Engadin

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Marco Köppel erklärt auf dem Berninapass die Tricks und Kniffe des Snowkitens. Bild: TN

Bei den Snowkitern im Oberengadin

Wer mit Kitesurfen beginnen möchte, sollte am besten auf dem Schnee loslegen, beim Snowkiten. Ein top Spot hierzu ist der Berninapass. Hier stimmen die Bedingungen optimal. Wir haben uns von Kitelehrer und Bigdayz-Geschäftsführer Marco Köppel den Trendsport erklären lassen – als plötzlich ein Prominenter aufs Schneefeld tritt.

In der Kitesurf-Szene ist der Berninapass schon länger ein Geheimtipp. Im Dezember und Januar sind die Pulverbedingungen am besten, doch auch bei unserem Besuch Ende März lag noch enorm viel Schnee auf dem Berninapass, dem Lago Bianco und dem Lago Nero. Hier finden Snowkiter alles, was sie suchen: ein Gebiet für Anfänger, Racer und Freestyler. Wem das Gleiten über die schneebedeckten Eisschichten zu langweilig wird, lässt sich einfach mit seinem Lenkdrachen einen der angrenzenden Berge hinaufziehen – ein spektakulärer Abflug ist garantiert.

Doch wie einfach ist Snowkiten für Anfänger? Wir haben Marco Köppel, dem Geschäftsführer von Kitesports-Anbieter Bigdayz.com zugeschaut und ihn befragt. Er sagt, wer Kiten lernen will, sollte dies am besten auf dem Schnee tun, am einfachsten auf Skis, die auch einen Ausfallschritt erlauben: «In der ersten Stunde üben wir mit dem Lenkdrachen und wie man ihm steuern kann. In der zweiten Stunde gehts per Stemmbogen bereits los. Und in der dritten Stunden fragen dann schon die ersten: und, wie kann ich nun springen?».

Das Erlernen des Kitens auf dem Wasser benötige indes länger, Köppel nennt eine Zeitdauer von drei bis fünf Tagen. Bigdayz bietet auch Kiten in Griechenland, Ägypten und Brasilien an. Als Kitelehrer angefangen hat Köppel 2004 am Roten Meer, wo Bigdayz heute in der Soma Bay eine Station hat, gleich neben dem Mövenpick Hotel. Ein Hit hier ist das Bigdayz Kite Boat, das einem an secret spots bringt, schwärmt Marco Köppel. Über eine weitere Kite-Station verfügt Bigdayz auf der griechischen Insel Karpathos.

Eng zusammenarbeitet Bigdayz mit dem Zürcher Anbieter für Surf- und Kiteferien Sudden Rush. In Deutschland besteht eine enge Partnerschaft zu Surf & Action. Noch auf der Such nach einem guten Partner ist Bigdayz in Italien und Skandinavien.

Henry Cookson schaut vorbei

Und während Marco Köppel mitten auf dem Bernina-Schneefeld über die Eigenheiten des Snowkitens und des Kitens auf dem Wasser erzählt, gesellt sich ein cooler Typ zu uns. «Hi Marco» – «Hi Henry». Köppel und der Brite, der seinen Kite aus dem Rucksack packt, tauschen sich über die heutigen Verhältnisse aus. Und Henry brettert los.

Wer war denn das? «Das ist Henry Cookson. Wir haben viele prominente Gäste aus St. Moritz, die hier hinauf kommen um zu kiten». Der Henry Cookson? In der Tat, bestätigt Köppel. Es ist der britische Abenteurer, der 2007 zusammen mit zwei Kollegen den Nordpol mit einem Snowkite erreicht hat und später den Abenteuer-Reiseveranstalter Cookson Adventures gründete. Eine bessere Referenz für die Attraktivität des Bernina-Gebietes zum Snowiten dürfte es wohl nicht geben.

Nachfolgende noch zwei Videos, die die Faszination des Kitens erklären und veranschaulichen.

Anfänger sollten sich eher dieses Video anschauen:

Für Profis oder Neugierige, die wissen möchten, was mit einem Kite alles möglich ist, eignet sich auch dieses spektakuläre, von Marco Köppel aufgenommene Video – ängstliche Mütter und Väter bitte wegschauen:

(GWA)