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Branchenprimus TUI wurde im Winterhalbjahr ausgebremst. Bild: TUI

Später Ostertermin und TUIfly-Ärger bremsen TUI im Winter

Die Region Zentraleuropa musste wegen den Querelen rund um TUIfly Einbussen verzeichnen, hat aber beim Direkt- und Onlinevertrieb weiter Fahrt aufgenommen.

Die Turbulenzen bei TUIfly und der späte Ostertermin und haben den weltgrössten Reisekonzern TUI im Winterhalbjahr gebremst. In der gewöhnlich schwachen Wintersaison bis Ende März wuchs der Umsatz im fortgeführten Geschäft zwar um drei Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, wie der Konzern mit Hotelmarken wie Riu und Robinson am Montag in Hannover mitteilte.

Der um Sonderposten bereinigte operative Verlust fiel mit 214 Millionen Euro jedoch um vier Prozent höher aus als ein Jahr zuvor. Das lag auch an den massenhaften Krankmeldungen bei der Fluglinie TUIfly, die den Flugbetrieb im Oktober zeitweise lahmgelegt hatten. Vorstandschef Fritz Joussen zeigte sich dennoch zuversichtlich, den bereinigten operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um mindestens zehn Prozent zu steigern, wenn man Währungsschwankungen herausrechnet.

Die Region Zentral mit Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz liegt vor allem wegen den «krankheitsbedingten» Ausfällen bei TUIfly beim Resultat rund 30% unter Vorjahr. Der Anteil des Direkt- und Onlinevertriebs konnte dafür in der gesamten Region gesteigert werden.

Die Buchungen für den Sommer lägen trotz der schwierigen Lage in der Türkei und Ägypten derzeit vier Prozent höher als im Vorjahr. Beim Umsatz liege das Plus sogar bei acht Prozent. Da die Osterferien 2017 im April lagen, fallen auch die Reiseumsätze bei TUI diesmal ins zweite Geschäftshalbjahr. Im Winter kam TUI unter dem Strich derweil zugute, dass sich hohe Abschreibungen auf die Beteiligung an der Container-Reederei Hapag-Lloyd nicht wiederholten, wie ein Konzernsprecher erläuterte. Unter dem Strich schrumpfte der Verlust im ersten Geschäftshalbjahr dadurch um 19 Prozent auf 363 Millionen Euro.

Hotels und Kreuzfahrten legen zu

TUI-Chef Joussen verlagert den Schwerpunkt des Konzerns weg vom umkämpften Veranstalter- und Fluggeschäft hin zu lukrativeren Hotel- und Kreuzfahrtangeboten. So steigerten die Kreuzfahrtlinien TUI Cruises, Thomson Cruises und Hapag-Lloyd-Cruises ihren bereinigten operativen Gewinn im Winterhalbjahr um mehr als 50 Prozent auf 75 Millionen Euro. Im Juni soll das neue «Mein Schiff 6» auslaufen, 2018 und 2019 sollen zwei weitere neue Ozeanriesen der «Mein-Schiff»-Flotte bei TUI Cruises in Dienst gestellt werden. Auch die Flotten der Hapag-Lloyd-Cruises sowie von Thomson Cruises werden erweitert und modernisiert.

Mehr Gewinn warfen auch die TUI-Hotelketten ab, zu denen vor allem die Riu-Häuser und die Robinson Clubs gehören. Die Sparte steigerte ihr bereinigtes operatives Ergebnis um 27,9 Prozent auf rund 123 Millionen Euro – auch weil TUI immer mehr Häuser in der Karibik betreibt, die im Winter stark gefragt ist. Im Veranstaltergeschäft weitete sich der Verlust im Winter derweil von 307 auf 384 Millionen Euro aus. Im laufenden Jahr will TUI laut Joussen weltweit 10 bis 12 neue Hotels eröffnen.

(AWP/TN)