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Die US-Einreiseregeln stehen vor einer möglichen Verschärfung. Der europäische Reiseverband ECTAA warnt vor negativen Folgen für Reisende. Bild: Adobe Stock

Reisebranche warnt vor ESTA-Plänen

Die geplanten strengeren Einreisevorschriften könnten Ferien in den USA komplizierter machen. Davor warnt der europäische Branchenverband ECTAA. Besonders neue Datenerhebungen und ein mögliches Mobile-Only-Verfahren sorgen für Widerstand.

Die geplanten Verschärfungen der US-Einreiseregeln sorgen in der europäischen Reisebranche für Unruhe. Der europäische Dachverband der Reisebüros und Veranstalter, ECTAA, warnt davor, dass strengere Vorgaben potenzielle USA-Reisende abschrecken könnten und richtet deshalb einen deutlichen Appell an die amerikanischen Behörden. Das berichtet das Branchenportal «FVW» (Abo).

In einem an die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP gerichteten Schreiben erklärt der Verband, der rund 80'000 Reisebüros und Reiseveranstalter vertritt, dass er die Sicherheitsinteressen der USA zwar anerkenne, zugleich aber befürchte, dass die Wirkung der Vorschläge «das Reisen insgesamt unattraktiv machen könnte».

Im Fokus der Kritik stehen geplante Anpassungen beim ESTA-Verfahren, der elektronischen Reisegenehmigung für visumfreie Kurzaufenthalte. Künftig sollen Reisende deutlich mehr persönliche Daten preisgeben müssen – darunter mehrjährige Social-Media-Verläufe sowie Hinweise auf biometrische Informationen.

Laut dem ECTAA geht die obligatorische Offenlegung umfangreicher persönlicher Informationen über das hinaus, was die meisten Reisenden für kurze Freizeit- oder Geschäftsreisen erwarten.

Sorge vor digitalen Hürden

Besonders kritisch sieht der Verband Überlegungen, den Antrag ausschliesslich mobil und mit biometrischer Erfassung abzuwickeln. Eine solche Lösung könnte bestimmte Gruppen unverhältnismässig stark benachteiligen, darunter Familien, ältere Reisende, Menschen mit Behinderungen oder Personen mit geringen digitalen Kompetenzen. Der ECTAA warnt, dass dadurch mehr Antragsfehler, gescheiterte Anträge und letztlich abgesagte Reisen drohen.

Ein weiterer Streitpunkt ist die aus Sicht der Branche unzureichende Transparenz bei der Nutzung, Speicherung und Weitergabe sensibler Daten. Fehlende Klarheit könne das Vertrauen der Reisenden untergraben – gerade in einer Zeit, in der Einreiseformalitäten ohnehin komplexer werden.

Die Reisebüros befürchten, ihre Kundinnen und Kunden bei einem rein mobilen Verfahren kaum noch unterstützen zu können. Fällt diese Begleitung weg, steigt das Risiko, dass Reisende die Anforderungen nicht korrekt erfüllen.

Der ECTAA fordert die US-Behörden daher nachdrücklich auf, neben mobilen Optionen auch ein voll funktionsfähiges webbasiertes ESTA-System beizubehalten, unnötige Anfragen nach Social-Media-Daten zu vermeiden und sicherzustellen, dass das System einfach, verhältnismässig und reisefreundlich bleibe.

(TN)