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Schweizer Reisebüros bestimmen ihre Gebühren für Zusatzleistungen selbst. Der SRV setzt dabei auf Eigenverantwortung statt fixe Tarife. Bild: Adobe Stock

Verband stellt klar: Freiheit statt Fixpreis im Reisebüro

Reto Suter

Eine Umfrage von Travelnews hat gezeigt: Bei Zusatzleistungen herrscht in Reisebüros Gebühren-Wildwuchs. Der Schweizer Reise-Verband (SRV) verzichtet jedoch bewusst darauf, konkrete Tarifempfehlungen für solche Extra-Services auszusprechen.

Von der elektronischen Einreisegenehmigung bis zum Online-Check-in: Gerade für viele ältere Reisende werden die Formalitäten vor dem Ferienstart immer komplizierter. Was für geübte Online-User ein Kinderspiel ist, kann für weniger Technikaffine schnell zum Hindernis werden.

Schweizer Reisebüros springen ein, füllen Formulare aus, buchen Sitzplätze – und retten so manch einen Ferientraum. Doch der Aufwand hat seinen Preis, und der fällt je nach Anbieter sehr unterschiedlich aus.

Ein einheitliches Gebührenmodell gibt es in der Schweizer Reisebranche nicht. Jeder Anbieter legt die Preise für Zusatzservices selbständig fest (Travelnews berichtete). Ist das sinnvoll? Oder wäre es nicht höchste Zeit, dass der Schweizer Reise-Verband (SRV) klare Vorgaben erlässt – und damit den Tarif-Dschungel bei Zusatzleistungen lichtet?

SRV-Kommunikationschef Elisha Nicolas Schuetz winkt auf Anfrage ab. Er sagt: «Die Höhe von Beratungs- oder Buchungshonoraren sowie der Leistungsumfang hängen vom individuellen Geschäftsmodell des jeweiligen Reisebüros ab.» Jedes Unternehmen entscheide eigenständig, ob und in welchem Umfang es für bestimmte Dienstleistungen eine Gebühr erhebe. «Wir erachten es als gerechtfertigt und sinnvoll, dass diese Arbeit angemessen vergütet wird.»

Pflicht zur Information, Freiheit im Preis

Ob und zu welchem Preis zusätzliche Dienstleistungen für Kundinnen und Kunden übernommen werden, soll weiterhin in der Eigenverantwortung der Reisebüros liegen. Eine deutlichere Position bezieht der SRV hingegen bei der Frage, wie Reisende über Visa-Pflichten oder besondere Einreisebestimmungen informiert werden.

«Sobald ein Reisebüro gemäss Pauschalreisegesetz als Reiseveranstalter auftritt, ist es verpflichtet, seine Kundinnen und Kunden über alle relevanten Informationen und Einreisebestimmungen aufzuklären», betont Schuetz. Darin sieht der Verband zugleich eine Chance, sich durch persönlichen Service zu profilieren, den Buchungsprozess zu vereinfachen und echten Mehrwert zu bieten.

Für den SRV-Kommunikationschef steht fest: «Reisebüros in der Schweiz bieten generell einen hohen Servicegrad.» Weiteres Potenzial erkennt er vor allem in flexiblen Gebührenmodellen, bei denen Kundinnen und Kunden selbst entscheiden, wie viel Service sie in Anspruch nehmen – und entsprechend mehr oder weniger bezahlen.