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Gute Frage Ist Kerosin eine Gefahr für die Bevölkerung?
Wenn ein Flugzeug kurz nach dem Start umkehrt und Meldungen über abgelassenes Kerosin die Runde machen, ist die Verunsicherung oft gross. Bilder von weissen Schleiern am Himmel lösen bei Anwohnerinnen und Anwohnern schnell Sorgen aus: Was passiert mit dem Treibstoff? Kommt er am Boden an? Und ist das alles gesundheitsgefährdend?
Gerade in der Nähe von Flughäfen taucht diese Frage immer wieder auf – meist begleitet von der Befürchtung, dass Menschen, Böden oder Gewässer Schaden nehmen könnten. Tatsächlich handelt es sich beim sogenannten Fuel Dumping um ein seltenes, streng geregeltes Sicherheitsverfahren. Und eines, das in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich dramatischer wirkt, als es die Faktenlage nahelegt.
Warum überhaupt Kerosin abgelassen wird
Treibstoff wird ausschliesslich in Ausnahmesituationen abgelassen, etwa bei technischen Problemen kurz nach dem Start oder bei medizinischen Notfällen an Bord.
Vor allem Langstreckenflugzeuge sind dafür ausgerüstet, da sie mit deutlich höherem Gewicht starten, als sie sicher landen könnten. Durch das Ablassen wird das Flugzeug rasch auf ein zulässiges Landegewicht gebracht – ein zentraler Sicherheitsaspekt.
Der Ablass erfolgt in grosser Höhe, meist zwischen 3000 und 6000 Metern. Dabei wird das Kerosin fein zerstäubt und verdunstet grösstenteils bereits in der Atmosphäre. Internationale Vorschriften schreiben zudem vor, dass dies möglichst nicht über dicht besiedeltem Gebiet geschieht, sondern über unbewohnten Regionen oder über Wasserflächen.
Messungen und Untersuchungen zeigen: Am Boden kommt praktisch kein flüssiges Kerosin an. Eine akute Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung besteht nicht – weder durch Einatmen noch durch Hautkontakt. Auch eine relevante Belastung von Trinkwasser oder Böden ist nicht zu erwarten.
Zwar ist das Ablassen von Treibstoff aus ökologischer Sicht nicht ideal, doch kommt es extrem selten vor und fällt im Vergleich zu den gesamten Emissionen des Flugverkehrs kaum ins Gewicht.