Reiseanbieter

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Airbnb startet Bemühungen, um auch weniger bekannte Ziele für Touristen beliebter zu machen. Bild: Airbnb.

Airbnb wird aktiv gegen Overtourism

Mit dem neu gegründeten «Office of Healthy Tourism» und einem Tourismusbeirat will das Unternehmen weniger bekannte Reiseziele in den Fokus rücken und das Wirtschaftswachstum kleinerer Dörfer und Gemeinden ankurbeln.

Airbnb hat das «Office of Healthy Tourism» ins Leben gerufen. Damit soll der lokale, authentische und nachhaltige Tourismus in Ländern und Städten weltweit gefördert und neue Technologien für ein umweltfreundlicheres Reisen erforscht werden. Mit Hilfe von Partnerschaften, Programmen und Veranstaltungen will das neu gegründete Büro das Wirtschaftswachstum von kleineren, meist ländlich gelegenen Dörfern und Gemeinden stärken und Reisen in weniger bekannte Regionen attraktiver machen, damit sich die Besucherströme besser verteilen. 

Als Beispiel für eine solche Wirtschaftsförderung nennt Airbnb die olympischen Winterspielen in Südkorea: 15'000 Menschen hätten während den Spielen Airbnb-Unterkünfte genutzt – das entspräche 7.500 Hotelzimmern. Die Hosts in der Region verdienten damit über 2,3 Millionen US-Dollar, wovon rund 97 Prozent des Geldes im Land geblieben sei.

Tourismusbeirat soll Airbnb-Aktivitäte mitgestalten

Die Förderung eines gesunden, nachhaltigen Tourismus ist laut Airbnb besonders wichtig, da die Tourismusbranche unaufhaltsam wächst. Laut dem World Travel & Tourism Council (WTTC) generiert die Reiseindustrie 313 Millionen Arbeitsplätze und 10 Prozent des weltweiten BIP.

Nebst dem neuen Büro hat Airbnb auch einen Tourismusbeirat ernannt. Dieser besteht aus David Scoowsill, CEO von EON Reality Inc. und ehemaliger Präsident und CEO des World Travel & Tourism Council, Taleb Rifai, ehemaliger Generalsekretär der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen, Rosette Rugamba, Managing Director von Songa Africa und Amakoro Lodge sowie Hon Bob Carr, ehemaliger Aussenminister Australiens und ehemaliger Ministerpräsident von New South Wales. Der Beirat bestehend aus globalen Branchenführer der Tourismusbranche soll Airbnb bei der langfristigen Strategie für nachhaltigen Tourismus unterstützen und die Visionen und Aktivitäten des Unternehmens mitgestalten.

Airbnb will transparenter werden

Airbnb hat neue Daten veröffentlicht, die aufzeigen sollen, wie die Airbnb Community einen gesunden Tourismus weltweit unterstützt:

  • 88% der Airbnb-Gastgeber setzen umweltfreundliche Reinigungsprodukte ein, ermutigen die Gäste zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs und legen Wert auf Recycling und die Installation von Solarzellen. 
  • 79% der Gäste gaben an, sich für Airbnb entschieden zu haben, weil sie wie ein Einheimischer leben wollten.
  • 66% der Gäste sind überzeugt, dass sie durch Home Sharing etwas für die Umwelt tun.
  • 89% der Gäste haben sich für Airbnb entschieden, weil die Unterkünfte zentraler liegen als Hotels.
  • 44% der Ausgaben der Gäste sagen, dass Sie Ihre Ausgaben in den Stadtvierteln tätigen, in denen sie wohnen.
  • 53% der Gäste geben an, dass sie das Geld, das sie dank Airbnb sparen in der Nachbarschaft ausgeben.

Und auch für die USA werden konkrete Zahlen genannt: So verdiene ein US-Gastgeber mit der Vermietung seiner Unterkunft von 43 Nächte pro Jahr im Schnitt 7'296 USD. Dies sei ein wichtiges Zusatzeinkommen für die Vermieter und ihre Familien. Die USA habe 31 Millionen Airbnb-Gäste im Jahr 2017 willkommen geheissen und 38 Millionen US-Amerikaner hätten Airbnb-Angebote in anderen Ländern genutzt.

Paris verklagt Airbnb

Airbnbs Bemühungen um mehr Transparenz dürfte nicht zuletzt daher rühren, dass das Unternehmen Kooperationswillen bei möglichen Zusammenarbeiten mit Regierungen demonstrieren möchte. Erst letzte Woche verklagte die Stadt Paris Airbnb wegen angeblicher Versäumnisse, Angebote zu entfernen, die nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprächen.

In Paris müssen Privatpersonen, die Ihre Wohnung über Plattformen wie Airbnb anbieten, seit Dezember 2017 eine Registrierungsnummer von der Stadtverwaltung beantragen und dürfen ihre Wohnung nicht mehr als 120 Tage pro Jahr an Touristen vermieten. Bei Verstössen gegen diese Auflage müsste Airbnb die entsprechenden Hosts sperren. 

(TN)