Ferien in der Schweiz

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Thomas Jenzer vor einem VW California: Ferien in der Abgeschiedenheit, wie hier im Appenzell, dürften in diesem Jahr hoch im Kurs stehen. Bild: Citypeak Campers

Thomas Jenzer öffnet Reisebüros die VW-Türe

Von Gregor Waser

Welche Ferienart bietet sich derzeit überhaupt noch an, offeriert zu werden? Die 30 VW T6.1 Californias im Wagenpark von Citypeak Campers stellen eine interessante Ferienform dar, die in diesem Jahr noch verstärkt zur Anwendung kommen könnte. Buchungen, etwa für Ferien in der Schweiz, können neuerdings auch Reisebüros tätigen.

Die Welt ist in Schockstarre, die Reisewelt steht still. Länder schliessen ihre Grenzen, Airlines stehen am Boden. Wer seine Ferien für dieses Jahr gebucht hat, steht vor dem Ungewissen. Es sind schwierige Wochen, die der Tourismusindustrie bevorstehen, insbesondere Reisebüros stehen vor einem Berg Problemen. Nicht nur die abfliessende Liquidität ist besorgniserregend. Auch die Frage nach künftigen Angeboten. Denn was soll denn – falls in den nächsten Wochen eine Kundenanfrage reinkommt – bitteschön noch offeriert werden?

Immerhin steckt ein Teil der Reisebranche den Kopf nicht in den Sand. Denn in diesen Tagen des Lockdowns eröffnen sich durchaus neue Chancen. Denn für den Traum nach einer nächsten Reise dürften derzeit nun viele Leute genügend Zeit haben. In die Offensive geht etwa Tourasia, der Asienspezialist verschickt per Newsletter die schönsten Bilder aus Myanmar zur Inspiration, Wien rollt den Teppich aus mit virtuellen Begehungen, um als morgiges Reiseziel heute schon präsent zu sein.

Auch beim Telefongespräch mit Thomas Jenzer, dem IST-Schulleiter und Gründer von Citypeak Campers, merkt man schnell: der langjährige Touristiker schaut bereits wieder nach vorne. Vor vier Jahren hat Jenzer Citypeak Campers gegründet und bietet im Direktverkauf VW T6.1 California Campers an für die Entdeckung der Schweiz und Europas. Mittlerweile stehen 30 Fahrzeuge an den drei Standorten Füllinsdorf BL, Gebertingen SG und Buchrain LU.

«Die Outdoor- und Camping-Branche ist derzeit wohl am wenigsten betroffen», stellt Jenzer fest, «bis jetzt hatten wir eine Handvoll Annullationen und nur wenige Kundenfragen wegen der für April bis Oktober getätigten Buchungen.» Die Ferienformel, auf vier Rädern völlig autonom raus in die Natur zu gelangen und sich je nach äusseren Umständen die Reiseroute festlegen zu können, dürfte als eine der ersten Reiseformen in den nächsten Wochen wieder in Angriff genommen werden, sollte der Lockdown schrittweise gelockert werden.

Interessante Alternative zu anderen Reiseformen

Thomas Jenzer, der später Skytours-Chef war, hat auch 9/11 und die schwierigen Wochen danach hautnah miterlebt, der Stillstand in den Reisebüros geht ihm nahe: «Als langjähriger Touroperator weiss ich, wie schwierig es für Reisebüros ist, in den nächsten Wochen überhaupt noch etwas anbieten oder verkaufen zu können». Nun habe er sich entschlossen, seine VW-Flotte auch für Reisebüros direkt buchbar zu machen, damit Reisebüros für ihre Stammkunden weiterhin ein buchbares Produkt anbieten können.

«Eine Entdeckungsreise durch die Schweiz per Camper dürfte auch für Reisebüros ein interessantes Produkt darstellen», sagt Jenzer. Er gewährt Reisebüros bei Camper-Buchungen eine Kommission und bietet ihnen auch die identischen Verkaufspreise an bei Spezialaktionen. «Mit uns sind nicht grosse Umsätze zu machen, aber als interessante Alternative zu anderen Reiseformen können Reisebüros bei uns ein spannendes Produkt finden.»

Zu einem späteren Zeitpunkt könne er sich auch vorstellen, mit Reisebüros Events zu veranstalten und VW T6.1 Campers den Reisebüros für Kundenanlässe zur Verfügung zu stellen. Hotelplan Carexpress hat bereits signalisiert, die Campers buchbar zu machen.

«Unser Team unterstützt Reisebüros zu 100 Prozent, erläutert mögliche Touren und hilft bei der Offertstellung mit», sagt Jenzer, der bereits auch mit dem Surfspezialisten Sudden Rush eine Vereinbarung hat und deren Kunden etwa gleich auch die Halterung für das Surfbrett bereitstellen kann.

Trotz aktuellem Lockdown flackern nun also schon die ersten Reiseideen für die «Zeit danach» auf. Am Ende des Tunnels geht die Reise weiter.