen und nach 16 Stunden und 28 Minuten Flug in Clifden, an der irischen Westküste, wohlversehrt aufsetzten, obwohl eigentlich nicht Clifden ihr Ziel gewesen war. In Clifden wird es einen historischen Event geben; dazu wird im Brooklands Museum südwestlich von London, der «Geburtsstätte der Concorde», im Rahmen eines Sonderausstellung eine Vickers Vimy gezeigt. Der Original-Landeplatz der beiden Flugpioniere im Derrigimlagh Bog südlich von Clifden ist übrigens schon seit Jahren vom irischen Tourismusbüro Fáilte Ireland als ein «Discovery Point» entlang der Panoramastrasse «Wild Atlantic Way» gekennzeichnet.

USA

«Ein kleiner Schritt für mich, ein grosser Schritt für die Menschheit» - das waren die Worte von Astronaut Neil Armstrong, als er vor bald 50 Jahren als erster Mensch auf den Mond trat. Am 20. Juli, aber auch darüber hinaus, wird in den ganzen USA dieses historischen Moments gedacht - alle 12 Menschen, die bislang überhaupt auf dem Mond waren, sind bzw. waren Amerikaner. Das «Space Center» in Houston wird Original-Objekte der Apollo-11-Mission ausstellen, im Kindermuseum von Indianapolis gibt es die Sonderausstellung «Beyond Spaceship Earth» und auch das National Air & Space Museum in Washington DC wird Sonderausstellungen präsentieren. Die Events der der US-Raumfahrtagentur NASA findet man hier.

Chile/Argentinien

Am 2. Juli 2019 wird eine totale Sonnenfinsternis in Südamerika, und dabei am allerbesten in Chile und Argentinien, zu erleben sein. Als allerbeste Spots zur Sichtung des seltenen Naturphänomens gelten das Equi-Tal und die Atacama-Wüste, beide in Chile gelegen. Zahlreiche spezialisierte Reise-Anbieter haben natürlich wieder Gruppenreisen zur Sonnenfinsternis im Programm.

Deutschland/Israel/USA

100 Jahre Bauhaus: Die Architektur-Bewegung, welche 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet wurde und eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk darstellte, wird in Deutschland, aber auch weltweit, mit zahlreichen Events geehrt. In Deutschland wird es in Weimar, Dessau und Berlin zahlreiche Ausstellungen und Events geben - einenÜberblick gibt es unter diesem Link. Natürlich wird es auch in Tel Aviv grosse Events geben: Deutsche jüdische Architekten brachten den Architektur-Stil mit, wodurch das Stadtzentrum von Tel Aviv noch heute die grösste Dichte an Bauhaus-Siedlungen weltweit hat. Auch in den USA sind Events geplant, etwa in Aspen (Colorado) - infolge des Weltkriegs waren viele Architekten in die USA geflohen und hatten dort den Bauhaus-Stil etabliert.

Frankreich

In Frankreich gibt es im kommenden Jahr Events zu zwei wichtigen historischen Gegebenheiten: Zum einen wird des Versailler Friedensvertrags gedacht, welcher vor 100 Jahren einen endgültigen Schlussstrich unter den Ersten Weltkrieg zog. Am 28. Juni 1919 hatte Deutschland mit den Alliierten (u.a. die USA, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Russland) den Friedensvertrag unterzeichnet. Zur Klärung: Bereits am 11. November 1918 hatte der Waffenstillstand von Compiègne die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs beendet, weshalb es schon dieses Jahr Feierlichkeiten gab - der Kriegszustand wurde aber erst durch die Pariser Friedenskonferenz und deren Resultat, der Versailler Friedensvertrag, beendet.

Ein weiteres Jubiläum, dieses Mal in Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg, wird ebenfalls begangen: Am 6. Juni 1944 landeten amerikanische und britische Streitkräfte in der Normandie, wodurch die Befreiung Frankreichs und letztlich der Sieg über das deutsche Nazi-Regime eingeläutet wurden. Der so genannte «D-Day» jährt sich damit zum 75. Mal - das wird in der Normandie an den Landungsstätten und auf den vielen Soldatenfriedhöfen ebenso begangen wie in Militärmuseen in Grossbritannien und den USA.

Italien/Frankreich/Grossbritannien

In Italien wird der 500. Todestag des toskanischen Universalgenies Leonardo da Vinci selbstverständlich mit viel Pomp begangen. Vor allem in Florenz, aber auch in Rom, wird es zahlreiche Events geben, welche eine Retrospektive zu Da Vinci's riesigem Werk bieten. Doch nicht nur das Geburtsland von Da Vinci feiert den Künstler: Auch in Frankreich wird es Events zu seinen Ehren geben, vor allem im Loire-Tal - die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte Da Vinci im Château du Clos Lucé in Amboise nahe Tours, wo er auch verstarb. Auch Grossbritannien will von der anhaltenden Popularität von Da Vinci profitieren und wird in London (Royal Collection sowie Queens Gallery in Buckingham) sowie weiteren Städten mehrere Ausstellungen mit Originalwerken des Künstlers präsentieren.

Niederlande

Noch ein Künstler, dessen Tod gefeiert wird: In den Niederlanden wird des 350. Todestags des Barock-Künstlers Rembrandt van Rijn gedacht, der in Leiden geboren wurde und am 4. Oktober 1669 in Amsterdam verstarb. Eine der grössten Retrospektiven wird im Rijksmuseum im Amsterdam zu sehen sein, wo erstmals sein Gesamtwerk ausgestellt sein wird, inklusive seinem berühmtesten Werk, «Die Nachtwache». Diese aussergewöhnliche Ausstellung dauert vom 15. Februar bis 10. Juni 2019; anschliessend kann das Publikum noch der Restaurierung des Bildes «Die Nachtwache» beiwohnen.

USA

Der amerikanische National Park Service feierte bereits 2016 sein hundertjähriges Jubiläum und das erste US-Naturschutzgebiet, der heutige Yellowstone National Park, wurde bereits 1864 eingeweiht. Doch im kommenden Jahr feiert der wohl bekannteste Nationalpark der USA, der Grand Canyon National Park, sein hundertjähriges Bestehen. Zum «Centenary» wird es im Unesco-Weltnaturerbe zahlreiche Sonder-Events geben - frühes Buchen von Übernachtungsplätzen lohnt sich, insbesondere für jene, welche in der einzigen Unterkunft in der Talsohle des riesigen Canyons - die Phantom Ranch auf der Nordseite des Colorado River - übernachten wollen.

Kuba

Die Hauptstadt von Kuba, Havanna, feiert 2019 den 500. Jahrestag ihrer Gründung - und das natürlich richtig kubanisch, also mit viel Musik und zahlreichen Events in der ganzen Stadt. Unter anderem wird Kapitol nach abgeschlossener Restaurierung wieder fürs Publikum geöffnet. Informationen zu den Events gibt es online, unter anderem auf dieser Schweizer Webseite.

Liechtenstein

Unser kleiner Nachbar wird 300 Jahre alt! Das Fürstentum Liechtenstein wird das runde Jubiläum ab dem 23. Januar 2019 landesweit feiern. Informationen dazu unter diesem Link.

England

In England regierte noch König Heinrich der VIII., als das Pferderennen «Kiplingcotes Derby» in der Grafschaft Yorkshire erstmals durchgeführt wurde. Das Rennen im Örtchen Market Weighton im Osten von Yorkshire gibt es seitdem jedes Jahr (bislang mit nur drei wetterbedingten Ausnahmen) - und 2019 damit zum bereits 500. Mal. Die Pferderennen-Szene, normalerweise an ganz anderen Rennen präsent, dürfte deshalb am 21. März 2019 das Auge ausnahmsweise mal wieder nach Yorkshire richten. Infos zum ältesten und wohl auch kuriosesten Pferderennen der Welt gibt es unter diesem Link.

USA

Noch ein Jubiläum in Amerika: Es ist tatsächlich schon 50 Jahre her seit «Woodstock». Das Festival namens «Woodstock Music & Art Fair – 3 Days of Peace & Music» fand vom 15.-17. August 1969 in Bethel Woods, einem Kaff ein paar Autostunden nördlich von New York, statt und war so etwas wie der Höhepunkt der Hippie-Bewegung, und gilt als eines der weltweit bekanntesten Open-Air-Festivals. Rund 400'000 Zuschauer sahen damalige Stars wie Jimi Hendrix, Janis Joplin oder The Who auftreten; ein Oscar-prämierter Dokumentarfilm namens «Woodstock» trug das Seine zum Mythos des Festivals bei. Im Bethel Woods Center for the Arts wird es diverse Events und Aktivitäten sowie kleine Konzerte geben - am historischen Ort sind die 60er Jahre noch lebendig. Ein angedachtes, offizielles Gedenkkonzert steht noch aus, obwohl im Internet dazu die wildesten Gerüchte kursieren. Aber vielleicht kommt ja doch noch etwas zustande - auch das ursprüngliche Woodstock-Festival war ziemlich chaotisch, und doch grossartig.

(JCR)