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Trotz klarer Vorgaben setzen viele Arbeitnehmende weiterhin auf Videomeetings und Homeoffice – teils mit kreativen Mitteln. Bild: Adobe Stock

Heimliche Deals: So tricksen Angestellte fürs Homeoffice

Homeoffice bleibt beliebt – auch wenn manche Firmen lieber wieder volle Büros sähen. Eine neue Umfrage zeigt: Viele Angestellte taktieren, um öfter von zu Hause aus arbeiten zu können.

Corona ist längst Geschichte – das Homeoffice bleibt. Doch wer glaubt, dass in der Arbeitswelt klare Regeln herrschen, liegt falsch. Denn trotz strengerer Vorgaben vieler Unternehmen arbeiten zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer weiterhin häufiger von zu Hause aus – auch wenn sie es offiziell gar nicht dürften. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Jobplattform Indeed.

Fast ein Drittel der Befragten gab bei der Umfrage an, sich heimlich mit dem direkten Vorgesetzten abzusprechen, um öfter im Homeoffice bleiben zu können – Hauptsache, die Leistung stimmt. Die offiziellen Regelungen? Für viele offenbar nur ein Richtwert. Noch beliebter ist ein anderer Trick: Über die Hälfte der Angestellten legt Arzt- oder Handwerkertermine ganz bewusst auf Büro-Präsenztage – um sich damit elegant dem Arbeitsweg zu entziehen.

«Selbst Mitarbeitende mit fixen Homeoffice-Tagen empfinden viele Regelungen als zu starr und unflexibel», sagt Stefanie Bickert, Arbeitsmarktexpertin bei Indeed, im «Blick». Firmen, die jetzt mit strengeren Präsenzpflichten durchgreifen wollen, «planen an der Lebenswirklichkeit ihrer Belegschaft vorbei».

Nicht nur Flucht aus dem Büro

Dass der Wunsch nach Homeoffice ungebrochen ist, belegen die Zahlen eindrücklich: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) wäre bereit, für die Möglichkeit von Remote-Arbeit Lohneinbussen in Kauf zu nehmen. Und 42 Prozent sagen offen: Wenn der Arbeitgeber das Homeoffice ganz streicht, suchen sie sich einen neuen Job.

Gleichzeitig zeigt die Umfrage: Homeoffice-Fans sind keine chronischen Büromuffel. Drei Viertel der Befragten entscheiden sich ganz bewusst für mehr Präsenz, wenn sie den direkten Austausch, informelle Infos oder einfach den Tapetenwechsel als wertvoll empfinden. Sichtbarkeit im Unternehmen oder Karrierechancen sind dabei zweitrangig – entscheidend ist die persönliche Arbeitsrealität.

(TN)