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Pino Andreano, Director Specialist & Modular: «Ich habe selber gar kein Feedback auf die Abschaffung der Travelhouse-Submarken erhalten.» Alle Bilder: JCR

«Wir sehen durchaus noch Potenzial für Travelhouse»

Die Spezialisten aus dem Hause Hotelplan Suisse luden zu einem neuartigen Workshop am Hauptsitz ein. Pino Andreano, Director Specialist & Modular, äussert sich zum Workshop und zu Travelhouse allgemein.

Herr Andreano, «Mit Travelhouse um die Welt» ist ein neues Workshop-Konzept. Was ist die Idee dahinter?

Wir haben bereits vor zwei Jahren damit angefangen, spezielle «Weiterbildungstage» bei uns am Hauptsitz in Glattbrugg durchzuführen. Zunächst war dies an spezielle Themen wie Motorhomes oder nordische Länder gebunden. Dieses Mal wollten wir die ganze Travelhouse-Palette präsentieren. Das Format ist also eine Art «Rund-um-die-Welt-Tag», wobei es nicht um Katalogpräsentationen geht. Die Idee ist, jeweils ein Thema zu bieten, welches von zwei Travelhouse-PMs unterschiedlich beleuchtet wird. Beispielsweise wird das Thema «Mit Travelhouse in der Wüste» mit Beiträgen einmal aus dem arabischen Raum und einmal aus Chile beleuchtet. Oder das Thema «Mit Travelhouse auf der Insel» wird einmal mit Beispielen aus Indonesien und einmal aus Schottland behandelt. So wird unsere gesamte Produktepalette ersichtlich.

Wie kommt der Anlass an?

Wir sind sehr zufrieden – wir verzeichneten 150 Teilnehmende, wovon etwa die Hälfte auf Profis aus unseren Hotelplan- und Travelhouse-Filialen sowie Globus Reise Lounges entfielen. Die andere Hälfte machten Profis von Fremdvertriebspartnern aus. Darüber hinaus waren 13 Partnerfirmen auf dem «Marktplatz» im Atrium dabei, bei dem sich Teilnehmer frei austauschen und an einem Wettbewerb teilnehmen konnten.

War einer der Zwecke des Workshops auch, Goodwill für Travelhouse nach der Aufgabe der Handelsmarken wie Falcontravel etc. zugunsten der zentralen Marke zu schaffen?

Nein. Die Idee für diesen Workshop war schon lange vor dem besagten Markenentscheid vorhanden. Ich habe zudem selber gar kein direktes Feedback zum Markenentscheid erhalten, und von extern, von unseren 600 Reisebüropartnern, wurde nur wenig – und dabei meist positives – Feedback an mich herangetragen. Sprich, der Entscheid hat eigentlich keine Wellen geschlagen und hatte auch gar keine Auswirkungen auf unser Geschäft, weder organisatorisch noch ökonomisch. Auch langjährige, emotional mit einzelnen Marken verbundene Mitarbeitende verstehen den Entscheid, dass es die Handelsmarken in dieser Form nicht mehr brauchte und diese eher für Verwirrung bei Endkunden sorgten: Die Kundenansprache, die Rechnung, fast alles war bisher schon nur noch unter der Marke Travelhouse – und plötzlich taucht noch ein Sub-Brand wie Falcontravel auf… Diese Verwirrung gibt es jetzt nicht mehr.

«Wir suchen nicht verzweifelt nach neuen Spezialisten.»

Wie läuft es eigentlich bei Travelhouse?

Grundsätzlich sind wir mit Travelhouse – wozu hier auch Tourisme Pour Tous in der Romandie zählt – sehr zufrieden. Wir verzeichnen trotz schwierigem Umfeld auch weiterhin Wachstum; aber wir sehen durchaus noch Potenzial.

Potenzial auch durch Zukäufe?

Wir suchen nicht verzweifelt nach neuen Spezialisten. Wenn sich sinnvolle Ergänzungen ergeben, würden wir aber sicher zuschlagen.

Gibt es nicht viele Überschneidungen mit der Marke Hotelplan?

Natürlich gibt es solche, aber das macht nur einen kleinen Prozentsatz des ganzen Portfolios aus. Die Marken bedienen ganz andere Kundenbedürfnisse. Hotelplan ist klar auf Badeferien, Städtereisen und Familien ausgerichtet; Travelhouse auf Personen, die «reisen» wollen, also eher im entdeckerischen Sinn. Wir wollen mit Travelhouse alle Reisearten abdecken.

Welches sind eigentlich die aktuellen Trendziele?

Nordamerika ist immer noch sehr stark, obwohl die Zahlen generell leicht rückläufig sind. Auch Destinationen wie Marokko, die Arabischen Emirate und Südafrika sind sehr stark gefragt. Eher problematisch ist die Nachfrage für Kuba, was wir nach dem riesigen Boom der letzten Jahre erwartet haben, sowie für Indonesien, was wahrscheinlich mit den diversen Naturkatastrophen auf Bali zu tun hatte.

Beim Wintergeschäft laufen vor allem die Charterziele im Norden sehr gut, also unsere Flüge nach Kittilä und Kuusamo, sowie Tromsø. Wir wachsen aktuell auch zweistellig auf den Malediven, auf Sri Lanka und Mauritius. Noch auf kleinerem Niveau, aber sich sehr positiv entwickelnd, ist Südamerika.

«Das optimale IT-Umfeld für unser Business zu definieren, gehört zu den grösseren Aufgaben»

Welche Herausforderungen kommen generell auf Travelhouse zu?

Diese liegen vor allem im technologischen Bereich. Das optimale IT-Umfeld für unser Business zu definieren, gehört zu den grösseren Aufgaben. Dafür sind wir im Austausch mit Anbietern und Nutzern. Wichtig ist immer, dass die Systeme kundenfreundlich sind und sich in bestehende Prozessabläufe einbinden lassen. Wir haben neulich ein System eingeführt, mit welchem sich individuelle Packages im Zusammenhang mit Kreuzfahrt-Buchungen einfach erstellen lassen. Wir werden ähnliche Formen der technologischen Weiterentwicklung suchen.

Die zweite grosse Herausforderung ist, preislich attraktiv zu sein: Welche Dienstleistung will der Kunde und wie viel ist er bereit zu bezahlen, um den Mehrwert unserer Dienstleistung zu erhalten? Weitere Herausforderungen sind die Margenbildung, aber auch die Manpower: Wir benötigen Mitarbeitende und Partner mit sehr viel Wissen und Erfahrung, auch weil Kunden oft sehr gut informiert sind. Und genau deshalb braucht es immer wieder Workshops wie eben «Mit Travelhouse um die Welt».

(JCR)