Services

Tunesien bereitet sich auf einen landesweiten Generalstreik vor, der am 21. Januar das öffentliche Leben und auch den Reiseverkehr beeinträchtigen könnte. Bild: Adobe Stock

Tunesien vor landesweitem Generalstreik

In Tunesien ist für den 21. Januar ein Generalstreik angekündigt. Er dürfte öffentliche Leben spürbar beeinträchtigen. Reisende müssen mit Einschränkungen im Verkehr und möglichen Ausschreitungen rechnen.

Ein landesweiter Streik dürfte Tunesien am Mittwoch, 21. Januar 2026, weitgehend lahmlegen. Die Union Générale Tunisienne du Travail (UGTT), die grösste Gewerkschaft des Landes, hat zu umfassenden Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Laut dem Sicherheitsdienstleister A3M ist mit erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Leben zu rechnen. Betroffen sein könnten insbesondere der öffentliche Verkehr, staatliche Dienstleistungen sowie der Alltag in den Städten.

Medienberichten zufolge handelt es sich um den ersten landesweiten Generalstreik seit der Machtkonzentration von Präsident Kaïs Saïed. Die Gewerkschaft rechnet mit einer breiten Beteiligung, ohne konkrete Details zu den betroffenen Sektoren zu nennen. Beobachter schliessen gemäss dem Branchenportal «Reise vor 9» nicht aus, dass es am Streiktag zu Protesten, Strassenblockaden und vereinzelt auch zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften kommen könnte. In den vergangenen Wochen hatte es bereits in mehreren Städten Protestaktionen gegeben.

Der Streik findet vor dem Hintergrund einer angespannten politischen und wirtschaftlichen Lage statt. Die UGTT, die eine zentrale Rolle im demokratischen Übergang nach 2011 spielte, kritisiert den zunehmend autoritären Kurs des Präsidenten, der seit 2021 per Dekret regiert. Saïed rechtfertigt sein Vorgehen mit dem Kampf gegen Korruption, während die Opposition von einem Staatsstreich spricht.

Zusätzlich verschärfen wirtschaftliche Probleme die Situation: Hohe Inflation, Versorgungsengpässe bei Grundnahrungsmitteln und schwache öffentliche Dienstleistungen haben den Unmut in der Bevölkerung wachsen lassen. Reisenden wird geraten, die Lage aufmerksam zu verfolgen, Demonstrationen zu meiden und sich vor Ort über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

(TN)