Engadin

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Südöstlich von Bever GR: der Lej Gravatscha sorgt für Abkühlung. Bild: swiss-image.ch/Christof Sonderegger

Bergfrische statt Hitzekoller

Das Engadin punktet verstärkt bei Sommergästen. Das Hochtal bietet viele Möglichkeiten, um runterzucoolen. Diese zehn Orte sollte man sich merken.

Um das zauberhafte Engadin zu besuchen, ist der Sommer eine günstige Zeit. Licht, Berge, Weite locken, ebenso Abkühlungen im See. Und zudem hat das Hochtal einige Superlative zu bieten.

«Top of the World» ist aber längst nicht nur St. Moritz, sondern das ganze Engadin von Maloja bis Martina. Hier wurden nicht nur der Wintertourismus erfunden und zweimal die Olympischen Spiele ausgetragen, das 80 Kilometer lange Tal hat auch seit jeher Literaten, Geniesser, Denker und Sportler angezogen. Es steht aber auch für Beschauliches, Mystisches, Ausserordentliches.

Journalistin Silvia Schaub hat für das Buch «111 Orte im Engadin, die man gesehen haben muss» (Emons Verlag) reizvolle, erstaunliche und besondere Orte in dieser Region zusammengestellt und erzählt dazu interessante Geschichten. Hier eine Auswahl an Orten, die es sich zu besuchen lohnt und die für eine Abkühlung sorgen.

Der Kältesee

Wenn das Tal bereits vom gleissenden Sonnenlicht durchflutet wird und dieses unglaubliche Blau am Himmel steht, liegt das Südende von Bever beim Lej Gravatscha sicher noch im Schatten. Im Winter kann es hier schon mal Minus 33 Grad haben. Und auch im Sommer ist es angenehm kühl. Dann empfiehlt es sich, an einem der Grillplätze entlang des Sees zu picknicken und den kühlenden Wind zu geniessen.

Die Acla Serlas in La Punt-Chamues-ch

Das Val Chamuera bei La Punt ist mit seinen Schluchten eines der wildesten Täler im Engadin und überrascht zuhinterst mit der grössten Alphütte Graubündens: die Acla Serlas. Sie sollte einst ganzjährig als Landwirtschaftsbetrieb genutzt werden, was allerdings daran scheiterte, dass im Winter das Tal nicht passierbar ist. Doch im Sommer findet man hier seine Ruhe – und Abkühlung.

Die Crots auf Sassal Masone

Wer sich vom Ospizio Bernina Richtung Sassal Masone aufmacht, wird sich nach rund einer Stunde schon auf die Aussichtsterrasse des Rifugio Sassal Masone setzen und den Blick auf den Palü-Gletscher und hinab ins Val Poschiavo geniessen können. Gleich beim Restaurant stehen auch zwei eigenartige, kreisrunde Steinbauten. Es sind sogenannte Crots, die früher als Gaststätte und Wohnhaus dienten. Heute sind sie das Wein- und Käselager.

Die Tschierva-Hütte

Für Alpinisten ist sie der Ausgangspunkt für anspruchsvolle Bergtouren, für Wanderer das Zielort, wenn sie von Pontresina das Roseg-Tal hinaufwandern: die Tschierva-Hütte. Von der SAC-Hütte mit dem modernen Anbau hat man den perfekten Blick auf den Bianco-Grat und Piz Bernina sowie Piz Roseg und Piz Glüschaint.

Die Alp Trupchun in S-chanf

Die Alp Trupchun ist sozusagen der Logenplatz der Wildtiere im Nationalpark. Wer vom Parkplatz Prasüras in zweieinviertel Stunden hinaufwandert, wird garantiert Hirsche, Gämsen und Steinböcke sehen – mit etwas Glück auch Steinadler und Bartgeier.

Der magnetische Stein

Wer einen Kraftort sucht, wird oberhalb von S-chanf bei Prospiz fündig. Dort steht der 2,2 Meter hohe Menhir, dessen magnetische Kraft so stark sein soll wie in der Kathedrale von Chartres. Daneben findet man noch Spuren der Siedlung Botta Striera, die auf die La-Tène-Kultur aus der Zeit 800 vor Christus zurückgehen soll.

Das Val Tuoi in Guarda

Von Guarda aus führt eine angenehme Wanderung ins Val Tuoi zur Tuoi-Hütte. Sie liegt am Fuss des Piz Buin oder vielmehr der beiden Berge. Es gibt nämlich den grossen, den Piz Buin Grond, und den kleinen, den Piz Buin Pitschen. Ins Handgepäck gehört natürlich eine Sonnencreme!

Das Arven-Refugium in Tamangur

Tamangur – ein Name wie aus einer mystischen Zauberwelt. Nicht irgendwo in Sibirien, sondern im Unterengadin. Ganz hinten im S-charl-Tal bei Scuol führt der Weg hinauf nach Tamangur, dem höchst gelegenen Arven-Wald Europas. Bis zu 800 Jahre alt sind die knorrigen, zerzausten Bäume, die zum Himmel streben und Wind und Wetter trotzen.

Der Felsenweg in Sent

Zuhinterst im Val d’Uina versteckt sich einer der spektakulärsten Wandererlebnisse der Schweiz: der Felsenweg. Regelrecht in den Felsen gehauen wurde er. Definitiv nichts für Angsthasen, ist der Weg doch stellenweise sehr eng und führt an einer Schlucht vorbei, die über 100 Meter hinuntergeht.

Das Kursschiff

Sich einmal wie auf einem Bild von Giovanni Segantini fühlen? Dann besteigen Sie das Kursschiff von Franco Giani auf dem Silsersee. Der Kapitän wird Sie zu den schönsten Ecken auf dem See manövrieren. Und danach sorgt ein Sprung ins Nass sicher für die gewünschte Abkühlung.

(TN)