Ferien in der Schweiz

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Gründete 2014 den Zahlungsprovider Twint: Thierry Kneissler, neuer VRP bei Hotelcard.ch. Bild: HO

«Hotelcard erspart Reisenden die langwierige Suche nach den besten Preisen»

Twint-Gründer Thierry Knessler ist neuer VR-Präsident bei Hotelcard.ch. Im Interview äussert er sich zu seinen Zielen und den Vorzügen des Buchungsportals.

Herr Kneissler, mitten in der Corona-Krise wurden Sie zum neuen Verwaltungsratspräsidenten eines Tourismus-Unternehmens ernannt. Kein einfacher Einstieg.

Thierry Kneissler: Ja und nein. Es war sicher ein spezieller Einstieg, da die Hotelbranche ausserordentlich stark vom Corona-Virus betroffen ist und wir das bei Hotelcard natürlich auch gespürt haben. Auf der anderen Seite sehen wir eine grosse Chance, mit unserem Produkt den Schweizerinnen und Schweizern gerade jetzt in der Krise Ausflüge und Ferien in der Heimat zu ermöglichen. So unterstützen wir unsere Partnerhotels und generieren Wertschöpfung in der Schweiz.

Können Sie sich noch erinnern, wann und wo Sie zum ersten Mal von Hotelcard gehört haben?

Dies war vor einigen Jahren. Ich habe ein Inserat gesehen in einer Zeitschrift. Unsere Familie löste dann eine Mitgliedschaft und so lernte ich Hotelcard als Reisender kennen.

In der Schweiz kennt man Sie vor allem als Gründer der mobilen Zahlungslösung TWINT. Wieso haben Sie TWINT auf dem Höhepunkt des Erfolges verlassen?

Man soll immer auf dem Höhepunkt gehen! Das Unternehmen war gross geworden, die Anforderungen deckten sich nicht mehr mit dem, was ich gerne tue: Strategien ausdenken, Geschäftsmodelle umsetzen, in kleinen Teams entscheiden. So beschloss ich 2018 im besten Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat, auszutreten und eine neue Herausforderung zu suchen.

Seit 1996 und während Ihres gesamten Berufslebens waren Sie in der Finanzbranche tätig. Wieso setzen Sie jetzt zum ersten Mal einen Fuss in die Welt des Tourismus?

Mich fasziniert das einzigartige Geschäftsmodell von Hotelcard: Als Kunde erwerbe ich eine Mitgliedschaft, mit der ich Zugang zu attraktiven Hotelangeboten erhalte. Und das Finanzielle ist klar geregelt – wir finanzieren uns ausschliesslich aus den Mitglieder-Einnahmen, die Hotels bezahlen uns keine Kommissionen. Das ist ein ganz anderes Modell als sonst in der Tourismusbranche üblich. Und – hier schliesst sich der Kreis zu meiner früheren Tätigkeit z.B. bei Twint – das Spezielle, das Neue hat mich immer angezogen.

«Bei uns erhalten sie die besten verfügbaren Preise, bei einer breiten Auswahl an Hotels»

Wie interpretieren Sie die Rolle des VR-Präsidenten? Wie und wo werden Sie sich einbringen?

Die Strategiedefinition ist Aufgabe des Verwaltungsrates, da werde ich meine Erfahrungen sicherlich einbringen. Plus sehe ich mich als Sparring-Partner des Geschäftsführers. Letztlich bringe ich mich dort ein, wo ich dem Erfolg des Unternehmens zudienen kann – immer unter Berücksichtigung der Aufgabenteilung zwischen Geschäftsleitung und Verwaltungsrat.

Wo sehen Sie künftig die grössten Chancen für Hotelcard?

Trotz oder gerade wegen des Internets ist es heute für Reisende nicht einfach, ein Hotel zu buchen. Im Durchschnitt werden 7 Websites besucht, bevor eine Buchung zustande kommt. Das Angebot ist riesig, die Preise intransparent. Auch Preisvergleichsdienste sind da nicht hilfreich, sie kassieren bei jeder Buchung mit, was deren Objektivität in Frage stellt. Die Chance für Hotelcard ist es, den Reisenden die langwierige Suche zu ersparen. Bei uns erhalten sie die besten verfügbaren Preise, bei einer breiten Auswahl an Hotels. Je öfter man reist, desto mehr profitiert man. Auch die teilnehmenden Hotels sind zufrieden, da sie keinerlei Kommissionen oder Gebühren an uns bezahlen und dank Hotelcard eine bessere Auslastung, v.a. in Randzeiten, erreichen.

Welche 3 Hauptziele möchten Sie mit Hotelcard im kommenden Jahr erreichen?

Wir wollen die Plattform für unsere Mitglieder noch attraktiver machen, damit sie mit Hotelcard öfter reisen und profitieren können. Wir wollen die Plattform dank automatischer Anbindungen an die Buchungssysteme auch für die Hotels attraktiver machen, um das Hotelangebot weiter zu erhöhen. Und wir wollen das Marketing digitalisieren und zielgerichteter ausgestalten.

Welches ist aus Ihrer Sicht das beste Hotel in der Schweiz?

Bei dieser Frage ziehe ich den Joker! Es gibt so viele einmalige Hotels in der Schweiz und ich entdecke immer wieder neue – vor allem auch jetzt mit Hotelcard.

Wo werden Sie Ihre nächsten Ferien verbringen?

Geplant war eine mehrwöchige Zugreise durch den Osten von Europa, mit dem Wendeziel Istanbul. Daraus wird dieses Jahr nichts. Voraussichtlich machen wir nun in der Schweiz Ferien und ich werde mich vom Hotelcard-Angebot inspirieren lassen.

(TN)