Technologie-Special

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Die Tourdata-Crew auf einem Firmenausflug in Österreich: Roger Zimmermann, Philipp Clement, Eveline Fischer, Gaby Hofmann, Hugo Hofmann, Volker Kammerer und Arlette Gahler.

«Das könnte ein Verkaufsschlager werden. Die Sache ist aber komplex»

Hugo Hofmann gewährt Einblicke in die aktuellen Entwicklungen von Tourdata. Der Technologie-Dienstleister zählt auf über 70 Kunden in der Schweizer Reisebranche.

Herr Hofmann, als Technologie-Dienstleister sitzen Sie an den Schnittstellen der Reisebranche. Welche Entwicklungen prägen das laufende Jahr?

Hugo Hofmann: Dynamisch, wen wunderts, entwickeln sich die Internet-Onlinebuchungen. Unsere Kunden konnten im vergangenen Jahr über unsere Buchungsmaschine über 160'000 Buchungen entgegennehmen. Der Onlineanteil aller Buchungen ist unterschiedlich. Die Zahlen variieren zwischen 6% und über 50% aller Buchungen bei den Veranstaltern. Und es sind doch einige, die über 40% aller Buchungen über das Internet generieren.

Wie hat sich Tourdata in den letzten Jahren entwickelt?

Die Anzahl unserer Kunden, Reiseveranstalter und Carunternehmen und Schifffahrtsgesellschaften bleibt konstant, es gibt Zugänge und Abgänge. An über 700 Arbeitsplätzen in der Schweiz und in Deutschland wird mit Tourdata gearbeitet. Personell waren wir  über 15 Jahre hinweg zu sechst. Seit 2 Jahren haben wir 2 Stellen aufgestockt und werden weiter aufstocken.

Welche Tourdata-Dienstleistungen sind jüngst am meisten gefragt?

Dies ist eine schwierige Frage. Früher war das Wachstum der Anzahl Neukunden ein Treiber,das hat sich sehr stark geändert. Bei unseren Kunden gibt es die unterschiedlichsten Entwicklungen. Viele Kunden sind mit den angebotenen Dienstleistungen zufrieden. Die Dynamik der IT führt aber sehr stark zu einer Individualisierung, insbesondere bei unseren Kunden, die eine gewisse Markstellung haben. Individuelle Projekte und Weiterentwicklungen für einzelne Kunden haben stark zugenommen. Diesem Trend dürfen und müssen wir folgen, um weiter am Markt bestehen zu können.

«Zukunftsweisend ist der elektronische Dokumentenversand bei Online-Buchungen»

Entwickelt Tourdata auch Apps?

Ja, wir haben vor zwei Jahren eine Kunden-App mit Reisedaten auf den Markt gebracht. Ich glaube, dass dies in wenigen Jahren ein absolutes Muss ist, und alle Veranstalter und Kunden diese haben wollen. Im Moment sind die Download- Zahlen aber noch gering, reden wir in 3 Jahren wieder darüber – wir sind jedenfalls bei dieser Entwicklung vorne dabei. Für Reiseleiter und Carchauffeure haben wir ebenfalls eine App entwickelt. Nebst Buchungsdaten aller Teilnehmer, Hotellisten, Einstiegslisten, Sitzplätzen kann der Reiseleiter jeden einzelnen Teilnehmer suchen und anrufen. Er kann allen Teilnehmern ein SMS senden und den Reiseleiterrapport ans Büro senden. Zudem wird es für den Pikettdienst eine App geben.  Und eine Reiseleiter-„vor Ort“-App. Diese umfasst alle Kunden, die unterwegs oder vor Ort sind, welche Leistungen  wie Mietwagen oder Hotels gebucht haben und wo sie sich gemäss Buchung befinden. Selbstverständlich mit Telefonnummer und Email. Online kann das gesamte Dossier des Kunden geladen werden.

Mit welchen weiteren Projekten ist Tourdata beschäftigt?

Das wichtigste  und zukunftsweisendste ist der elektronische Dokumentenversand  bei Online-Buchungen. Das heisst, der Kunde bucht online, bezahlt online und erhält die Dokumente   wie Reiseprogramm oder Voucheronline. Das könnte ein Verkaufsschlager werden. Die Sache ist aber komplex.  Jeder unserer Kunden möchte es anders haben: Voucher zuerst, erst nach Bezahlung, 3 Wochen vor Abreise, Reiseprogramm dito.  Auf allen Kanälen: per pdf, per app, per Email, aufs Handy, auf den PC, aufs Tablet. Android oder Apple-Welt. Das ist viel Arbeit. Ausserdem beschäftigen wir uns mit Kundenfragebogen. Einerseits bei Kreuzfahrten im Vorfeld der Kreuzfahrt, kurz als Bordmanifest bekannt, andererseits mit Zufriedenheitsumfragen nach der Reise. Früher hat man diese Fragebogen den Reiseunterlagen beigelegt. Heute erhalten alle Kunden mit Emailadresse einen Link unter dem Sie die Fragebogen ausfüllen können. Das erspart viel Arbeit. Die spannenden Projekte gehen uns nicht aus.

(GWA)