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Krawalle in Nepal: Das müssen Reisende beachten
Wie ist die aktuelle Lage in Nepal?
Aufgebrachte Menschen setzten Anfang der Woche unter anderem das Parlament und Regierungsgebäude sowie Wohnsitze von Ministern und anderen Politikern in Brand. Zudem wurden zahlreiche Hotels, Büro- und Privathäuser Ziele von Angriffen. Mindestens 19 Menschen kamen bei den Zusammenstössen ums Leben. Die Polizei setzte neben Wasserwerfern und Tränengas auch scharfe Munition ein. Das Hilton-Hotel in Kathmandu wurde im Zuge der gewalttätigen Ausschreitungen in Nepal komplett zerstört. Das über 60 Meter hohe, markante Gebäude geriet während der Proteste in Brand. Ministerpräsident Khadga Prasad Sharma Oli trat angesichts der Unruhen am Dienstag zurück. Inzwischen scheint sich die Situation in der Hauptstadt Kathmandu beruhigt zu haben. Augenzeugen berichten von einer starken Militärpräsenz.
Was sind die Hintergründe der Proteste?
Die Proteste richteten sich in erster Linie gegen einen Beschluss der nepalesischen Regierung, 26 Social-Media-Plattformen, wie etwa Facebook und Instagram, zu blockieren. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten sich nicht ordnungsgemäss registrieren lassen. Das Vorgehen hatte in Nepal starke Kritik hervorgerufen. Die Demonstrierenden prangerten zudem weit verbreitete Korruption im Staatsapparat sowie Vetternwirtschaft an. Die Proteste wurden den Berichten zufolge vor allem von jüngeren Menschen der sogenannten Generation Z – den aktuell etwa 18- bis 30-Jährigen – angeführt. Die junge Generation distanzierte sich in der Zwischenzeit jedoch offiziell von den schweren Ausschreitungen: In einer gemeinsamen Erklärung von Gruppen, die die «Gen Z» vertreten, hiess es: «Das sind nicht wir». Brandstiftung, Vandalismus und Gewalt seien keine Mittel der jungen Generation. Auch auf Tiktok wurden Aufrufe, gewaltfrei zu bleiben, geteilt. Die Regierung hat das Verbot gegen die Social-Media-Plattformen unterdessen wieder aufgehoben.
Was rät das EDA?
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seine Reisehinweise diese Woche gleich zweimal verschärft. Am Dienstag (9. September 2025) wies es unter dem Kapitel «Aktuelles» explizit auf die Unruhen hin: «In Kathmandu und anderen Städten landesweit kommt es zu Demonstrationen, Strassenblockaden, Brandstiftung und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstrierenden. Die Sicherheitskräfte setzen Wasserwerfer, Tränengas und scharfe Munition ein. Die Demonstrationen haben mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert. Über weite Teile Nepals wurde eine Ausgangssperre verhängt», so das EDA. Am Mittwoch (10. September 2025) fügte das Aussendepartement weitere Informationen hinzu. «Flughäfen können vorübergehend geschlossen werden, und es kann zu Einschränkungen im Reiseverkehr kommen», heisst es neu. Auskunft sei bei den Fluggesellschaften einzuholen.
Wie reagieren Schweizer Reiseveranstalter?
Sandra Studer, Sprecherin von Globetrotter, sagt zu Travelnews: «Wir sind im engen Austausch mit unseren Partnern, die die Situation vor Ort besser einschätzen können.» Globetrotter habe eine Handvoll Kundinnen und Kunden vor Ort. Mit ihnen stehen wir in Kontakt und unterstützen sie bei Bedarf. Grundsätzlich empfehlen wir unseren Kundinnen und Kunden immer die Reisehinweise des EDA anzuschauen, sich an die Anweisungen der lokalen Behörden zu halten und sich auf Travel Admin zu registrieren.» Reisende mit Abflug in den nächsten zehn Tagen, seien von Globetrotter ebenfalls kontaktiert worden.
Können Nepal-Reisende ihre Ferien kostenlos stornieren?
Allein die Angst vor der aktuellen Lage reicht nicht aus, um eine Reise kostenlos zu annullieren. Die Schweizer Reiseveranstalter orientieren sich bei ihren Stornierungsrichtlinien an den Vorgaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten. Zwar hat das EDA seine Reisehinweise angepasst. Von Reisen nach Nepal rät es jedoch nicht ab. Wer seine Ferien dennoch absagen oder umbuchen möchte, muss deshalb die regulären Annullationsbedingungen in Kauf nehmen.