90. GV des Schweizer Reise-Verbands

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Die Stadt Jerusalem ist gleich für drei Weltreligionen ein heiliger Ort. Im Bild die Klagemauer, im Hintergrund der Felsendom. Bild: Fotolia

Das sind die Top-Attraktionen von Israel

Von Jean-Claude Raemy

Die Land steuert auf ein touristisches Rekordjahr, auch hinsichtlich der Zahlen aus der Schweiz, zu. Das hat viel mit der enormen Dichte an historischen Sehenswürdigkeiten zu tun.

Von Januar bis Oktober 2017 reisten laut dem Statistischen Amt Israels 41‘800 Schweizer nach Israel ein. Das sind stolze 11 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr – wobei die Schweiz bei Weitem nicht das Land mit den grössten Zuwächsen ist. Das Nahost-Land erlebt gerade wieder einen touristischen Boom: Mehr als 2,9 Millionen Touristen, die mindestens eine Nacht in Israel verbrachten, besuchten zwischen Januar und Oktober 2017 das Heilige Land. Dies entspricht einer Steigerung von 25 Prozent gegenüber 2016.

Schätzungen zufolge werden bis Jahresende etwa 3,5 Millionen Touristen Israel besucht haben. Dies entspräche einem Anstieg von über 30 Prozent gegenüber den 2,6 Millionen Gästen vom Vorjahr. Bereits am 7. November 2017 verzeichnete Israel einen neuen Besucherrekord: Zum ersten Mal wurde die Drei-Millionen-Marke bei den internationalen Touristen geknackt.

Mit dem Allzeithoch der Besucherzahlen vermeldet auch das Hotelgewerbe in Israel neue Rekorde: 2017 stieg die Zahl der Hotelbetten im Land um 53‘000 – zwei Prozent mehr als 2016. In der Zeit von Januar bis August belief sich die Zahl der Hotelübernachtungen laut der Israel Hotel Association in ganz Israel auf insgesamt 6,8 Millionen – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das Interesse der Schweizer am Heiligen Land ist also gross. Mit den über 200 Teilnehmenden der SRV-GV im November werden zudem nicht nur die November-Zahlen gut ausfallen, sondern das Land sicherlich auch neue Fans aus der Reisebranche haben. Zur Einstimmung auf die GV anbei ein Überblick über die wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten des Landes.

Jerusalem

Die Geschichte der grössten Stadt Israels (ca. 805‘000 Einwohner) reicht 5000 Jahre zurück. Die Stadt beherbergt bedeutende religiöse Heiligtümer der jüdischen, christlichen und islamischen Glaubensrichtungen, weshalb sie auch immer wieder Schauplatz religiöser Spannungen ist. Die bedeutendsten touristischen Sehenswürdigkeiten sind die seit 1981 als Unesco-Weltkulturerbe klassifizierte Altstadt mit den vier klar definierten Vierteln (christlich, jüdisch, muslimisch, armenisch). In der Altstadt sind die jüdische Klagemauer, der muslimische Felsendom mit der goldenen Kuppel oder die christliche Via Dolorosa zu finden. Die moderne «Neustadt» von Jerusalem ringsum der Altstadt bildet einen scharfen Kontrast.

Auch das ist Jerusalem: Enge Gassen mit Strassenhändlern in der historischen Altstadt. Bild: Dan Freeman

Tel-Aviv / Jaffa

Die zweitgrösste Stadt Israels wurde erst 1909 gegründet; die politisch dazugehörende Hafenstadt Jaffa indes schon vor 5500 Jahren. Der frühere Pilgerhafen auf der Fahrt nach Jerusalem ist heute komplett mit dem modernen Tel-Aviv verschmolzen. Tel-Aviv selber ist vor allem für seine Strände und sein Kultur- und Nachtleben (vor allem im Viertel Neve Tzedek) bekannt. Es hat sich in den letzten Jahren auch als eine Hochburg der LGBT-Kultur etabliert. Die Altstadt von Jaffa mit dem Uhrturm ist durchaus einen Besuch wert; ansonsten ist Tel-Aviv vor allem auch ein guter Ausgangspunkt für Tagestouren nach Jerusalem oder ans Tote Meer.

Moderne Grosstadt mit Top-Klima und tollen Stränden: Tel-Aviv, Austragungsort der 90. GV des SRV. Bild: Fotolia

Das Tote Meer

Das Tote Meer ist der tiefste begehbare Punkt der Erde (427 Meter unter Meeresspiegel). Es ist aber vor allem bekannt als salzhaltigstes Binnengewässer der Welt – was zur Folge hat, dass man im Wasser nicht eintauchen kann und ohne Bewegung auf der Oberfläche wie auf einer Matratze liegen kann. Der Salzgehalt hat aber auch Vorteile: Der Schlamm vom Toten Meer ist weltweit für seine Heilkraft gegenüber Hautkrankheiten bekannt. Somit ist das Tote Meer so etwas wie ein riesiger Spa. Wer genügend Zeit hat, sollte unbedingt ans Südende des Toten Meers fahren und dort die Ruine der jüdischen Festung Masada besuchen (seit 2001 ein Unesco-Weltkulturerbe).

Das Tote Meer gehört zu den eindrücklichsten Orten der Welt. Bild: Fotolia

Negev-Wüste

Die Negev-Wüste im Süden Israels nimmt 62 Prozent der gesamten Landfläches des Landes ein. Begrenzt ist die Wüste durch die Stadt Be’er Sheva im Norden, Eilat im Süden, den Gazastreifen im Westen und die Grenze zu Jordanien im Osten. Zahlreiche Städte und Siedlungen liegen in der Negev-Wüste. Die extreme Vielfalt der Negev-Wüste und die relativ kurzen Distanzen werden von vielen Touristen für Tagestouren und Aktivitäten ausgenutzt, sodass sich das Gebiet touristisch ständig weiterentwickelt.

Karg und doch Faszinierend: Die Wüste Negev im Süden Israels. Bild: Mattsches

Eilat und Rotes Meer

Die moderne Stadt Eilat liegt abgelegen im äussersten Süden Israels an einem gerade mal 12 Kilometer langen Strandabschnitt des Roten Meers. Eilat ist sowohl ein moderner Badeort als auch ein wichtiger Hafen, da es der einzige Zugang Israels zum Roten Meer und somit zum gesamten Indischen Ozean ist. Für Touristen gibt es nebst den Stränden ein Ozeanarium, einen Botanischen Garten sowie den nahe gelegenen Nationalpark Timna. Gut zu wissen: Vom Strand von Eilat aus kann man an klaren Tagen die Küsten von Ägypten, Jordanien und sogar Saudi-Arabien sehen.

Blick auf den Stadtstrand von Eilat. Die Berge im Hintergrund gehören schon zu Ägypten. Bild: Fotolia

Nazareth & Galiläa

Nazareth ist natürlich vor allem als Heimatort von Jesus Christus bekannt sowie als der Ort, an welchem dessen Mutter Maria über ihre Schwangerschaft erfuhr. Die Verkündungsbasilika ist denn auch eine wichtige touristische Attraktion. Zahlreiche weitere Kirchen, vor allem aber die geschäftige Altstadt sind ebenfalls einen Besuch wert. Gut zu wissen: Jerusalem beherbergt die grösste Population an christlichen Arabern in ganz Israel. In der Nähe von Nazareth kann man beispielsweise Kanaa (heute: Kafr Kama) besuchen, wo Jesus sein erstes Wunder vollbracht haben soll, oder die Ruinen der antiken Stadt Sepphoris (heute Zippori).

Blick auf Nazareth von einem der umliegenden Hügel. Bild: Fotolia

Jericho

Jericho bezeichnet sich gerne als «älteste Stadt der Welt», was zwar umstritten ist – doch die «Palmenstadt» östlich von Jerusalem blickt zweifellos auf eine sehr lange Geschichte zurück. Die Stadt liegt heute in den autonomen palästinensischen Gebieten. Touristisch relevant ist hier vor allem der nahe gelegene biblische «Berg der Versuchung», auf welchen eine Seilbahn führt und wo ein griechisch-orthodoxes Kloster liegt. Östlich der Stadt, am Fluss Jordan, liegt zudem Qasr-al-Yahud – der Ort, an dem Christus getauft wurde.

An dieser Stelle, im Fluss Jordan nahe Jericho, wurde Jesus Christus gemäss der Bibel getauft. Bild: Fotolia

Akkon

Akkon, in der Nähe der heute weitaus grösseren Hafenstadt Haifa im Norden Israels gelegen, war einst einer der bedeutendsten Häfen des östlichen Mittelmeers. Die Besiedlung des Ortes reicht bis 3000 v. Chr. zurück. Die schöne Altstadt von Akkon ist seit 2001 ein Unesco-Weltkulturerbe. In dieser befindet sich auch die imposante Zitadelle der Kreuzritter, welche vom so genannten «Turm der Verdammnis» überragt wird und in welcher sich ein 1090 gegründetes Hospital des Johanniterordens befindet. An heissen Tagen lohnt es sich auch, den unterirdischen Tunnel der Tempelritter zu besuchen, der unter einem Teil der Altstadt durchführt.

Die historischen Stadtmauern am Hafen von Akkon. Bild: Fotolia

Allgemeine Informationen zum Reiseland Israel finden sich unter www.goisrael.de.