Florida

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Blick auf Fort Lauderdale: Die von Kanälen durchzogene Stadt besticht durch ein hochkarätiges Angebot für Besucher und Einheimische. Bild: Visit Florida

Im Venedig Amerikas fühlt sich die LGBT-Community besonders zuhause

Die Stadt und Region Fort Lauderdale besticht durch wunderbare Strände und ein reges Nachtleben – und hat sich längst als «Favorite Gay Resort Town of America» etabliert.

Fort Lauderdale liegt weniger als eine halbe Autostunde nördlich von Miami. Die Stadt hat sich aber sehr erfolgreich vom bekannteren Nachbarn distanzieren können und ist zu einer eigenen Destination – und nicht etwa nur zu einem Vorort von Miami – geworden.

Zum einen bietet Fort Lauderdale natürlich ebenfalls wunderbare Strände, um genau zu sein 37 Kilometer Traumstrand, aufgeteilt auf mehrere Gemeinden (Hillsboro Beach, Deerfield Beach, Pompano Beach, Lauderdale-By-The-Sea, Fort Lauderdale, Dania Beach, Hollywood und Hallandale Beach). Was sie von Miami abhebt sind die fast 400 Kilometer Kanäle, welche die Stadt durchziehen und ihr daher den Namen «Venedig Amerikas» eingetragen haben. Zum anderen hat Fort Lauderdale einen eigenen internationalen Flughafen, der sehr gut bedient wird: Ab dem 6. Juli wird zum Beispiel British Airways ab London-Gatwick direkt nach Fort Lauderdale fliegen.

Fokussierung auf LGBT Community

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren war allerdings die frühe Fokussierung auf die LGBT Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender). Fort Lauderdale hat sich erfolgreich einen Namen in der Szene gemacht und zieht alljährlich Tausende LGBT-Personen an, entweder als Touristen oder auch als Einwanderer. Diese Fokussierung lässt sich an Zahlen festhalten: Investierte Fort Lauderdale 1996 noch mickrige 35‘000 Dollar in die eigene Vermarktung über LGBT-Kanäle, lag das aufgewendete Marketingbudget für die LGBT Community 2015 bei rund einer Million Dollar, was einem Wachstum von 2800% entspricht.

Und wie hoch ist der Gegenwert? Laut Angaben der Tourismusbehörden der Stadt fliessen durch die LGBT Community inzwischen jährlich rund 1,5 Milliarden Dollar in die lokale Wirtschaft. Das Investment hat sich also durchaus gelohnt. Diese Fokussierung ist so lohnenswert, dass Fort Lauderdale die Bemühungen noch intensiviert: Im Januar wurde eine Reise-Marketingkampagne lanciert, worin mit Trans-Models geworben wurde – vermutlich die weltweit erste öffentliche Kampagne, wo dies gewagt wurde.  Dazu hat die Stadt einen eigenen «Trans Ambassador» und bemüht sich stark, auch im Kongressbereich Messen mit LGBT-Themen zu akquirieren.

Warum ist die Stadt so beliebt bei der LGBT Community?

Die Offenheit der Stadt gegenüber der LGBT Community macht sie per se schon attraktiv für diese. Fort Lauderdale, mit gerade mal 170‘000 Einwohnern überraschend klein, hat über 30 spezifische LGBT-Bars und -Restaurants, dazu über 150 Geschäfte, deren Inhaber stolze Vertreter der LGBT Community sind, es gibt zahllose Clubs und sogar drei LGBT-Publikationen. Es gibt sogar Altersheime für die LGBT Community. Das macht durchaus Sinn, denn Fort Lauderdale hat die höchste Dichte an gleichgeschlechtlichen Paaren in den USA: Rund 3% der Haushalte in Fort Lauderdale werden von gleichgeschlechtlichen Paaren geteilt. Das schlägt sich übrigens auch im politischen Bild nieder: Während Florida ein klar republikanisch geprägter Staat ist, dominieren in der Broward County, dessen Hauptstadt Fort Lauderdale ist, die Demokraten.

Doch natürlich geniesst die LGBT Community auch die «herkömmlichen» Annehmlichkeiten der Stadt. Zunächst einmal die rund 3000 Sonnenstunden pro Jahr; die Durchschnittstemperatur im Januar beträgt 19 Grad, jene im Juli 29 Grad – perfekt für Strandferien rund ums Jahr. Zum anderen gilt es aber auch das Shopping-Angebot zu erwähnen. Zum einen den Las Olas Boulevard direct am Strand von Fort Lauderdale, zum anderen die Galleria Mall oder, etwas ausserhalb der Stadt, das riesige Einkaufszentrum Sawgrass Mills Mall, zu welchem ganze Tagestouren angeboten werden. Einige Hotels bieten Shuttles zu den verschiedenen Malls. Besonders beliebt bei der LGBT Community: Die «Island City» Wilton Manors mit ihrem reichen Shopping- und Gastronomie-Angebot.

Ein enormes Angebot - auch für Cruise-Touristen

Unterkunft ist kein Problem: Rund 34‘000 Zimmer in allen Budgetklassen stehen zur Verfügung. Und wer einen Mietwagen hat, kann ab Fort Lauderdale problemlos Tagestouren nach Miami oder auch nach Zentralflorida unternehmen. Für die Shoppingtour ins Sawgrass Mills empfiehlt sich auch ein Wagen, weil das Zentrum ziemlich weit westlich der Stadt liegt und weil man das Gekaufte vermutlich unmöglich von Hand tragen kann.

Gleich in der Nähe des Sawgrass Mills befindet sich übrigens das BB&T Center, wo das NHL Eishockey-Team der Florida Panthers seine Heimspiele austrägt. Fort Lauderdale hat also auch viel für Sportbegeisterte zu bieten.

Last but not least ist Port Everglades nahe Fort Lauderdale inzwischen der viertwichtigste Cruise-Hafen Floridas und wird von zahlreiche Kreuzfahrt-Reedereien ansteuert. Fort Lauderdale bietet übrigens spezielle Programme für Kreuzfahrtpassagiere, welche vor oder nach ihrer Kreuzfahrt noch in der Stadt verweilen möchten. Infos dazu gibt es hier.

Weitere touristische Infos zur Region Greater Fort Lauderdale gibt es hier. Dazu haben wir zur Einstimmung noch ein kleines Video, speziell für Millennials…

(JCR)