Florida

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Traumhafte Strände mit wenig Leuten, ohne Hotelburgen und ohne Apartment-Hochhäuser: Auf Anna Maria Island ist Entspannung garantiert. Bilder: TN

Auf Anna Maria Island gibt es noch das «echte» Florida

Von Jean-Claude Raemy

Die Insel nahe Bradenton ist ein echtes kleines Juwel und zum Glück auch noch weitgehend ein Geheimtipp. Wer dort war, wird auf jeden Fall wieder zurückkehren wollen.

Anna Maria Island ist eine langgezogene Barriere-Insel, welche in Nord-Süd-Richtung vor der Stadt Bradenton verlauft und von dieser aus über zwei Brücken leicht erreicht werden kann. Touristen finden auf der lediglich zehn Kilometer langen und weniger als zwei Kilometer breiten Insel ein entspanntes kleines Paradies. Grosse Hotelkomplexe mit hunderten Betten findet man hier ebenso wenig wie Spuren der Unterhaltungsindustrie. Hier geht es um «Beach Life», Entspannung und erholsame Aktivitäten.

Die Strände sind, wie in der ganzen Region, wunderbar Weiss, das Meerwasser ist blitzsauber und dank vergleichsweise wenig menschlicher Interferenz legen hier sogar noch Meeresschildkröten ihre Eier ab. Zahlreiche Vögel gesellen sich zur überschaubaren Anzahl Touristen, welche abends am Bean Point picknicken geht oder wunderbaren Seafood in einem der Restaurants am Strand geniesst. Die entspannte Atmosphäre ist nicht nur plakativer Lifestyle: Die Lokalbevölkerung wehrt sich vehement gegen grosse Resorts und Kommerzialisierung. Es gibt zwar einen Walgreens und den wunderbaren Supermarkt Publix, doch da hört es mit bekannten Grossmarken auch wieder auf. Der Fokus liegt auf spektakulären Sonnenuntergängen; Bilder davon auf Instagram sind die beste Werbung für die Insel.

Genau genommen besteht die Insel aus drei Gemeinden: Bradenton Beach im Süden, Holmes Beach in der Mitte und Anna Maria im Norden. Gefahren werden darf auf der Insel mit maximal 35 Meilen pro Stunde (56 km/h) – tiefenentspannte Einheimische und Touristen haben auch gar keinen Grund, schneller fahren zu wollen. Man geniesst lieber die Blicke auf den Golf von Mexiko im Westen, auf die Tampa Bay im Norden oder auch den Bradenton Sound im Osten. Generell befällt die Besucher hier das Gefühl, noch ein Stück «echtes» Florida zu haben, wo der Massentourismus noch nicht eingezogen ist und eine echte Insel-Community existiert, wo Einheimische und Touristen friedlich miteinander das süsse Leben geniessen.

Anbei noch ein paar wichtige Tipps für einen gelungenen Aufenthalt auf diesem kleinen Inseljuwel.

Wo übernachten?

Anna Maria Island bietet Übernachtungsmöglichkeiten aller Art. Besonders beliebt ist hier die Miete von Wohnungen oder auch ganzen Häusern. Achtung: Manche Häuser sind nicht direkt am Strand und bieten folglich keinen Meerblick; sie sind dafür in der Regel günstiger zu haben.

Unser Top-Tipp: Die Wohnungen von A Paradise Vacation Rentals. Reservieren, die Schlüssel im Head Office am Gulf Drive abholen und schon hat man sein eigenes, gepflegtes Appartement. Nebst einzelnen Häusern gibt es zum Beispiel Wohnungen im Anna Maria Island Club (Bild unten), im Coquina Beach Resort oder im Bradenton Beach Club zu mieten. Die Privatwohnungen verfügen meist über mehrere Zimmer, Küche, Veranden, Waschmaschine/Tumbler, gratis Wi-Fi und allen wichtigsten Utensilien. Perfekt für Familien! Insbesondere im Herbst, wenn Schweizer Ferien haben, in den USA aber fast niemand Ferien macht und daher die Preise günstiger sind.

Anreise

Der Flughafen Tampa, von Zürich aus nonstop von Edelweiss Air angeflogen, befindet sich lediglich etwas mehr als eine Autostunde von Anna Maria Island entfernt. Über die I-75 geht’s etwas schneller, doch bei der Fahrt über die I-275 South wird die imposante Sunshine Skyway Bridge passiert, welche die Tampa Bay überspannt. Ein Fahrerlebnis sondergleichen. Wer ohnehin umsteigen muss, kann allenfalls ab dem US-Gateway zum Sarasota Bradenton International Airport fliegen, welcher nur rund 30 Kilometer von Anna Maria Island entfernt ist.

Für die Fortbewegung auf der Insel empfiehlt sich das Velo. An mehreren Stellen gibt es Veloverleihe. Es lohnt sich, die Insel vom Bradenton City Pier im Süden bis zum Bean Point im Norden mal abzufahren. Ansonsten gibt es auch gratis Buslinien, welche die Insel bedienen.

Aktivitäten

Anna Maria Island ist ideal, wenn man gerne draussen ist. Nach dem Tag am Strand, mit Bräunen und Sandburgenbauen, ist aktive Erholung in Form von Velofahren, Schwimmen oder Spazieren angebracht. Mit Paradise Boat Tours kann man auf Delfin-Spotting-Ausflüge gehen. Delfinsichtungen sind garantiert und die Kinder dürfen auch mal ans Steuer (siehe Bild unten). Wer mehr Aktivität braucht, kann bei Happy Paddler Kayaks mieten oder auf die geführte Sunset-Tour mitgehen, oder Stand-Up-Paddling mit AMI Paddleboard Rentals ausprobieren.  Tauchen ist natürlich auch möglich, etwa mit Sea Kat Divers.

Fischer können bei Hochsee-Touren grössere Fische an Land ziehen, etwa mit AM Inshore Fishing.  Golfer… müssen hingegen aufs Festland nach Bradenton, weil der Golfclub auf Anna Maria Island Mitgliedern vorbehalten ist. Für Familien mit Kindern gibt es immerhin einen 18-Loch-Minigolfkurs.

Auswärts essen

Das Inselleben in Florida bietet immer frische Meeresfrüchte. Empfehlenswert für deren Genuss sind etwa der Blue Marlin Grill oder das Rod & Reel Pier. Das beste Glacé gibt’s im Two Scoops und für das Frühstück auswärts sei das Anna Maria Island Beach Café empfohlen: Hier gibt es all-you-can-eat Pancakes und gratis Kaffee-Refills.

Ausgehen

Anna Maria Island ist am Abend ruhig. Hier hat man nicht den Anspruch, mit Miamis South Beach konkurrieren zu wollen. Statt Dancefloors gibt es hier abendliche Barbecues oder Brettspiele in der eigenen Ferienwohnung oder im Ferienhaus-Garten. Wer trotzdem einen Drink auswärts nehmen will, kann dies beispielsweise im Drift-In beim Ausgehzentrum Bridge Street Merchants machen, oder auch im Dcoy Ducks Bar & Grille.

Am besten kann man sich ein Bild mit folgendem Video machen: