Tourismuswelt

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Sunday Press Schweiz hat neuen Flugdeal mit Briten ausgehandelt 

Wegen dem Brexit könnte es im europäischen Flugverkehr zu heftigen Turbulenzen kommen. – Bei den Schweizer Wintersportorten wird der Klimawandel zu Veränderungen führen. – Luxustouristen droht Ungemach wegen Schals aus Tibetantilopen-Fell.

Die Schweiz steht laut der «NZZ am Sonntag» kurz davor, mit Grossbritannien ein neues Flugverkehrsabkommen zu unterzeichnen. «Es benötigt noch einen formellen Beschluss des Bundesrats dazu. Sobald dieser vorliegt, kann das Abkommen unterzeichnet werden. Dies ist vor Ende Jahr geplant», bestätigt eine Uvek-Sprecherin. Damit stellt die Schweiz sicher, dass auch nach dem Brexit Flüge aus der Schweiz nach London problemlos möglich sind.

Für einige europäische Airlines könnte es allerdings ungemütlich werden. Falls die Briten Ende März 2019 ohne Vertrag aus der EU fliegen, steuern zahlreiche Airlines auf ein wochenlanges Grounding zu. Denn ohne gültigen «Deal» würden die Flugrechte zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU hinfällig. «Dann könnte niemand zwischen UK und EU fliegen», sagt Pablo Mendes de Leon, Professor für Luft- und Weltraumrecht an der niederländischen Universität Leiden. Die grosse Lücke müsste dann mit bilateralen Verträgen oder Ad-hoc-Verabredungen zwischen einzelnen EU-Ländern und dem UK gefüllt werden.

Die Briten arbeiten derzeit fieberhaft daran, eine Reihe von früheren bilateralen Abkommen wieder in Kraft setzen zu können. Den einzelnen EU-Ländern sind jedoch die Hände gebunden. Sie dürfen keine separaten Deals mit den Briten aushandeln. Laut der «NZZ am Sonntag» sollen aber Spanien und Portugal, die stark von britischen Touristen abhängig sind, ohne Brüsseler Zustimmung heimlich Verhandlungen aufgenommen haben. Die Zeitung beruft sich dabei auf gut informierte Kreise.

Ryanair-Chef Michael O’Leary sieht alles nicht so dramatisch. Vergangene Woche erklärte er, die irische Fluggesellschaft mit ihren Basen und dem Fokus auf britische Kunden, könne auch überleben, wenn sie Flugzeuge für ein, zwei oder drei Wochen stilllegen müsste.

Klimawandel verändert Tourismus in der Schweiz

Der Schweizer Tourismus steht vor ganz anderen Herausforderungen: dem Klimawandel. «In der Schweiz gibt es 29 Destinationen, die über 2800 Meter hinausgehen. Aber alle Gebiete, die um die 1500 Meter und tiefer liegen, sollten sich nach Alternativen umsehen», sagt Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, in der «NZZ am Sonntag».

Dies ist einfacher gesagt als getan. Denn der Winter ist zentraler Ertragsbringer für die Bergregionen. Im Kanton Graubünden steuert die Wintersaison 87 Prozent zu den jährlichen Personenverkehrserträgen bei, im Wallis, im Waadtland und in Freiburg sind es fast 80 Prozent. Gemessen an den gesamten Logiernächten in der Schweiz entfallen gut 44 Prozent auf den Winter. Die Einnahmen beliefen sich laut Schweiz Tourismus in der letzten Saison auf rund 15 Milliarden Franken gegenüber 20 Milliarden Franken im Sommer.

Laut Nydegger gibt es sehr wohl Alternativen zum Wintersport: «Berggebiete bieten sich optimal an für Geschäftstourismus, für Seminare, Events oder Meetings.» Als zweiten potenziellen Pfeiler sieht er den Gesundheitstourismus: «Behandlung, Eingriff, Rehabilitation, Therapie oder das Wellness-Wochenende kann man wetterunabhängig machen.» Schweiz Tourismus schätzt dieses Potenzial derzeit auf knapp 500’000 Hotel-Logiernächte und eine touristische Wertschöpfung von 200 Millionen Franken. Das entspricht aber laut der «NZZ am Sonntag» nur rund 1,4 Prozent der gut 37 Millionen Logiernächte, die die Hotellerie im vergangenen Jahr erreichte.

Die besten Schweizer Winterhotels

Apropos Hotels: Die «Sonntagszeitung» bringt in ihrer aktuellen Ausgabe Karl Wilds Ranking der besten Winterhotels. Sowohl bei den Fünf- wie auch den Vier-Sterne-Häuser ist es zu einem Wechsel an der Spitze gekommen. Das beste Schweizer Winterhotel mit fünf Sternen ist neu das «The Chedi» in Andermatt, das im Vorjahr noch auf Platz zwei war. Auf diesem sieht sich nun das «Kulm Hotel» in St. Moritz, der Spitzenreiter aus dem Vorjahr, wieder.

Auf der Liste der Tophotels mit vier Sternen löste das Guarda Val in der Lenzerheide das Pirmin Zurbriggen in Saas-Almagell ab. Laut Wild ist in der Schweizer Hotellerie wieder Aufbruchstimmung auszumachen. Eine Blitzumfrage habe ergeben, dass der Buchungseingang für den kommenden Winter meist über dem guten Vorjahr liege, schreibt Wild.

Fachkräftemangel setzt Österreichs Tourismus zu

In Österreich sorgt der Fachkräftemangel im Tourismus für aussergewöhnliche Zustände. Mittlerweile sei die Personalknappheit so stark, schreibt die «NZZ am Sonntag», dass erste Skihütten deswegen Ruhetage einführen müssen.

So akut ist die Situation hierzulande nicht. Zwar landete das Thema Fachkräftemangel auf dem ersten Platz des im Oktober durchgeführten Sorgenbarometers des Branchenverbandes Hotelleriesuisse – noch vor der Währungsthematik. Doch Verbandspräsident Andreas Züllig weist auf einige Vorteile gegenüber den ausländischen Konkurrenten hin: «Wir haben einen Gesamtarbeitsvertrag mit attraktiven Minimallöhnen.» Zudem seien die Schweizer Löhne im Vergleich zum angrenzenden Ausland wesentlichen höher. In der Schweiz liegt der Lohn bei 4195 Franken für gelernte Arbeitskräfte. Laut Züllig beträgt der Minimallohn ennet der Grenze für gelernte Arbeitskräfte 1200 bis 1400 Euro.

Trotzdem besteht auch in der Schweizer Hotellerie ein Mangel an Köchen, Service- und Receptionsmitarbeitern. Auch im Gastgewerbe herrsche ein Fachkräftemangel, teilt der Verband Gastrosuisse mit. Wegen der im Juli eingeführten Stellenmeldepflicht sei es schwieriger und aufwendiger geworden, Personal zu finden. Deshalb verschärfe sich die Situation.

Luxustouristen droht Ungemach

Die Festtage könnten für den einen oder anderen gut betuchten Gast in der Schweiz unerfreulich enden. Der Bund verstärkt die Kontrollen von Käufern und Verkäufern verbotener Wollprodukte wie beispielsweise Shahtoosh-Schals. Diese sind vor allem bei Touristen in Luxusferienorten beliebt . «Zusammen mit dem Zoll und dem Grenzwachtkorps führen wir Schwerpunktkontrollen durch», wird Bruno Mainini, stellvertretender Leiter der Abteilung Artenschutz beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesenin, in der «NZZ am Sonntag» zitiert. «Dabei kommen meist auch Artenschutz-Spürhunde zum Einsatz.»

Shahtoosh-Schals werden aus feinster Wolle, sogenannter Königswolle, gewoben und kosten bis zu 40’000 Franken das Stück. Das Tragen der Schals und der Handel mit ihnen ist jedoch verboten. Shahtoosh wird nämlich aus dem Fell der Tibetantilope gewonnen; für jeden Schal müssen drei bis vier der Tiere getötet werden. «Vor allem vor Weihnachten stossen wir auf diese Fälle», sagt Mainini. «Vor Weihnachten reisen reiche Touristen und Touristinnen aus dem Ausland in die Schweiz und verbringen hier ihre Weihnachts- und Neujahrsferien. Bei diesen Personen sind Shahtoosh-Schale äusserst beliebt.» Das Tragen oder Mitführen eines Shahtoosh-Schals kann zu einer Busse von mehreren tausend Franken führen.

Sinfonieorchester erhält Tourismuspreis

Normalerweise werden Hoteliers, Bergbahnen oder Resorts mit Tourismuspreisen ausgezeichnet. Wie die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtet, wurde in Luzern nun auch ein Orchester damit bedacht. Das Luzerner Sinfonieorchester erhielt am Samstagabend den Tourismus-Awards. Die weiteren Preisträger sind das Bürgenstock Resort und Hotelier Fritz Erni (Art-Deco-Hotel Montana). Letzterer wurde mit einem Lifetime-Award ausgezeichnet.

Mit der Würdigung des Luzerner Sinfonieorchesters wurde insbesondere auch die Leistung des Intendanten Numa Bischof Ullmann hervorgehoben. In den 15 Jahren seines Wirkens habe er das Orchester aus der Regional- in die internationale Spitzenliga gehievt und das Luzerner Sinfonieorchester zu einer «Visitenkarte hiesigen Kunstschaffens» entwickelt. So sei das Sinfonieorchester auch ein wichtiger Botschafter für den Tourismus. Für Numa Bischof Ullmann schöpft Luzern noch längst nicht sein ganzes Potenzial aus, das es als Musikstadt hat. «Ziel müsste doch sein: Wer nach Luzern kommt, der besucht mindestens ein Konzert», sagt er.

Heliskiing, Tirol, St. Gallen

Auf ihren Reiseseiten berichten die «Zentralschweiz am Sonntag» und die «Ostschweiz am Sonntag» über Heliskiing in Kanada und machen einen Abstecher ins Hohenlohe Land in Deutschland. Die «Sonntagszeitung» berichtet über die Tiroler Region Serfaus-Fies-Ladis, Komodo und St. Gallen.

(DWB)