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Flughafen-Streik könnte Festtage in Portugal vermiesen
Kaum ist der portugiesische Generalstreik vorbei, drohen schon die nächsten Störungen. Die Mitarbeitenden des Bodenabfertigers SPdH/Menzies haben für den 31. Dezember 2025 sowie den 1. Januar 2026 einen landesweiten Streik angekündigt. Betroffen sind sowohl das portugiesische Festland als auch die Insel Madeira – und damit zentrale Flughäfen wie Lissabon, Porto, Faro, Funchal und Porto Santo, wie das Branchenportal «Reise vor 9» schreibt.
Grund für den Arbeitskampf ist die anhaltende Unsicherheit rund um die Neuausschreibung der Bodenabfertigungs-Lizenzen. Ein vorläufiger Bericht der nationalen Zivilluftfahrtbehörde ANAC sieht das Konsortium Clece/South bei mehreren zentralen Abfertigungsbereichen vorne. Für die rund 3700 Beschäftigten von SPdH steht damit viel auf dem Spiel: Laut Gewerkschaften sind Arbeitsplätze, bestehende Arbeitsbedingungen und tariflich geregelte Rechte gefährdet.
Angst vor Kündigungen
Besonders brisant ist aus Sicht der Arbeitnehmervertretungen, dass im Falle eines definitiven Zuschlags an Clece/South offenbar keine automatische Übernahme der Mitarbeitenden vorgesehen ist. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass die portugiesische Fluggesellschaft TAP Teile der Bodenabfertigung künftig selbst übernimmt – was zu einer Aufsplittung der Belegschaft führen könnte.
Die Gewerkschaften sprechen von einer «unzumutbaren Situation der Unsicherheit» und fordern verbindliche, schriftliche Garantien für den Erhalt der Arbeitsplätze und der bestehenden Kollektivverträge – unabhängig vom Ausgang des Vergabeverfahrens. Der Streik wird als letztes Mittel bezeichnet, um Druck auf Behörden und Politik auszuüben.
Für Reisende bedeutet dies: Wer über die Feiertage von oder nach Portugal fliegt, sollte sich auf Verspätungen, Flugausfälle oder längere Abfertigungszeiten einstellen und den Kontakt mit Airline oder Reiseveranstalter suchen.