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«Mit The Circle entstehen für die Kongressdestination Schweiz ganz neue Möglichkeiten», sagt Daniel Twerenbold, General Manager des Radisson Blu Hotel am Airport Zürich. Bild: HO

«The Circle ist für Radisson Blu eine riesengrosse Chance»

Konkurrenz vor der eigenen Haustüre versucht jeder Unternehmer zu vermeiden. Fast jeder. Weshalb sich Daniel Twerenbold, Direktor des Radisson Blu am Flughafen Zürich, auf «The Circle» freut.

Herr Twerenbold, können Sie noch ruhig schlafen?

Daniel  Twerenbold: Auf jeden Fall. Wieso sollte ich nicht?

Weil quasi vor ihrer Haustüre am Zürcher Flughafen die Hyatt-Gruppe ein riesiges Kongresszentrum aus dem Boden stampft.

The Circle ist für Radisson Blu eine riesengrosse Chance.

Das müssen Sie mir jetzt aber genauer erklären. Normalerweise hat es doch kein Unternehmer gerne, wenn die Konkurrenz gleich nebenan baut. Weshalb ist The Circle für Radisson Blu eine Chance?

Heute stossen wir in der Schweiz bei Kongressen mit über 500 Teilnehmern schnell einmal an die Grenzen. Mit The Circle entstehen für die Kongressdestination Schweiz ganz neue Möglichkeiten. The Circle katapultiert uns in eine ganz andere Liga. Dies kann nur in unserem Interesse sein.

Haben Sie nicht Angst, dass Ihnen Hayett die lukrativen Veranstaltungen wegschnappen wird?

Ganz und gar nicht, weil wir uns nicht als direkte Konkurrenten betrachten. Wir ergänzen uns. Beide, das Radiosson Blu und die Hayett-Hotels, ermöglichen es, dass wir künftig in der Champions League der Kongresse mitspielen können. Stellen Sie sich vor: Ein Kongressort mit Hotelunterkunft und direktem Zugang zum Gate – das ist einfach toll. Es wird uns künftig möglich sein, ganz grosse Veranstaltungen in die Schweiz zu holen. Wir treten aus diesem Grund auch gemeinsam an internationalen Messen auf.

«Bern ist eine sehr interessante Destination, wo wir für das Economy-Segment gutes Potenzial sehen»

Aber jetzt Hand aufs Herz. The Circle hat nicht nur Vorteile, sondern setzt Sie auch unter Druck. Wo müssen Sie Anpassungen vornehmen?

Natürlich müssen wir uns auf die neue Situation einstellen. Aber ich empfinde dies nicht als Last. Im Gegenteil. Wir befinden uns mit dem Radisson Blu in einer sehr guten Ausgangslage. Wir sind heute mit unserem Hotel im Flughafen Zürich mit insgesamt 52 Meetingräumen das grösste Kongresshotel in der Schweiz. Darauf wollen wir aufbauen: Wir werden bis zur Eröffnung von The Circle Ende 2019 unsere Zimmer modernisieren und das Restaurant-Konzept anpassen.

Radisson Blu mischt nicht nur in Zürich im Kongresstourismus mit, sondern auch in Basel und Luzern. Wie laufen dort die Geschäfte?

Basel zählt zu den internationalen Topdestinationen. Wir sind rundum zufrieden, wie sich die Geschäfte dort entwickeln. Auch Luzern bereitet uns Freude. Wir profitieren dort sehr stark von der Nähe zu Zug. Zudem geniessen wir insbesondere bei den lokalen KMU einen ausgezeichneten Namen. Das Team des Radisson Blu in Luzern macht vieles richtig.

Und jetzt wollen Sie auch noch in Genf Marktanteile erobern.

Genf stand für uns schon immer auf der Wunschliste. Es hat nun etliche Zeit gedauert, bis wir den passenden Standort gefunden haben. Wir sind jetzt dann in der gesamten Schweiz noch stärker aufgestellt.

In Bern will die Rezidor-Gruppe, zu der auch Radisson Blu gehört, mit prizeotel den Markt aufmischen. Droht nicht der Kannibalisierungseffekt?

Aufmischen ist ein grosses Wort. Bern ist eine sehr interessante Destination, wo wir für das Economy-Segment gutes Potenzial sehen, um den Markt mit einem neuen Angebot, das sich vom Mainstream Budget-Segment abhebt, zu bereichern. Das Konzept von prizeotel spannend und mutig.

Prizeotel steht für schickes Design und tiefe Preise. Geht da die Rechnung noch auf?

Ich glaube an das Konzept. Es ist sehr gut durchdacht und äusserst effizient. Entsprechend kann mit vernünftigen und Markt gerechten Raten kalkuliert werden. Wenn Sie heute Erfolg haben möchten, müssen Sie sich von der Konkurrenz abheben. Und genau das ist hier der Fall. 

(DWB)