Cruise-Special

Flying_Clipper12.jpg

Zwölf neue Kreuzfahrtschiffe 2017: Das Meer ist das Ziel

Der Boom nimmt kein Ende. Im nächsten Jahr kommen mehr neue Passagierschiffe denn je – von Ozeanriese über Edelyacht bis Grosssegler.

Voll am Wind: Die volle Aufmerksamkeit wird dem grössten Segelschiff der Welt sicher sein. Im November 2017 soll die Flying Clipper erstmals Segel setzen. Fünf Masten, fast drei Dutzend Segel, dazu insgesamt mehr als 6000 Quadratmeter Segelfläche: Das sind die spektakulären Eckdaten des Neubaus. Bis zu 300 Passagiere dürfen sich auf ein naturnahes Kreuzfahrterlebnis zwischen Wind und Wellen freuen – und einen gläsernen Pool bewundern, durch den die Nichtschwimmer im Atrium des Schiffs die Wassersportler sehen. 

Hier Traum, dort Realität. Für den Normalpreisreisenden sind zwei andere Neubauten die wichtigsten: Tui Mein Schiff 6 und Aida Perla. Dabei bergen die beiden jüngsten Riesenbabys der marktführenden Reedereien technisch keine grossen Überraschungen: Die Mein Schiff 6 hat den gleichen olympiatauglichen 25-Meter-Pool auf dem Sonnendeck und das gleiche Klanghaus für Hochseekonzerte wie ihre drei älteren Schwestern. Trotzdem ist die Neugier gross, die 2500 Plätze für die Jungfernfahrt im Juni sind längst ausgebucht.

Auch die Aida Perla birgt baulich keine Sensationen. Sie ist der Zwilling des Vorjahresneubaus Aida Prima und genau wie dieser ein schwimmendes Urlaubsresort mit Foliendach, um wetterunabhängig zu sein. Die mutige Entscheidung, ganzjährig über die Nordsee zu kreuzen, ist allerdings schon wieder Geschichte. Die Neue kurvt brav durchs westliche Mittelmeer ab Mallorca und Barcelona. Buchen lässt sich das neue Schiff der Kussmund-Flotte seit dem 6. Oktober.

MSC, die letzte verbliebene europäische Familienreederei, macht mit gleich zwei neuen Schiffen Tempo. Im Juni startet die MSC Meraviglia. Der weisse Riese bietet Platz für rund 5700 Passagiere und will gar kein schwimmender Palast sein, sondern bezahlbaren Komfort mit italienischem Design und Essen bieten. Gebaut ist die Meraviglia wie die neue Aida als Ganzjahresschiff auch für kühlere Gefilde. So gibt es zum Beispiel einen überdachten Pool und als Top-Attraktion einen "digitalen Himmel" als 500-Quadratmeter-Bildschirm an der Promenadendecke. Im November folgt bereits das nächste MSC-Schiff, die MSC Seaside. Sie soll ganzjährig durch die warme Karibik kreuzen. Passend zum US-Markt wird es dort einen spektakulären Vergnügungspark inklusive Wasserpark unter freiem Himmel geben und als Hingucker eine Waterfront-Promenade mit Rundumblick.

Im Frühjahr sticht das neue Flaggschiff von Silversea Cruises in See, die luxuriöse Silver Muse. Die für ihre boutiqueartigen Schiffe bekannte Edelreederei will mit dem Neubau das Kunststück vollbringen, nun auch ein immerhin 600-Personen-Schiff im gewohnten luxuriösen Stil zu führen. Helfen sollen dabei unter anderem nicht weniger als acht Restaurants. Nach der Taufe am 17. April in Monaco stehen zunächst Ziele im Mittelmeer auf dem Programm.

Niemand baut so bunte Vergnügungsdampfer wie Norwegian. Der Neueste heisst Norwegian Joy. 4200 Passagiere erwarten dort Attraktionen wie eine Freiluft-Gokart-Rennstrecke. Der schwimmende Freizeitpark soll vorwiegend in den fernöstlichen Meeren eingesetzt werden; schliesslich ist China der am stärksten wachsende Kreuzfahrtmarkt. Die Gestaltung der Rumpfbemalung hat der chinesische Künstler Tan Ping übernommen. Ausser der Joy zieht es 2017 zwei weitere neue Schiffe nach China: World Dream und Majestic Princess. Beide wurden dafür extra mit zusätzlichen Shoppingflächen ausgestattet, bevor sie auf Dreieckskurs zwischen China, Japan und Südkorea gehen.

Ausser den Kreuzfahrtgiganten werden auch wieder kleinere Schiffe für individuelle Passagierwünsche gebaut. So ist die neue American Constellation von American Cruise Lines weder richtiges Hochsee-, noch Flussschiff, sie nennt sich Küstenkreuzfahrer. Ab Mai kreuzt das 170-Personen-Schiff entlang der US-Ostküste ab Portland im US-Bundesstaat Maine. Zwei "echte" Hochseeschiffe sind die Viking Sky und Viking Sun. Beide wollen mit weniger als 1000 Passagieren bei den Fans überschaubarer Kreuzfahrer punkten. Die Viking Sun geht mit diesem Konzept sofort auf Weltreise.

Nur maximal 100 Gäste fasst die National Geographic Quest. Mehr machen für ihre abenteuerlichen Törns auch nicht wirklich Sinn. Mit einer speziellen Landeplattform will sie Tierbeobachtungen in Alaska und Mittelamerika ermöglichen. Die Jungfernfahrt im Juni geht gleich durch die Inside-Passage in Alaska und British Columbia.

(SRT)