Fespo 2018

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Die Island-Spezialisten von Island Pro Travel. Bild: TN

«Island kennt keinen Massentourismus»

Adalsteinn Hjartarsson von Island Pro Travel freut sich über den anhaltenden Island-Boom - hält aber auch fest, dass es weiterhin viel Platz auf der Vulkaninsel hat.

Beim touristischen Schlagwort «Overtourism» wurde in letzter Zeit immer wieder auch Island ins Spiel gebracht. Die Insel im Nordatlantik befindet sich im konstanten Boom, die Flugverbindungen nach und via Island sind exzellent, womit das Land auch einfach zu erreichen ist. Und schliesslich fasziniert dort nicht nur die Mischung aus Eis und Feuer (Gletscher und Vulkane) oder die nordisch-herbe Freundlichkeit, sondern auch die Weite und Unberührtheit. Ist es damit vorbei?

Adalsteinn Hjartarsson vom Wetziker Island-Spezialisten Island Pro Travel dementiert vehement: «Island kennt keinen Massentourismus», sagt er, «das wird nur teils so wahrgenommen, weil im Südwesten viel los ist.» Im so genannten «Goldenen Dreieck» zwischen den wichtigen Sehenswürdigkeiten wie Geysir, Gullfoss und Thingvellir, allesamt nahe der Hauptstadt Reykjavik, gebe es in der Hauptsaison im Juli/August natürlich viele Touristen, räumt Hjartarsson ein - da sind viele Stopver-Touristen oder City-Breaker, welche nur diesen klassischen Rundkurs machen. Dass manchmal beim Geysir Strokkur bis zu 100 Leute einem Ausbruch zusehen, lasse den Eindruck erwecken, dass Island überlaufen sei. «Der Rest von Island ist aber weitgehend menschenleer, auch in der Hochsaison», versichert Hjartarsson. Schliesslich dürfe man das Touristenaufkommen in der Schweiz auch nicht einzig an der Zahl Asiaten in Luzern ablesen...

Natürliche Highlights gibt es in Island überall. Und selbst wenn die bekannte Ringstrasse nicht überlaufen ist: Die Geheimtipps von Hjartarsson liegen abseits. Für ihn findet man in den Westfjorden, im Nordwesten des Landes, das «wahre Island» - etwa in Isafjördur, wo alljährlich die bekannten Schlammfussball-Meisterschaften ausgeführt werden, oder die naturbelassenen Strände bei Kaldbakur oder Reykjafjördur.

Island ist noch lange nicht so teuer wie es einst mal war

Doch wie sieht es mit den Preisen aus? Island war jahrelang als teures Reiseziel bekannt, nach der Finanzkrise wurde es plötzlich günstig, und jetzt scheinen die Preise wieder zu steigen. Auch da rät Hjartarsson zu Vernunft. «Eine klassische Rundreise mit Unterkunft im Doppelzimmer kostete bei uns 2005 rund 2700 Franken», rechnet er vor, «nach der Finanzkrise fiel der Preis auf 2050 Franken, also um rund 25 Prozent. Heute liegt dieser Preis wieder bei etwa 2300 Franken, ist also seit der Finanzkrise wieder um 12 Prozent gewachsen, aber noch nicht auf dem Niveau von vor der Finanzkrise zurück.» Aktuell erhält man für einen Franken rund 107 Isländische Kronen - eine Zeit lang gab es dafür nur 45 Kronen.

Übrigens hat Hjartarsson noch einen speziellen Grund zur Freude, und der hat mit Fussball zu tun: Die Schweiz wurde bei der Auslosung zur neuen «Nations League» der UEFA gestern (25.01.) in einen Topf mit Island und Belgien gelost - das heisst, zwischen September und November werden die Schweiz und Island aufeinander treffen. Das sorgt wieder für Werbung für Island, und möglicherweise die eine oder andere Fanreise.

(JCR)