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Neue Scanner am Flughafen Zürich: Das ist für Passagiere jetzt wichtig
Der Flughafen Zürich treibt die Modernisierung seiner Sicherheitskontrolle voran: Seit Ende Oktober werden schrittweise neue CT-Scanner eingebaut (Travelnews berichtete). Die Arbeiten starteten auf Ebene G0 und führten wegen vorübergehend reduzierter Kapazitäten zuletzt zu längeren Wartezeiten.
Wer Stress vermeiden möchte, sollte deshalb früh genug am Flughafen eintreffen: Für Schengen-Flüge gelten anderthalb bis zwei Stunden Vorlaufzeit, für Langstrecken zwei bis drei Stunden.
Nun ist die erste Etappe abgeschlossen – und für Passagiere stellen sich wichtige Fragen: Was ändert sich konkret? Wie geht es mit dem Umbau weiter? Und wann fällt die 100-Milliliter-Regel endgültig weg? Travelnews liefert den Überblick über den Stand der Dinge und den weiteren Fahrplan.
Wie sieht der genaue Zeitplan aus?
Mit dem Umbau auf die neue CT-Technologie werden bis Sommer 2026 sämtliche 26 Kontrolllinien im Sicherheitskontrollgebäude am Flughafen Zürich auf den neuesten Stand gebracht. Der Umbau erfolgt etappenweise. Am Montag (8. Dezember 2025) gehen die ersten sieben neuen Geräte im Geschoss G0 in Betrieb. Dann folgen sukzessive die Geschosse G3, G1 und G2. Während der Arbeiten bleibt der Betrieb der Sicherheitskontrolle stets am Laufen. Aufgrund der Umbauarbeiten wird es aber punktuell zu höheren Wartezeiten kommen, wie der Flughafen mitteilt.
Wie profitieren die Passagiere vom Umbau?
Herzstück der neuen Anlagen sind die CT-Scanner für das Handgepäck. Sie ermöglichen eine dreidimensionale Analyse der Gepäckstücke. Flüssigkeiten und elektronische Geräte können an den neuen CT-Scannern künftig im Gepäck bleiben, was den Ablauf beschleunigt und den Komfort für Passagiere deutlich steigert. Durch den Einsatz der neuen Technologie lässt sich der Durchsatz pro Linie erhöhen, während laut dem Flughafen gleichzeitig die Qualität und Zuverlässigkeit der Kontrollen gewährleistet sind. Die sieben neuen CT-Scanner sind ausserdem fähig und zertifiziert, Flüssigkeitsbehälter bis zwei Liter Fassungsvermögen zu kontrollieren.
Ab wann können Fluggäste Laptops und Flaschen im Gepäck lassen?
Solange der Umbau der Sicherheitskontrollen am Flughafen Zürich läuft und noch nicht alle 26 Kontrolllinien auf vier Stockwerken mit der neuen CT-Technologie ausgerüstet sind, bleibt die 100-Milliliter-Regel für Flüssigkeiten grundsätzlich in Kraft. Hintergrund ist, dass Reisende während der Übergangsphase bis Sommer 2026 keinen Anspruch darauf haben, an einer modernisierten Linie kontrolliert zu werden. Die Zuweisung erfolgt nach Verfügbarkeit: Je nach Andrang und Auslastung entscheiden die Mitarbeitenden vor Ort, ob Passagiere an eine der neuen oder an eine der bestehenden Kontrolllinien gelangen. Wer an einer bereits umgerüsteten Linie überprüft wird, darf Flüssigkeitsbehälter von bis zu zwei Litern im Handgepäck behalten, sofern es sich nicht um gefährliche Substanzen handelt. Der Flughafen Zürich plant, die Flüssigkeitsobergrenze nach Abschluss der vollständigen Umrüstung im Sicherheitskontrollgebäude bis Sommer 2026 offiziell anzuheben. Schon jetzt gilt: An allen Linien mit neuer CT-Technologie können elektronische Geräte im Handgepäck bleiben.
Was ändert sich sonst noch?
Neben der neuen CT-Technologie setzt der Flughafen Zürich erstmals auch moderne Security Scanner ein. Diese Geräte kommen nach dem Metalldetektor zum Einsatz und ermöglichen eine präzisere Alarmabklärung. Auf einem standardisierten Piktogramm wird angezeigt, an welcher Körperstelle eine Auffälligkeit festgestellt wurde – ohne dabei persönliche Merkmale oder Konturen sichtbar zu machen. Ein weiteres zentrales Element der Modernisierung ist das sogenannte Remote Screening: Die Sicherheitsbeauftragten der Kantonspolizei Zürich beurteilen die Röntgenbilder des Handgepäcks nicht mehr direkt an der Kontrolllinie, sondern in einem separaten Raum. Diese räumliche Entkoppelung schafft eine ruhigere, ergonomischere Arbeitsumgebung, erhöht die Konzentration und entlastet gleichzeitig den Kontrollbereich. Das Ergebnis: ein effizienterer Ablauf und kürzere Wartezeiten für die Passagiere.
Was läuft an den Flughäfen Basel und Genf?
Der Flughafen Genf hat 2018 als einer der ersten Flughäfen überhaupt die neue Technologie in Betrieb genommen. Er hat zwei Kontrolllinien mit CT-Scannern ausgerüstet. Bald werde eine dritte Linie für Passagiere der Priority Lane mit der neuen Technologie eröffnet, schreibt der «Tages-Anzeiger» (Abo) . Das künftige Flughafen-Terminal CAP2030 soll komplett mit der neusten Technologie ausgerüstet werden, als Ersatz für die 15 bestehenden Sicherheitskontrolllinien.
Am Euro-Airport in Basel ist seit Sommer 2024 ein erstes CT-Testgerät im Einsatz, ein zweites wird derzeit installiert und soll im ersten Quartal 2026 für Passagiere verfügbar sein. Dennoch gilt – analog zum Flughafen Zürich – vorerst weiterhin die 100-Milliliter-Regel für Flüssigkeiten, obwohl die neuen Geräte eigentlich grössere Behälter bis zwei Liter zulassen würden. Auch in Basel entscheidet das Flughafenpersonal situationsabhängig, welche Passagiere an welche Kontrolllinie geleitet werden – eine Nutzung der neuen Technologie lässt sich daher im Voraus nicht garantieren.
Ein kompletter Austausch der bestehenden Kontrollgeräte, wie er in Zürich erfolgt, ist in Basel baulich nicht möglich. Zwar ist eine flächendeckende Einführung der neuen Technologie geplant, diese hängt jedoch direkt mit dem geplanten Terminal-Ausbau zusammen. Wann Reisende in Basel Flüssigkeiten und Laptops nicht mehr aus dem Handgepäck nehmen müssen, bleibt daher vorerst offen.