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Das Kerngeschäft der Online-Reisen laufe zwar gut - dennoch hat Lastminute.com mit Problemen zu kämpfen. Bild: Aaron Burden

Lastminute.com erwartet für 2017 rote Zahlen

Hohe Investitionen und eine Busse haben zur Publikation einer Gewinnwarnung geführt. Der Aktienkurs ist getaucht.

Die Online-Reiseagentur Lastminute.com hat eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Für 2017 stellt die Gruppe einen operativen Gewinn in Aussicht, der um gut einen Drittel unter dem Vorjahr liegt. Unter dem Strich wird mit einem Nettoverlust von 8 Mio bis 9 Mio EUR gerechnet. Die Aktien geben an der Börse nach.

Zum Halbjahr hatte das Unternehmen noch einen bereinigten EBITDA auf Vorjahreshöhe prognostiziert. Nun dürfte der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 10 Mio bis 11 Mio EUR tiefer ausfallen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im Geschäftsjahr 2016 lag der operative Gewinn noch bei rund 29 Mio EUR und der Reingewinn bei 7 Mio EUR, nach einem hohen Verlust von 18 Mio EUR im Jahr 2015.

Rückläufiges Fluggeschäft

Als Gründe für den nun erwarteten Rückgang macht das Unternehmen in der heutigen Mitteilung hohe Investitionen in Markenkampagnen und rückläufige Margen im Mediengeschäft verantwortlich. Zudem sei eine Anfang Januar 2018 eingetroffene Geldstrafe der italienischen Kartellbehörde in Höhe von 2,4 Mio EUR vollständig dem Jahr 2017 belastet worden. Man werde die Strafe zwar anfechten, sei aber dennoch verpflichtet sie zu bezahlen, heisst es.

Mit Blick auf das Kerngeschäft zeigt sich die Gruppe mit der Entwicklung der Online-Reiseagentur OTA und der Sparte Metasearch im abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Diese hätten beim Umsatz und bereinigten EBITDA «deutlich besser» abgeschnitten als 2016. Im Flugvermittlungs-Geschäft seien die Volumen dagegen leicht zurückgegangen. Aufgrund tieferer Provisionen habe dabei ein Umsatz- und Gewinnrückgang von 10% bzw. 8% hingenommen werden müssen, so die Meldung.

Die liquiden Mittel per Ende 2017 beziffert Lastminute auf 52 Mio. Euro, nach 60 Mio Euro per Ende 2016. Der Rückgang erkläre sich mit ausserordentlichen Aufwendungen von 9,5 Mio im Zusammenhang mit dem Aktienrückkaufprogramm sowie einer ersten Zahlung im Rahmen der im Dezember 2017 angekündigten Comvel-Übernahme.

Aktienrückkauf wird weiter geprüft

Keine Neuigkeiten gab es heute bezüglich des geplanten Aktienrückkaufprogramms. Gemäss einer Mitteilung von Mitte Dezember will die seit 2014 an der Schweizer Börse kotierte Gruppe rund 15% der ausstehenden eigenen Aktien zu einem Preis von 16 CHF das Stück zurückkaufen. Maximal könnten im Rahmen des Partial Self Tender Offer (PSTO) sogar 28 Prozent der ausstehenden eigenen Aktien erworben werden.

Der entsprechende Angebotsprospekt werde derzeit weiterhin von der schweizerischen Übernahmekommission (UEK) geprüft, heisst es in der heutigen Mitteilung. Die finale Genehmigung stehe derzeit noch aus.

Die Lastminute-Aktien geben am Montag deutlich nach. Bis 10.10 Uhr verlieren die Titel 2,9% auf 15,20 CHF. Der Gesamtmarkt SPI steht derweil mit 1,2% im Minus. Die vollständigen Zahlen werden am 14. März publiziert.

(AWP)