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Asien ist ein wichtiges Ziel für den deutschen Fernreise- und Modular-Spezialisten Explorer Fernreisen. Bild: Fotolia/Montage

Globetrotter expandiert weiter – diesmal nach Deutschland

Diethelm Keller Travel Holding und die Globetrotter Group steigen bei Explorer Fernreisen ein. André Lüthi äussert sich zum neusten Coup von Globetrotter.

Die Diethelm Keller Travel Holding (DKTH) mit den Reiseunternehmen Globetrotter Group, STA Travel und Diethelm Travel hat, vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe, die Mehrheit an Explorer Fernreisen mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland) von der Raiffeisen Touristik Group (RTG) übernommen und expandiert damit weiter. Angelo van Tol, Chairman Diethelm Keller Travel, freut sich, dass RTG mit Wolfgang Altmüller an der Spitze, weiterhin ein starker Partner und Minderheitsgesellschafter bleibt. Die genaue Aufteilung der Aktienanteile wird nicht bekanntgegeben, ebenso wenig der Verkaufspreis.

Mehr Infos gibt es aus Bern: Die Globetrotter Group, als Mitglied der Diethelm Keller Travel Holding, wird mit 30% Aktionär von Explorer Fernreisen. Diese Beteiligung ist separat von der DKTH; diese habe eine «stattliche Mehrheit» und gemeinsam mit der Globetrotter Group werde Explorer nun kontrolliert – ohne jedoch dessen Erfolgsmodell umkrempeln zu wollen. André Lüthi, Chairman Globetrotter Group, ist überzeugt: «Dieser Schritt eröffnet neue Perspektiven bezüglich Wissenstransfer und Kooperationen zweier sehr ähnlich positionierten Unternehmen in unterschiedlichen Märkten.» Im Gespräch mit Travelnews.ch nennt er Explorer Reisen einmal das «Pendant zu Globetrotter in Deutschland» und ein anderes Mal «die schöne Braut aus dem Norden». Parallelen sieht Lüthi etwa bei den «weitgereisten Mitarbeitenden» oder dem speziellen Groove in den Vertriebsstellen. Für ihn ist der Kauf eine «Bauchangelegenheit», bei der alles gestimmt hat.

Explorer Fernreisen ist momentan mit 12 Standorten in Deutschland vertreten, beschäftigt 114 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2016 einen Umsatz von 75 Millionen Euro. An der erfolgreichen Positionierung als Fernreise- und Modular-Spezialist sowie an den Strukturen des Unternehmens wird auch unter den neuen Besitzern nichts verändert. Das Ziel sei, so Lüthi, ein Konglomerat aus Modular-Spezialisten aufzubauen.

Kein Kreuzverkauf in Deutschland und der Schweiz

Der «Wissenstransfer» betrifft vor allem die Globetrotter Travel Services, welche am meisten operative Synergien mit Explorer Fernreisen haben könne, führt Lüthi aus. Während die Deutschen ein leicht anderes Produkt haben und ihren Einkauf grösstenteils selber erledigen (zum Beispiel war ein Team von Explorer jüngst am IPW in Washington DC mit dabei), bringt die Globetrotter Travel Service viel Know-how auf Verkaufsseite an. Was Lüthi klar dementiert: Es sei, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, nicht angedacht, Produkte des jeweils anderen Unternehmens im eigenen Land zu vertreiben.

Nach der Mehrheitsübernahme bei Ozeania Reisen und bei Himalaya Reisen schlägt Globetrotter also innert kurzer Zeit bereits wieder zu. «Gut reinvestierte Gewinne», erklärt Lüthi, ohne sich entlocken zu lassen, ob damit die Nerven des Globetrotter-CFO strapaziert werden. 

(JCR)