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Hotelplan Suisse ist weiterhin die stärkste Division innerhalb der Hotelplan Group. Neu im Organigramm: Bedfinder mit CEO Katja Altmann. Die mit * versehenen Personen gehören dem Executive Board an. Bilder: Kompass Hotelplan

Hotelplan Suisse hat im Herbst die Kurve gekriegt

Im Geschäftsjahr 2016 sank der Umsatz bei Hotelplan Suisse um 10,5%. Trotzdem habe die Division «operativ positiv abgeschlossen», sagt Thomas Stirnimann, CEO der Hotelplan Group, die insgesamt 3% zulegen konnte.

2014 war stark, 2015 schwach und im 2016 sah es lange ebenfalls nach roten Zahlen aus. Jetzt sind die Zahlen der Hotelplan Group und damit auch der Schweiz-Division bekannt. Insgesamt wuchs der Gruppenumsatz im Geschäftsjahr, das vom 1. November 2015 bis 31. Oktober 2016 dauerte, um 3 Prozent auf 1,435 Milliarden Franken.

Zwar ist der Umsatz in der Schweiz um 10,5% auf 575 Millionen Franken gesunken. Doch Thomas Stirnimann, CEO der Hotelplan Group, betonte gestern vor den Medien, dass die Division «operativ positiv abgeschlossen» habe. Wieviel das Plus beträgt, gibt er nicht preis, sagt aber: «Dank umsichtigem Kapazitäts-Management und einem hervorragenden Herbstgeschäft können wir eine signifikante Ergebnissteigerung registrieren.»

Der Jahresrückblick war geprägt von den bekannten Problemen. Die Terroranschläge trübten die Reiselust. Die Problemländer Tunesien, Türkei und Ägypten drückten auf die Umsätze. «2014 erzielten wir mit diesen drei Ländern noch einen Drittel des Badeferien-Umsatzes. 70 Prozent davon haben wir nun verloren», hielt Stirnimann fest, das Plus im westlichen Mittelmeer habe den Wegfall nicht vollumfänglich kompensieren können.

Der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr fällt bisher sehr positiv aus. Starke Zuwächse verzeichnet Hotelplan Suisse in Oman (+58%), Südafrika (+35%), Mauritius (+25%), Griechenland (+15%) und den USA (+11%) – und in Tunesien (+20%) sind im Gegensatz zur Türkei Zeichen der Erholung auszumachen.

Grossbritannien und Ferienwohnungen erfolgreich

Fragezeichen drehen sich bei der Hotelplan Group um die Division UK. Noch ist nicht klar, wann und ob der Brexit erfolgt, und welche Auswirkungen dies auf die Division haben wird. Vorerst stimmen die Zahlen. Hotelplan UK wuchs um 23,1 Prozent auf 244 Millionen Pfund (303 Millionen Franken), einerseits durch die Akquisition des Soft-Adventure-Anbieters Explore Worldwide und des Tauchspezialisten Regaldive, andererseits auch organisch.

An oberster Stelle stehen die Skiers: 120'000 britische Skifahrer befördert Hotelplan im Jahr Richtung Alpen. Freude zeigt Thomas Stirnimann auch an Inntravel, einem Anbieter von vorfabrizierten Wander- und Velotouren, der 16'000 Kunden im Jahr vermittelt – das Geschäft sei unkopierbar und äusserst lukrativ.

Gut aufgestellt sieht sich die Hotelplan Group auch bei den Geschäftsreisen. Preiszerfall und Margendruck drückten zwar auf den Umsatz von neu 116,9 Mio. Franken (-1,8%). Die Anzahl Neukunden konnte aber gesteigert werden. Und die Airlines würden mit ihren komplizerten Tarifen und zusätzlichen Services dem Spezialisten in die Hände spielen, sagt Stirnimann. BTA First Travel sei sehr solid und auf bestem Weg, ein reines Service-Geschäft anzubieten und insofern ein Vorbild für das Leisure-Geschäft.

Positiv ausgefallen ist auch das Geschäft der Holiday Home Division. Interhome und Inter Chalet arbeiten enger zusammen und 2016 konnten 3,7 Prozent mehr Buchungen in eigenen Ferienwohnungen registriert werden, was ein Umsatzplus von 2 Prozent auf 322,8 Millionen Franken ergab.

Noch zaghaft mit einem Umsatz von 400'000 Franken taucht das neue Unternehmen Bedfinder im Gruppen-Umsatz auf. Details zur Lancierung von Bedfinder wurden gestern ebenfalls bekanntgegeben. Bereits nach drei Monaten im neuen Geschäftsjahr belaufen sich die Umsätze der neuen Digital-Plattform auf 4,5 Millionen Franken.

Und zum Ausblick aufs Reisejahr 2017 sagt Thomas Stirnimann: «Bei Hotelplan Suisse sind die Buchungen für die Wintersaison positiv und für die Sommermonate im zweistelligen Plusbereich. Dies stimmt uns für 2017 zuversichtlich».

(GWA)