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Zur Mitnahme von E-Zigaretten und E-Liquids in Flugzeugen tauchen bei Reisenden viele Fragen auf. Bild: Adobe Stock

Gute Frage Wie muss ich E-Zigaretten im Flugzeug transportieren?

Immer mehr Reisende sind mit elektrischen Dampfgeräten auf Flugreisen unterwegs. Das wirft Fragen zum Transport auf. Und darf man Vapes überhaupt legal in allen Reisedestinationen einführen?

Neue E-Zigaretten, welche als weniger schädliche Alternative zur Tabakzigarette gelten, erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Es erstaunt deshalb nicht, dass viele Konsumenten auch auf Reisen nicht auf die elektrischen Dampfgeräte verzichten möchten.

Doch wie werden E-Zigaretten sachgemäss im Flugzeug transportiert? Und darf man diese in allen Reisedestinationen legal einführen? Wir haben hierzu Tobias Schneider nach Rat gefragt. Er war über zehn Jahre lang Marketingleiter von Travel Worldwide. Heute betreibt er den E-Zigaretten-Shop Shisha Heaven.

«Eine E-Zigarette besteht immer aus einem Lithium-Ionen-Akku, einen Liquid Tank und einem Verdampferkopf», erklärt Tobias Schneider, «der Akku befeuert die Heizspirale im Verdampferkopf, wodurch das E-Liquid verdampft wird. Bei den Heat-no-burn Produkten, wie zum Beispiel dem Iqos, wird mit dem Akku klassischer Tabak erhitzt, womit ebenfalls ein Dampf erzeugt wird, welcher dann inhaliert werden kann.»

Nach den Transportbestimmungen gefragt, sagt Schneider: «Ganz egal ob Einweg E-Zigarette wie zum Beispiel Elfbars, Mehrweg E-Zigarette oder Heat-no-burn Produkt: Es ist immer ein Akku im Gerät verbaut und deshalb müssen diese Produkte genau wie Handys, Powerbanks und Laptops immer im Handgepäck transportiert werden.» Grund dafür sei die Explosionsgefahr, welche im Gepäckraum des Flugzeugs für unbemerkte Brände sorgen könnte.

In welche Länder darf man E-Zigaretten einführen?

In der Schweiz können E-Zigaretten mit gewissen Einschränkungen legal gekauft werden. Auch in die meisten beliebten Reisedestinationen können E-Zigaretten und Heat-no-burn Produkte ohne Probleme eingeführt werden. «Es gibt aber Länder, welche den Verkauf und die Einführung von E-Zigaretten verbieten und Verstösse teils mit harten Strafen ahnden», warnt Tobias Schneider. Und er erklärt nachfolgend die rechtliche Situation in einigen besonders beliebten Reisedestinationen:

Ägypten

Die Einfuhr, Benutzung und der Handel von E-Zigaretten sind in Ägypten erlaubt.

Australien

Nikotin-Vaping-Produkte werden in Australien neu als rezeptpflichtige Arzneimittel eingestuft. Beim Kauf in Australien muss dementsprechend ein Arztzeugenis vorgelegt werden. Reisende, welche E-Zigaretten per Schiff oder Flugzeug nach Australien bringen, können aber die folgende Menge ohne ärztliches Rezept einführen:

  • 2 Vapes insgesamt (ob Einweg- oder wiederverwendbar)
  • 20 Vape-Zubehörteile (einschliesslich Patronen, Kapseln oder Pods)
  • 200 ml Vape-Substanz in flüssiger Form

Es wird empfohlen E-Zigaretten, Liquid und Pods bei der Ankunft in Australien zu deklarieren. Die neuen Mengenbeschränkungen gelten für Einweg-Vapes ab dem 1. Januar 2024 und für alle anderen Vapes ab dem 1. März 2024.  

Brasilien

In Brasilien gibt es ein Verbot für die Einfuhr und den Verkauf von elektronischen Zigaretten, einschliesslich Produkten wie Iqos, welche Tabak erhitzen anstatt verbrennen. Es gibt jedoch Diskussionen zur möglichen Regulierung von E-Zigaretten, was darauf hindeutet, dass sich die Vorschriften in der Zukunft ändern könnten. Bis dahin ist es ratsam, keine E-Zigaretten und Tabakerhitzer nach Brasilien einzuführen, um Strafen oder die Beschlagnahmung der Produkte zu vermeiden.

Finnland

Falls keine Warnhinweise in Finnischer und Schwedischer Sprache auf den Produkten angebracht sind, darf man nicht mehr als 10 ml Nikotinflüssigkeit in einer elektronischen Zigarette oder einem Nachfüllbehälter einführen. In Finnland ist nur der Verkauf von E-Liquids und Vapes mit Tabak- oder Minzearoma erlaubt.

Griechenland

Die Einfuhr von E-Zigaretten und Heat-no-burn Produkten nach Griechenland ist grundsätzlich erlaubt.

Japan

In Japan ist der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids verboten. Für den Eigengebrauch dürfen maximal 120ml nikotinhaltige E-Liquids, bzw. E-Zigaretten mit der entsprechenden Liquidmenge eingeführt werden. Heat-no-burn Produkte wie Iqos sind in Japan erlaubt und dürfen mit Beachtung der Zollbeschränkungen für Tabakprodukte eingeführt werden.

Kanada

E-Zigaretten sind in Kanada legal und dürfen für den Eigengebrauch eingeführt werden.

Malediven

Die Einfuhr von E-Zigaretten und Tabakerhitzer in die Malediven ist für Personen über 17 Jahre erlaubt.

Neuseeland

Auf den offiziellen Webseiten der Neuseeländischen Zollbehörden sind für die Einreise keine Mengenbeschränkungen für E-Zigaretten und Liquids zu finden. Iqos Heets sind in Neuseeland erhältlich und dürfen zollfrei (Bis 50 Zigaretten oder 50g Tabak) importiert werden.

Spanien

Die Einfuhr von E-Zigaretten und Heat-no-burn Produkten nach Spanien ist grundsätzlich erlaubt.

Südafrika

In Südafrika sind E-Zigaretten grundsätzlich erlaubt und auch die Einfuhr entsprechender Produkte wird geduldet.

Thailand

In Thailand ist der Verkauf, Besitz und die Einfuhr von Vapes verboten und kann mit hohen Geldstrafen oder gar Haft geahndet werden. Die Diskrepanz zwischen Gesetzgebung und Situation vor Ort könnte in Thailand aber kaum grösser sein. Viele Reisende berichten darüber, dass in Thailand an jeder Ecke öffentlich gedampft wird und E-Zigaretten in sehr vielen Strassenshops verkauft werden. Dennoch ist Vorsicht geboten: Es gibt Berichte von Reisenden, welche wegen E-Zigaretten oder Heat-no-burn Produkten wie Iqos hohe Bussen zahlen mussten oder gar im Gefängnis gelandet sind.

USA

E-Zigaretten dürfen für den Eigengebrauch in die USA eingeführt werden. Im Gegensatz zu Europa sind in vielen Bundesstaaten der USA E-Liquids und Vapes mit einem hohen Nikotingehalt bis zu 50mg/ml erlaubt.

Vor jeder Reise aktuelle Einfuhrbestimmungen überprüfen

Gemäss Tobias Schneider, Geschäftsleitungsmitglied des E-Zigaretten Shops Shisha Heaven sind sich viele Reisende nicht im Klaren darüber, dass in ihrem Zielland die Einfuhr von E-Zigaretten beschränkt oder gar verboten ist. In vielen Fällen ist es mit grossem Aufwand verbunden, verlässliche Informationen der Behörden zu beschaffen. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass die Einfuhr von E-Zigaretten und Liquids in Europa und Nordamerika kaum Probleme bereitet. Bei Fernreisedestinationen empfiehlt es sich vor der Abreise immer die aktuellen Einfuhrbestimmungen des Ziellandes zu überprüfen.

Haftungsausschluss: Alle Angaben zu den Einfuhrbestimmungen sind ohne Gewähr von Richtigkeit und Vollständigkeit. Gesetze zur Einfuhr von E-Zigaretten und Heat-no-Burn Produkte können kurzfristig ändern. Es empfiehlt sich vor Abreise die Webseiten von den Zollbehörden der Zieldestination zu kontaktieren.

Last Update: Dieser Artikel wurde aufdatiert am 1. März 2024 (Änderung Australien).

(GWA)