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Kuba geht das Kerosin aus
Reisende nach Kuba müssen sich kurzfristig auf Änderungen im Flugverkehr einstellen: Wegen einer akuten Energiekrise hat das Land die Versorgung mit Flugtreibstoff vorübergehend gestoppt. Airlines wurden darüber informiert, dass sie für rund einen Monat nicht mehr auf kubanischen Flughäfen tanken können, wie das Aviatik-Portal «Aerotelegraph» schreibt.
Auslöser der Situation ist ein massiver Rückgang der Öllieferungen aus Venezuela, der mit verschärften US-Massnahmen in Verbindung steht. Die daraus resultierende Energieknappheit zwingt Kuba nun zu drastischen Schritten – mit direkten Folgen für den internationalen Luftverkehr. Betroffen ist unter anderem der wichtigste Flughafen des Landes, der José Martí International Airport in Havanna.
Die kanadische Fluglinie Air Canada stellt ihre Flüge nach Kuba aufgrund des Kerosin-Mangels vorläufig ein, wie das Unternehmen bekannt gab. In den kommenden Tagen sollen nur noch leere Maschinen von Air Canada zur Karibikinsel fliegen, um rund 3000 Kundinnen und Kunden gemäss dem regulären Flugplan aus dem Land zu bringen.
Die Kanadier machen den Grossteil der Gäste aus, die die Insel besuchen. «Air Canada wird die Situation weiterhin beobachten, um zu einem späteren Zeitpunkt eine angemessene Wiederaufnahme des normalen Flugbetriebs nach Kuba zu beschliessen», so die Airline.
Weitere Fluggesellschaften reagieren mit Vorsichtsmassnahmen, ohne ihre Verbindungen vollständig auszusetzen. Air Europa plant beispielsweise technische Zwischenstopps in der benachbarten Dominikanischen Republik, um dort Treibstoff aufzunehmen, wie die spanische Zeitung «El País» berichtet. Iberia bietet Rückerstattung und Umtausch von Flugtickets an – sowie auch Air Canada.